Organspender muss nicht einmal die gleiche Blutgruppe haben

Pressemitteilung vom 08.11.2011
Patientenveranstaltung zu Nierentransplantationen
Zeit 12. November 2011, 09:00 Uhr
Ort Hotel „The Westin“, Gerberstr. 15, 04105 Leipzig

Das Thema Nachsorge und Lebensqualität nach Nierentransplantationen steht im Mittelpunkt einer Patientenveranstaltung am Samstag, den 12. November 2011, zu der die Kliniken und Polikliniken für Endokrinologie und Nephrologie sowie für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig einladen. Als Gäste werden sowohl bereits Transplantierte erwartet als auch Patienten, die unmittelbar vor einer Transplantation stehen. Neben Informationen zur Lebensqualität aus der Sicht der Organspender, Ernährung nach einer Nierentransplantation und Risiken von Post-Transplantations-Diabetes werden mit medizinischen Fachvorträgen und Erlebnisberichten ganz praktische Hilfestellungen gegeben.

Eine Transplantation ist für viele schwer Nierenkranke die letzte Chance. Allerdings ist diese Chance nicht hoch: Gegenwärtig warten 8000 Dialysepatienten auf eine Spenderniere. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 2937 Patienten transplantiert. „Die Wartezeit auf eine Niere beträgt gegenwärtig sechs bis acht Jahre", so Prof. Dr. Tom Lindner, Leiter der Sektion Nephrologie der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Umso wichtiger ist es, dass wir in Leipzig auch blutgruppenunverträgliche Lebendnierentransplantationen durchführen können. Damit ist es möglich, den Anteil der Lebendspenden um weitere 15 bis 20 Prozent zu steigern."

Durch eine blutgruppenunverträgliche Lebendnierentransplantationen erhalten Verwandte, die nicht die gleiche Blutgruppe wie der Patient haben, die Möglichkeit, eine Niere zu spenden. Zwar ist diese Form der Transplantation wesentlich umfassender und herausfordernder, sie birgt aber nur wenige Mehrbelastungen für den Spender. Die zusätzlich nötige Immunadsorbtion erfolgt wie eine Blutwäsche. Und in den ersten Wochen nach der Transplantation muss genau geprüft werden, ob problematische Antikörper entfernt werden müssen, erläutert Prof. Lindner.

Die erste längerfristig erfolgreiche Lebendnierentransplantation fand 1954 statt; dabei mussten Spender und Empfänger noch Zwillinge sein. Erst in den 60er Jahren gelang es per Immunsuppression die Abstoßungsreaktionen soweit in den Griff zu bekommen, dass auch eine Transplantation unter genetisch nicht identischen Personen möglich wurde. Heute ist Japan mit über 400 inkompatiblen Nierentransplantationen weltweit Vorreiter.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.