Von Männergesundheit bis Wunschmedizin

Pressemitteilung vom 14.03.2012
Die Leipziger Universität ist auch in diesem Jahr mit ihrer "Buchmesse-Akademie" vom 14. bis 18. März auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Neben Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen laden aktuelle Publikationen zur wissenschaftlichen Horizonterweiterung ein. Zwei Beispiele aus der Medizin:

Handbuch Männergesundheit - Männer sind anders

Traditionell beschäftigt sich die Andrologie mit Fragen der Fruchtbarkeit, Erektionsstörungen, Wechseljahrbeschwerden und Verhütungsmaßnahmen. Männermedizin ist jedoch mehr als Andrologie. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Gender-Aspekten zeigen deutliche Problemfelder und Gesundheitsnachteile bei Männern auf. Dazu gehören Tabuthemen wie psychische Störungen, Verzögerung von Arztbesuchen und ein gestörtes Selbstbild in Bezug auf Gesundheit und Alter. Auf der anderen Seite steigen die Rollenanforderungen wie auch die individuellen, ästhetischen Gesundheitsansprüche der Männer.
Das "Handbuch Männergesundheit" vermittelt fachübergreifende Beratung und Therapiekonzepte für alle Aspekte, auch für "moderne" Probleme wie Burn-out, Dorian-Gray-Syndrom oder Männerkosmetik. Dementsprechend breit gefächert haben die Herausgeber Prof. Wolfgang Harth (Berlin), Prof. Elmar Brähler (Leipzig) und Prof. Hans-Christian Schuppe (Gießen) Spezialisten aus allen Bereich zusammengebracht.
Erschienen in der Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 69,95 Euro.

Die Selbstverbesserung des Menschen

Dieser Sammelband beschäftigt sich mit der Wunschmedizin und Selbstverbesserung aus medizinpsychologischer Perspektive. Ist der getunte Mensch der neue Prototyp? Erstmals wird Selbstoptimierung aus klinisch-praktischer Perspektive betrachtet. Gehirndoping, Körperoptimierung und Seelentuning sind nur einige Schlagwörter, die für den Trend zur Selbstverbesserung ("Enhancement") des modernen Menschen stehen. So ist die Einnahme leistungssteigernder oder den Alterungsprozess aufhaltender Mittel für viele Menschen bereits zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Nicht selten werden schon im Schulalter Amphetamine zur Steigerung der Konzentration eingenommen. Im Erwachsenenalter steht das körperliche Tuning, im höheren Alter die Stimulation der Gehirnaktivität im Vordergrund. Die kontinuierliche Verbesserung des eigenen Selbst bzw. Körpers ist zum neuen moralischen Imperativ postmoderner Gesellschaften geworden. Die Beiträge des vorliegenden Bandes, herausgegeben von der Magdeburger Psychoanalytikerin Prof. Ada Borkenhagen und dem Leipziger Professor für Psychische Gesundheit, Elmar Brähler, greifen die Fragen nach den Chancen und Risiken dieser Entwicklung auf und beleuchten sie praxisnah aus der Perspektive der Nutzer und Anbieter. Das Spannungsfeld zwischen einer "naturbelassenen" und einer sich scheinbar grenzenlos selbstgestaltenden Persönlichkeit wird ausgelotet. "Die Selbstverbesserung" ist im Psychosozialverlag Gießen erschienen und kostet 24,90 Euro.