Trauer gemeinsam bewältigen: Palliativstation des UKL begeht Tag der Erinnerung

Pressemitteilung vom 19.06.2012
Leipzig. Verliert ein Patient seinen Kampf gegen die Krankheit, bleiben die Angehörigen in Trauer zurück. Vor ihnen liegt die schwierige Zeit der Trauerarbeit. Die Angehörigen dabei zu unterstützen, ist Anliegen des Tages der Erinnerung der UKL-Palliativstation am 22. Juni 2012.
Bild vergrößern Die Magnolienblüte ist das visuelle und inhaltliche Leitbild der UKL-Palliativstation. Sie symbolisiert Menschenwürde. (Foto: metronom)  

Trauer ist wichtig, um den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Das Gefühl, nicht allein in einer solchen herausfordernden Lebenssituation zu sein, ist dabei für viele Angehörige sehr hilfreich. Die UKL-Palliativstation lädt deshalb Angehörige und Freunde verstorbener Patienten herzlich ein zum Tag der Erinnerung, um in musikalisch-besinnlichem Rahmen gemeinsam zu trauern und den Verstorbenen mit einer Kerze zu gedenken.

„Unser Angebot zum Austausch wird sehr gut angenommen. Es gibt viele, die jedes Jahr wiederkommen, “ freut sich Dr. Dörte Schotte, Oberärztin der UKL-Palliativstation über die positive Resonanz. Über 70 Besucher kommen zu den Veranstaltungen. „Angehörige haben so die Möglichkeit, sich auf einer anderen Ebene, abseits der Familienstruktur und des Friedhofs zu erinnern, “ erklärt Schwester Brigitte Ohm, die den Tag der Erinnerung zwei Mal im Jahr liebevoll organisiert.

Trauerarbeit ist auf der Palliativstation des Universitätsklinikums Leipzig ein zentrales Thema. Dort werden Patienten mit einer nicht heilbaren oder weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung betreut. Verstirbt ein Patient, haben die meisten Angehörigen nicht nur die Trauerarbeit vor, sondern bereits eine schwere Zeit hinter sich. Der Tag der Erinnerung ist deshalb auch und vor allem für die Angehörigen gedacht. „In der Zeit der Erkrankung steht der Patient im Mittelpunkt. Auf die Angehörigen wird kaum Augenmerk gerichtet, dabei leisten sie Enormes. Mit dem Tag der Erinnerung wollen wir diese Leistung wertschätzen,“ so Dr. Dörte Schotte.

Trauerarbeit leisten jedoch nicht nur die Angehörigen, sondern auch das Personal der Palliativstation. Durch die dortige Bezugspflege entsteht meist ein sehr intensiver Kontakt zu den Patienten und ihren Angehörigen. „Bei jedem verstorbenen Patienten trauern wir immer ein Stück mit. Der Tag der Erinnerung ist deshalb auch für uns ganz wichtig“, erklärt Schwester Brigitte Ohm.

Sich um den Patienten zu kümmern und ihn in seiner Ganzheitlichkeit zu begreifen, darin liegt der Ansatz palliativer Versorgung. Sie strebt die Besserung körperlicher Krankheitsbeschwerden ebenso wie psychischer, sozialer und spiritueller Probleme an. „Das Hauptziel der Palliativmedizin ist Symptomkomtrolle“, so Stationsleiterin Dr. Dörte Schotte. Um den Patienten eine ganzheitliche und individuell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Behandlung zu ermöglichen, arbeiten Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Psychologen, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten, Trauerbegleiter, Seelsorger und ehrenamtliche Helfer eng zusammen in einem multiprofessionellen Team.

Etwa die Hälfte der Patienten kann von der Palliativstation wieder nach Hause entlassen werden. Dr. Dörte Schotte: „Die Palliativstation ist keine Sterbestation. Es gibt viele die froh sind, dass sie hierhergekommen sind."

Tag der Erinnerung - Ein Angebot für Angehörige und Freunde verstorbener Patienten

Zeit: am 22. Juni 2012, von 16 bis 18 Uhr

Ort: Palliativstation Universitätsklinikum Leipzig Semmelweisstraße 14

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.