Zentrale Notaufnahme am UKL führt Anmelde- und Übergabekonzept ein

Pressemitteilung vom 11.06.2012
Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig hat in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) ein neues Anmelde- und Übergabekonzept für Notfallpatienten des Rettungs- und Notarztdienstes eingeführt. Notärztlich versorgte und dem Uniklinikum zugewiesene Patienten werden künftig vor ihrem Eintreffen in der ZNA telefonisch angemeldet. „Wir wollen so die Versorgung von Notfallpatienten an der Nahtstelle zwischen Rettungs- und Notarztdienst und dem Universitätsklinikum optimieren“, sagt Professor André Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am UKL.
Bild vergrößern Mit dem neuen Anmelde- und Übergabekonzept wird die Versorgung von Notfallpatienten an der Nahtstelle zwischen Rettungs- und Notarztdienst und UKL optimiert. (Foto: Stefan Straube / UKL)  

Gemeinsam mit der Branddirektion Leipzig, dem kommissarischen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst der Stadt Leipzig und Vertretern der Notarztstandorte wurde ein Konzept entwickelt, das es so bislang in Leipzig noch nicht gibt. Telefonisch werden die Patienten beim Koordinator der Notaufnahme angemeldet und wesentliche Daten bereits vor dem Eintreffen übermittelt. Dazu gehören der Zustand des Patienten, die wichtigsten Symptome und insbesondere der Ankunftszeitpunkt in der ZNA.

Dadurch können bereits vor Eintreffen des Patienten notwendige diagnostische und therapeutische Maßnahmen wie Herzkatheter-Untersuchungen oder eine Untersuchung im Computertomografen vorbereitet werden. Die Zeit bis zum Behandlungsbeginn wird verkürzt.

„Das ist vergleichbar mit dem Vorgehen auf Flughäfen: Dort werden die landenden Flugzeuge ebenfalls ‚angemeldet’, was eine Voraussetzung dafür ist, dass bei der Abfertigung des Fliegers und der Passagiere alles reibungslos funktioniert“, so Gries.

In der Notaufnahme wird der Patient vom Notarztteam an Ärzte und Pflegepersonal der Notaufnahme übergeben, entweder an einem speziell eingerichteten Übergabe- oder direkt am Behandlungsplatz. Das habe auch Vorteile für den Rettungsdienst, erläutert Professor Gries: „Die Teams stehen schneller wieder für Einsätze zur Verfügung.“

Für eine bestimmte Patientengruppe existiert das Verfahren der vorherigen telefonischen Anmeldung schon länger: „Patienten mit einem Polytrauma, also lebensbedrohlichen Verletzungen, werden über ein spezielles Trauma-Handy direkt beim ‚Traumaleader’ angemeldet. Das wird auch in Zukunft so bleiben“, so der Ärztliche Leiter der Notaufnahme am UKL.

Das neu entwickelte Anmelde- und Übergabekonzept ist zunächst beschränkt auf die Patienten, die vom Notarzt versorgt bzw. in das Universitätsklinikum eingewiesen werden. Doch auch vom Rettungsdienst wird es bereits zum Teil genutzt. „Es steht natürlich jedem frei, bei uns anzurufen und Patienten bereits im Vorfeld anzumelden“, sagt Professor Gries.

Bis zu 130 Patienten werden täglich in der ZNA der Uniklinik behandelt, die meisten davon werden in den Mittagsstunden und am Nachmittag neu aufgenommen. Etwa die Hälfte kommt mit dem Rettungs- bzw. Notarztdienst in die Liebigstraße.

Seit Anfang Mai wird in der ZNA mit dem neuen Übergabekonzept gearbeitet. Die ersten Erfahrungen sind positiv, sagt Professor Gries: „Die Arbeit läuft damit deutlich strukturierter, denn die Kollegen wissen nun schon vorher, auf welche Patienten sie sich einstellen müssen.“ Im Juni soll es ein erneutes Treffen mit Vertretern aller beteiligten Gruppen geben, um die ersten Eindrücke zu diskutieren und das Konzept weiterzuentwickeln.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.