Dissertationspreis für Leipziger Doktoranden

Pressemitteilung vom 19.11.2012
Für seine wissenschaftliche Arbeit zur bildlichen Darstellung des Blutflusses in den Herzkranzgefäßen hat der Leipziger Medizindoktorand Stephan Stöbe den Dissertationspreis 2012 auf dem diesjährigen Echokardiographie-Kongress erhalten. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen auf dem Fachgebiet.
Bild vergrößern Prof. Hagendorff (links) und sein Doktorand Stephan Stöbe (Foto: Stephan Straube)  

In seiner Arbeit "Multidimensionale Bildgebung des koronaren Blutflusses - ein neuer methodischer Ansatz zur nicht-invasiven Bildgebung der Koronararterien" hat Stephan Ströbe eine neue, bildliche Darstellungsform von Herzkranzgefäßen entwickelt. Sein Fachbetreuer, Prof. Andreas Hagendorff von der Abteilung für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Leipzig, bewertet die Entwicklung als "Innovation in der zukünftigen Diagnostik der koronaren Herzerkrankung, weil die Anteile der Koronararterien über die farbliche Darstellung des Flusses im bewegten Bild direkt im Echtzeit-Verfahren abgebildet werden können und zusätzlich der Blutfluss in diesen Bereichen der Herzkranzarterien bestimmt werden kann.

Am Start waren außerdem hochkarätige Arbeiten aus Aachen und München. Das Preisgremium entschied sich aufgrund der aktuellen klinischen und potentiell gesundheitspolitischen Relevanz für den Leipziger Wettbewerbsbeitrag. Im Votum heißt es: "In der Diagnostik der Herzkranzgefäßerkrankung spielt derzeit die invasive Katheterdiagnostik noch immer die zentrale Rolle. Obwohl die Messungen des Koronarflusses schon seit fast 20 Jahren in der Echokardiographie bekannt sind und auf diese Weise eine gewebeschonende Diagnostik möglich ist, wird sie in der Klinik so gut wie nicht angewandt. Stephan Stöbe eröffnet mit seiner multidimensionalen Methode einen neuen Weg, der eine erhebliche gesundheitspolitische Dimension haben könnte, weil dadurch viele unnötige invasive Koronarangiographien vermeidbar werden." Nach der Einschätzung der Fachleute sollte das echokardiographische Verfahren gegenüber der Computertomographie den Vorzug erhalten, weil es mit keinerlei Strahlenbelastung und ohne Kontrastmittel angewendet werden kann. "Die Arbeit hat das Potential", so die Kongressgutachter, "einen gesundheitspolitischen Wandel in dem Bereich der Medizin einzuleiten, der sich mit dem Blutkreislauf befasst - hin zu einer ungefährlichen, funktionellen Bildgebung. Außerdem könnte dies der Beginn sein, dass Deutschland weltweit nicht mehr Platz 1 der unnötigen Herzkatheteruntersuchungen belegt."