Erfolgreiche Zwischenbilanz bei LIFE

Pressemitteilung vom 16.02.2012
Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) wurde nach zweieinhalb Jahren Laufzeit einer regulären, wissenschaftlichen Begutachtung im Auftrag und Beisein des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst unterzogen. Die Einschätzung ist durchweg positiv ausgefallen: Ein innovatives Projekt, das Leipzig als Wissenschaftsstandort festigt.
Bild vergrößern Im Bodyscanner werden Kinder wie Erwachsene "abgetastet". Fotoquelle: Waltraud Grubitzsch  

Im Einzelnen sind die wissenschaftlichen Gutachter zu folgenden Einschätzungen gelangt: Das LIFE-Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ist seit 2009 gut angelaufen. Es handelt sich um ein hochinnovatives Projekt zur Erforschung von Zivilisationserkrankungen, das bereits jetzt teils international sichtbar ist und in erheblicher Weise zur Standortsicherung von Leipzig als Wissenschaftszentrum im Bereich der Life Science beitragen wird. Das Projekt wird als vorbildlich organisiert und als im Verbund mit der Universitätsmedizin und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgezeichnet vernetzt eingeschätzt. Abschließend empfehlen die Gutachter dem Land Sachsen deshalb, das Projekt in adäquater Weise weiter über 2013 hinaus zu fördern.

Wenn, wie geplant, tatsächlich eine deutschlandweite Untersuchungsgruppe (Nationale Kohorte) zu Zivilisationserkrankungen mit geplanten 200.000 Teilnehmern eingerichtet wird (beantragtes Vorhaben vom BMBF und Helmholtz-Gemeinschaft), dann sehen die Gutachter die Einbindung der LIFE-Struktur und Leipzig darin als Rekrutierungsort gesetzt, was wiederum mehrere Millionen Euro Fördergelder mit sich bringen würde.

Details zum Projekt
Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen ist ein Großforschungsprojekt sowie Wissenschaftsnetzwerk der Universität Leipzig und ist den Ursachen wichtiger Volkskrankheiten auf der Spur. Im Zentrum des Interesses stehen Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt, Diabetes mellitus und Adipositas, Depression, Demenz, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Kopf- und Halstumore sowie Allergien und Stoffwechselstörungen.

Eingebunden sind Ärzte und Wissenschaftler der Universität Leipzig, der Medizinischen Fakultät, des Universitätsklinikums und Herzzentrums, des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Im LIFE-Forschungszentrum waren zum 31.01.2012 insgesamt 135 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 35 Wissenschaftler und 32 wissenschaftliche Mitarbeiter in Qualifikationsstellen.

Seit Herbst 2009 wurden bei LIFE etwa 5 Mill. Euro in Analysentechnik wie 3D Bodyscanner, hochsensitive Massenspektrometer, Durchflusszytometer für Zellanalysen sowie Systeme für die Genomanalytik investiert. Die ebenfalls neu geschaffene Biobank garantiert optimale Lagerbedingungen für das Probenmaterial. Bislang konnten rund 1.200 Erwachsene und 800 Kinder in die Studie eingeschlossen werden.

Seit dem Start des Zentrums im Herbst 2009 konnten bis heute 65 Publikationen aus dem LIFE-Programm in guten bis sehr guten Journalen veröffentlicht werden. Es sind erste erfolgreiche Drittmitteleinwerbungen mit Unterstützung der LIFE-Infrastruktur erfolgt (DFG, BMBF, EU), weitere Projekte sollen noch in diesem Jahr beantragt werden.

Finanziert wird LIFE bis 2014 mit insgesamt 40 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen. Es ist der größte von insgesamt fünf Forschungskomplexen der sächsischen Landesexzellenzinitiative und der einzige in Leipzig.
Das Universitätsklinikum Leipzig saniert aktuelle das sogenannte "Rote Haus" mit mehreren Millionen Euro, damit das LIFE-Forschungszentrum ab Mai 2012 für die Studienambulanzen und für die Wissenschaftler ideale Bedingungen vorfinden wird. Aus Mitteln des Konjunkturprogramms konnten mit Hilfe der Medizinischen Fakultät und des Freistaats Sachsen bereits spezielle Räume für Laboratorien, IT und die Biobank geschaffen werden. Das LIFE-Programm hat in der Leipziger Bevölkerung eine positive Resonanz gefunden, was sich in einer erfreulich hohen Teilnahmebereitschaft zeigt.