Recht und Ethik in der medizinischen Forschung

Pressemitteilung vom 30.11.2012
Wer in der Medizin forscht, muss sich auch mit ethischen und rechtlichen Fragen auseinandersetzen. Studien am Menschen, an menschlichem Gewebe oder an Tieren erfordern einen fachübergreifenden Austausch über Rechtsgrundlagen und ethische Grenzen. Einen solchen Diskurs bietet das Symposium "Recht und Ethik in der medizinischen Forschung" am 6. und 7. Dezember 2012 in Halle. Das Symposium wird gemeinsam vom Interdisziplinären Zentrum Medizin-Ethik-Recht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und dem Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig veranstaltet. Es findet seit 2007 aller zwei Jahre abwechselnd in Halle und Leipzig statt.

Referenten beider Universitäten stellen auf dem Symposium aktuelle Forschungsprojekte aus der Medizin vor. Anhand dieser Beispiele sollen die ethischen und rechtlichen Probleme im präklinischen Bereich verdeutlicht und diskutiert werden. Tierschutzrechtliche Bestimmungen sowie die Beschaffung und Verarbeitung von menschlichem Gewebe sind dabei ebenfalls Thema. Am zweiten Tag steht die Forschung am Menschen im Mittelpunkt. Diskutiert wird über ethische Herausforderungen wie der Schutz der Probanden, die Autonomie des Patienten sowie der Patentschutz in der Biomedizin. Die Referenten sind Juristen, Mediziner, Philosophen und Theologen beider Universitäten.

Die Veranstaltung wird durch den Rektor der MLU, Professor Udo Sträter, sowie die beiden Direktoren der Zentren, Professor Hans Lilie (MER) und Professor Frank Emmrich (TRM), eröffnet. Sie findet in der Burse zur Tulpe am Universitätsring 5 in Halle statt.


Das Programm und weitere Informationen zur Veranstaltung und unter:

Symposium Medizin-Ethik-Recht 20121206_07.pdf


Das Interdisziplinäre Zentrum Medizin-Ethik-Recht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
wurde am 18. September 2001 gegründet. Sein Direktorium und der wissenschaftliche Beirat setzen sich aus national und international anerkannten Wissenschaftlern der Fachbereiche Medizin, Recht, Philosophie und Theologie zusammen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll der Diskussion sowie der Erforschung von Problemen auf den Grenzgebieten Medizin, Ethik und Recht dienen, welche aufgrund immer spezifischer werdender Erkenntnisse in der medizinischen Forschung sowie deren Anwendung am Menschen entstehen. Angesprochen werden Themen wie pränatale Diagnostik und Embryonenforschung, Stammzellforschung, Transplantationsmedizin, Sterbehilfe und Sterbebegleitung.

Das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig wurde im Oktober 2006 gegründet und unterstützt junge Wissenschaftler, die in eigenen Forschungsvorhaben neuartige Diagnostik- und Therapieformen der regenerativen Medizin entwickeln und erfolgreich in die klinische Anwendung bringen wollen. Darüber hinaus fördert das Zentrum die Untersuchung gesellschaftswissenschaftlicher Rahmenbedingungen der Biomedizin zur Analyse ethischer und rechtlicher Fragestellungen. Aufgrund seiner konsequenten Ausrichtung auf die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis kommt dem TRM Leipzig eine wichtige Scharnierfunktion zwischen universitärer Forschung und wirtschaftlicher Umsetzung zu. Die Arbeit des Zentrums wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Freistaat Sachsen gefördert.