Multiresistente Bakterien – eine Herausforderung für Krankenhäuser

Pressemitteilung vom 21.06.2012
Vortrag am UKL zur Langen Nacht der Wissenschaft
Zeit 29. Juni 2012, 18:00 Uhr
Ort Hörsaal der Klinik für Augenheilkunde,
Universitätsklinikum Leipzig,
Liebigstraße 10/14

Multiresistente Bakterien werden immer mehr zu einer großen Herausforderung für Krankenhäuser. Ausgerüstet mit einem extrem flexiblen Anpassungsmechanismus führen die sich verändernden Mikroorganismen die moderne Medizin an die Grenzen des Machbaren. Selbst die Allzweckwaffe Antibiotika beginnt zu versagen.

Nach Jahrzehnten der Erfolgsmeldungen aus der Medizin über besiegte Infektionen und neue Wirkstoffe beginnen die Waffen der Ärzte stumpf zu werden.Die Mikroorganismen entwickeln immer neue Strategien, um sich ihren Gegnern – den Arzneimitteln – anzupassen. Das Ergebnis sind multiresistente Bakterien, die auch gegenüber Antibiotika unempfindlich werden. Was bedeutet diese Entwicklung für die Ärzte und Kliniken? Welche Mittel haben wir noch in diesem ungleichen Kampf? Und gibt es Grund zur Sorge für Patienten, die sich im Krankenhaus doch sicher fühlen möchten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen zum Thema geben Experten des Universitätsklinikums Leipzig in einem Vortrag zur Langen Nacht der Wissenschaften.

Unter dem Titel „Multiresistente Bakterien – Herausforderung für die Klinik“ wird Prof. Dr. Arne Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie am UKL, über die Ursachen der Entstehung antibiotikaresistenter Bakterien und die daraus entstehenden Herausforderungen für die moderne Medizin sprechen. Danach wird Dr. Andreas Knaust, Leiter der Klinikhygiene am UKL, Möglichkeiten vorstellen, der Bedrohung durch multiresistente Bakterien insbesondere im Krankenhaus zu begegnen. Beide Experten stehen im Anschluss für Fragen der Besucher zur Verfügung.

Das UKL ist derzeit besonders gefordert, da es mit dem Auftreten des KPC-Bakteriums zu kämpfen hat. „Diese Mikroorganismen sind leider überall, aber nicht überall werden sie auch gesehen und erkannt“, sagt dazu Prof. Rodloff. „Unser Ziel muss es sein, die Gefährdung frühestmöglich zu sehen und gezielt gegen zu steuern“, so der Mikrobiologe weiter. Letztlich erfordere eine wirksames Vorgehen gegen multiresistente Bakterien ein flächendeckendes Umdenken in der Medizin. Rodloff: „Nur dann haben wir eine echte Chance in diesem ungleichen Kampf“.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.