Universitätsklinikum Leipzig nimmt das neu erbaute Operative Zentrum in Betrieb

Pressemitteilung vom 14.07.2003
95 Mio. Euro teurer Klinikneubau wurde am Montag dem Nutzer übergeben - Inbetriebnahme erfolgt in dieser Woche - Bedingungen für Krankenversorgung, Forschung und Lehre sind ideal

Leipzig - Am Montag wurde der Neubau des Operativen Zentrums in der Liebigstraße 20 vom Bauherren, dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement an den Nutzer, das Universitätsklinikum Leipzig AöR übergeben. Der 95 Mio. Euro teure Neubau, der in nur 3 Jahren Bauzeit entstand, verbessert die Bedingungen für die Krankenversorgung, die Forschung und die Lehre am Uniklinikum Leipzig ganz wesentlich.


''Der Neubau ist mehr als nur ein neuer Baukörper,'' erläutert Prof. Dr. Norbert Krüger, Medizinischer Vorstand des Klinikums. ''Er ist vielmehr der erste entscheidende Baustein für die Realisierung unserer Entwicklungsstrategie für das Universitätsklinikum Leipzig. Im Operativen Zentrum wurde so gebaut, dass wir Abläufe bei der Versorgung unserer Patienten anders gestalten können und die Interdisziplinarität der Versorgung auch räumlich abbilden.'' Konkret bedeute das, dass z. B. die Intensivstation, die Ambulanzen, die 12 OP-Säle und auch die diagnostischen Einrichtungen interdisziplinär genutzt würden. Auch Ver- und Entsorgungsprozesse seien im Operativen Zentrum völlig neu definiert worden, so Krüger. Laborproben gelangen über eine Rohrpostanlage in das Zentrallabor, die Versorgung der Stationen mit Speisen und Wäsche sowie die Entsorgung werden über ein fahrerloses Transportsystem geregelt. Die Zentralsterilisation, die vom Neubau aus ab sofort das gesamte Klinikum versorgt, ist über zwei Fahrstühle direkt mit dem OP-Trakt verbunden. Die Belieferung des gesamten, rund 20.000 qm großen Gebäudes, erfolgt über einen unterirdisch gelegenen Wirtschaftshof. Alle diese Einrichtungen sind übrigens so ausgelegt, dass die geplanten Neubauten für das Kinderzentrum (wird am Standort der alten Chirurgie gebaut) und das Konservative Zentrum (Richtung Nürnberger Straße) problemlos angeschlossen werden können. Mit Fertigstellung dieser zwei Neubauten im Jahr 2007 bzw. 2008 wird an der Liebigstraße ein 55.000 Quadratmeter großer Klinikumskomplex stehen, der fast alle Kliniken des Universitätsklinikums Leipzig beherbergen wird.


''Das gesamte Operative Zentrum ist so gebaut, dass es nicht nur modernsten medizinischen Anforderungen genügt, sondern auch sehr wirtschaftlich betrieben werden kann,'' fasst Prof. Krüger die Vorteile des Neubaus zusammen. ''Für die Patienten ergeben sich daraus erhebliche Verbesserungen. Sie sind in modernen, freundlichen Ein- und Zweibettzimmern untergebracht und haben neben dem hervorragenden Know-how unserer Ärzte, Schwestern und Pfleger auch die derzeit modernste Technik für ihre Behandlung zur Verfügung. Die Ambulanzen sind über die Ambulanz-Passage im Erdgeschoss alle sehr leicht zu erreichen.''


Insgesamt sechs Kliniken nehmen das Operative Zentrum ab Dienstag in Besitz:


- die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie (Prof. Derk Olthoff),

- die Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und Plastische Chirurgie (Prof. Christoph Josten),

- die Klinik und Poliklinik für Visceral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Prof. Johann Hauss),

- die Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Prof. Jürgen Meixensberger),

- die Klinik und Poliklinik für Urologie (Prof. Wolfgang Dorschner) und

- die Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie (Prof. Thomas Kahn).


Außerdem zieht die Zentrale Notfallaufnahme für internistische und chirurgische Notfälle aus der Philipp-Rosenthal-Straße in den Neubau um. Die Zufahrt zur neuen Notaufnahme, die am 18. Juli 2003, 12:00 Uhr ihren Betrieb aufnimmt, erfolgt vom Bayerischen Bahnhof her über die Paul-List-Straße und von der Johannisallee aus über die Philipp-Rosenthal-Straße. In der Notaufnahme wird das Konzept der Vernetzung verschiedener Disziplinen und der kurzen Wege besonders deutlich: Zwei Schockräume, der Notfall-OP, zahlreiche Untersuchungszimmer, die Aufnahme für Notfallpatienten und eine Tagesklinik liegen unmittelbar beieinander. Der Hubschrauberlandeplatz ist mit einem eigenen Fahrstuhl unmittelbar mit der Notaufnahme verbunden. Direkt neben der Notaufnahme ist die Radiologie. Und sollten die OP-Kapazitäten in der Notaufnahme nicht ausreichen, liegt der OP-Trakt mit 12 Sälen im Geschoss darüber.


Mit Inbetriebnahme des Operativen Zentrums werden auch einige neue Technologien eingeführt. Die Klinik für Diagnostische Radiologie stellt künftig nur noch digitale Bilder für das gesamte Klinikum her. Die Bilder stehen über ein so genanntes Magic Web jederzeit und an jedem Ort zur Verfügung. Der vom Diagnosearzt erstellte Befund wird gleich mitgeliefert.

Die OP-Säle werden von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb genutzt. Ein spezielles OP-Management koordiniert alle damit zusammenhängenden Aufgaben. Neu ist auch eine eigene Aufwachstation. Diese ist auf Grund der höheren OP-Kapazität erforderlich.



Die Zentralsterilisation verfügt neben 4 großen Dampfsterilisatoren auch über einen Plasmasterilisator, der speziell für temperaturempfindliches Material entwickelt wurde und bei 45 bis 50 Grad Celsius arbeitet.


Die Mitarbeiter erhalten ihre Wäsche mittels eines elektronischen Chips, einem so genannten Transponder, an einem Wäscheautomaten im zentralen Umkleidebereich.


Der Umzug der Patienten und rund 700 Mitarbeiter der Kliniken beginnt am Dienstag und soll am Freitag abgeschlossen sein. Ab 21. Juli soll das Operative Zentrum voll in Betrieb gehen. Während des Umzuges ist die Zentrale Notfallaufnahme geschlossen (vom 15.7.2003, 0:00 Uhr bis 18.7.2003, 12:00 Uhr). Notfallpatienten werden gebeten, in dieser Zeit andere Krankenhäuser aufzusuchen. Die Rettungsleitstellen sind informiert.


Im 4. Stock des Neubaus befinden sich auch moderne Forschungseinrichtungen für Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Auch für diese verbessern sich die Arbeitsbedingungen erheblich. Das liegt nicht nur an den modernen Räumlichkeiten, sondern vor allem daran, dass die Arbeitsräume in unmittelbarer Nähe zu den Patientenzimmern liegen.


Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich ein Hörsaal mit 350 Plätzen. Der Hörsaal ist klimatisiert und verfügt über eine exzellente technische Ausstattung. So können z. B. Bild- und Tonübertragungen aus den OP-Sälen erfolgen, wodurch die Studenten unmittelbarer als bisher einbezogen werden können.


Das Universitätsklinikum Leipzig ist sich sicher, mit dem neuen Komplex den gestiegenen Anforderungen der Bevölkerung an die Versorgungsqualität und den Versorgungskomfort voll gerecht werden zu können.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.