Lungenhochdruck-Forschungspreis

Pressemitteilung vom 20.04.2012
Leipzig. Die gemeinnützige René Baumgart-Stiftung hat ihren diesjährigen Forschungspreis im klinischen Bereich an PD Dr. Hans-Jürgen Seyfarth vom Universitätsklinikum Leipzig verliehen. Der mit 2.500 Euro dotierte Forschungspreis, der für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck) ausgeschrieben ist, wurde in Nürnberg überreicht.
Bild vergrößern PD Dr. Hans-Jürgen Seyfarth, Pneumologe am UKL, erhält den Forschungspreis der René Baumgart-Stiftung für seine Arbeiten zu Lungenhochdruck. Foto: Universitätsmedizin Leipzig  

PD Dr. Hans-Jürgen Seyfarth ist Oberarzt in der Abteilung Pneumologie. Der Preis würdigt seine Pilotstudie, in der ein Medikament, das eigentlich zur Immunsuppression nach Transplantation verwendet wird, erstmals erfolgreich in der Behandlung von Lungenhochdruck-Patienten eingesetzt wurde (Originaltitel „Everolimus in patients with severe pulmonary hypertension, a safety and efficacy pilot trial"). Bei den Patienten, die die Therapiephase vollständig absolvierten, haben sich der pulmonale Blutfluss und auch die körperliche Belastbarkeit verbessert. Deshalb wird empfohlen, diesem Therapieansatz in einer größeren Studie nachzugehen. Der Preis ist Ansporn für weitere wissenschaftliche Anstrengungen im Zentrum für pulmonale Hypertonie der Universität Leipzig.

Lungenhochdruck ist eine seltene, schwerwiegende Erkrankung, die durch eine starke Verengung der Lungengefäße gekennzeichnet ist. Die Betroffenen leiden bereits bei geringster Belastung oder sogar im Ruhezustand unter Atemnot oder Brustschmerzen und klagen allgemein über schnelle Ermüdung. Die richtige Diagnose wird zumeist erst gestellt, wenn es durch die fortschreitende Druck- und Volumenbelastung des rechten Herzens zu dessen chronischem Versagen kommt. Das Krankheitsbild tritt isoliert oder als Begleiterkrankung verschiedener Herz- und Lungenerkrankungen auf und ist bislang noch nicht heilbar.

Die von einem Selbsthilfeverein gegründete René Baumgart-Stiftung lobt seit 2004 jährlich einen Forschungspreis aus. Sie fördert die klinische Forschung zur Pulmonalen Hypertonie bei Kindern und Erwachsenen. Ziel ist es, durch Ursachenforschung neue Erkenntnisse und langfristig neue Therapiemöglichkeiten zu finden. Der Namensgeber der Stiftung, René Baumgart, verstarb im Alter von 23 Jahren an der Krankheit.

Diana Smikalla

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.