Zeitzeugentreffen - Goldene Promotionsfeier bei Medizinern

Pressemitteilung vom 25.09.2012
Rund 145 Alumni des Jahrgangs 1962 erhalten bei einer Feierstunde am 25. September 2012 Urkunden zur Erinnerung an ihre Promotion an der Medizinischen Fakultät vor 50 Jahren. Die heute weit über 70-Jährigen kommen aus allen Bundesländern nach Leipzig.
Zeit 25. September 2012, 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Ort Hörsaal Operatives Zentrum
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Bild vergrößern Rund 145 Alumni des Promotionsjahrgangs 1962 sind dem Ruf nach Leipzig gefolgt.  

Indem die Goldene Promotion gefeiert wird, greift die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig eine alte Tradition auf. Ursprünglich wurden Absolventenjubiläen seit dem 18. Jahrhundert gewürdigt, die DDR hatte dies abgeschafft. Eine Feier in der diesjährigen Größe hat es somit seit 1968 nicht gegeben. Studienbeginn für die heutigen Jubilare war Mitte der 50er Jahre. Damals haben rund 600 Humanmediziner und 60 Zahnmediziner ihr Studium begonnen, aber nicht alle wurden 1962 promoviert, viele später. Manche haben sich als Ärzte niedergelassen, andere sind an Kliniken, Instituten oder Universitäten untergekommen. Neun von ihnen sind Ordinarien geworden.

Schwierig war es, die über ganz Deutschland von Rostock bis München verteilten Kollegen überhaupt ausfindig zu machen, berichten die Leipziger Initiatoren Dr. Klaus Kühndel und Prof. Jörg Skrzypczak. Letzterer hat während seiner Zugehörigkeit zur universitären Neurochirurgie von 1964 bis 2000 wesentliche Entwicklungen in Leipzig miterlebt. Sein Lebensweg ist eng verbunden mit Prof. Georg Merrem (gestorben 1971), einem Wegbereiter der Neurochirurgie in der DDR. War die Neurochirurgie in Leipzig zunächst eine Unterabteilung der Nervenklinik, wurde sie mit dem Umzug in die Johannisallee Anfang der 50er Jahre eine eigenständige Universitätsklinik und blieb über viele Jahre auch die einzige in Ostdeutschland. "Wir brauchten keinen Vergleich mit westdeutschen Institutionen scheuen", erinnert sich Skrzypczak. "Wir hatten alles an technischer Ausrüstung und OP-Ausstattung. Und wenn wirklich etwas fehlte, wurde es aus der Regierungsapotheke in Berlin geholt. Auch personalmäßig waren wir mit einem 70 bis 80 Leute starken, fest angestellten Mitarbeiterstamm gut ausgestattet und haben kollegial besonders zusammengehalten."

Quelle für Geschichte(n)

Für Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Verletzungen gab es im Umfeld von Leipzig keine Anlaufstelle, deshalb haben er und seine Kollegen eine mobile Operationseinheit in 24-Stunden-Rufbereitschaft für den gesamten Bezirk Leipzig abgedeckt, der von Altenburg bis Oschatz und Delitzsch-Torgau bis Schmölln und Borna reichte, einschließlich aller Leipziger Stadtkrankenhäuser, alles im privaten PKW. "Aus heutiger Sicht sind unsere damaligen ambulanten Möglichkeiten "Steinzeit". Jede Zeit hat ihren Fortschritt und bringt Verbesserungen mit sich. So war für uns die Operationsmikroskopie ein Riesenfortschritt", blickt Skrzypczak zurück. Nach der Wende hat er noch 10 Jahre lang die Poliklinik geleitet und sein Wissen an junge Assistenten weitergegeben. Fast zeitgleich mit dem Umzug der Neurochirurgie ins Bettenhaus schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Berufsleben aus, erstellt jedoch noch heute Gutachten für Gerichte und die Schlichtungsstelle der Ärztekammer. "Auch wenn Nostalgie vieles in goldenem Licht erscheinen lässt, Tatsache ist, dass wir hervorragend ausgebildet wurden und unsere Ausbilder uns fürs Leben geprägt haben. Wir sind der Universität in Dankbarkeit verbunden und wollen bei der Promotionsfeier alte Kollegen wieder sehen. Da kommen Lebensgeschichten zusammen!"
Der Dekan der Medizinischen Fakultät wird Urkunden an die Jubilare vergeben.

Pressevertreter sind herzlich eingeladen, mit den Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.