Erstes zertifiziertes Leipziger Kontinenzzentrum am Universitätsklinikum Leipzig lädt zum Tag der offenen Tür ein

Pressemitteilung vom 24.06.2011
Das Kontinenzzentrum des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) wurde als erste Einrichtung dieser Art in Leipzig im Februar 2011 von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft erfolgreich zertifiziert. Im Kontinenzzentrum werden funktionelle Erkrankungen des Beckenbodens fächerübergreifend untersucht und behandelt. Mit einem Tag der offenen Tür des Kontinenzzentrums und Kinderkontinenzzentrums wird sich das Zentrum am Samstag, 25. Juni, wiederholt Betroffenen, Angehörigen und Interessierten anlässlich der weltweiten Kontinenzwoche vorstellen.
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Von 10 bis 13 Uhr öffnen Ärzte, Uro-, Physiotherapeuten und weitere Mitarbeiter die Türen des Kontinenzzentrums im Universitätsklinikum Leipzig und stehen mit Rundgängen, Vorträgen und Gesprächen allen Interessierten zur Verfügung.

Dr. Thilo Schwalenberg, Leiter des Kontinenzzentrums, klärt in seinem Vortrag über die männliche Harninkontinenz und neurogene Blasenstörungen auf. Die diagnostischen Möglichkeiten und deren Bedeutung bei analen Blutungen erklärt der Viszeralchirurg PD Dr. Arne Dietrich. Dr. Jürgen Feisthammel, Gastroenterologe, informiert über die Spiegelung des Enddarms. Dr. Gero Teichmann, Gynäkologie, spricht über die weibliche Harninkontinenz und Senkungserkrankungen.

Über die vielfältigen Möglichkeiten und die hervorragende Ausstattung zur Untersuchung und Therapie der Harn- und Stuhlinkontinenz im Kindesalter berichten der Kinderchirurg PD Dr. Ulf Bühligen und sein Team im Kinderkontinenzzentrum.

Die beiden Veranstaltungsorte sowie die Uhrzeiten für die verschiedenen Vorträge werden im Klinikum ausgeschildert. Der Eintritt ist frei.

Die Zertifizierung durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft als erste Einrichtung in Leipzig sehen die Verantwortlichen des Kontinenzzentrums als großen Erfolg. „Wir haben die Kriterien der Gesellschaft erfüllt und sehen damit unser Konzept bestätigt. Gleichzeitig ist die Zertifizierung auch ein Qualitätsmerkmal und eine besondere Verpflichtung gegenüber unseren Patienten“, sagt Dr. Thilo Schwalenberg, Leiter des Kontinenzzentrums.

Die gemeinsame disziplinenübergreifende Therapie von Erkrankungen des Beckens war eine Voraussetzung für die Zertifizierung. „Das Ziel ist es, insbesondere komplexe Beckenerkrankungen auf kurzem Weg besprechen und behandeln zu können“, so Dr. Schwalenberg, der den Anstoß zum Kontinenzzentrum am Klinikum gegeben hat. Zu den Grunddisziplinen des Zentrums gehören die Urologie, Gynäkologie und Proktologie sowie die Kindermedizin und Physiotherapie. Seit Ende August 2010 haben sich die Aktivitäten verstärkt, eine Zertifizierung des Kontinenzzentrums zu erreichen. Mit diesem Anspruch arbeiten verschiedene Einrichtungen des Leipziger Universitätsklinikums und die Medica-Klinik für eine optimale Versorgung der Patienten zusammen..

Ausgewiesene Experten am Klinikum beschäftigen sich mit Erkrankungen, die die normalen Körperfunktionen im Becken beeinträchtigen. Dazu gehören neben der Harn- und Stuhlkontinenz, also der Speicherfunktion, auch die Entleerungsfunktion von Blase und Darm sowie die innere Stabilität der weiblichen Geschlechtsorgane.

Kindermedizin, Neurourologie, männliche Kontinenztherapie, Urogynäkologie, Koloproktologie und Physiotherapie sind die Kernbereiche des Kontinenzzentrums. Integriert sind zudem Sprechstunden für Ernährungsmedizin, Multiple Sklerose und Stomatherapie, hier speziell auch für kontinenten Harnblasenersatz. Zum Zentrum gehören außerdem zwei Selbsthilfegruppen. „Das Zentrum steht auf einem sehr breiten Fundament“, fasst der Leiter zusammen.

Die Patienten profitieren vom Kontinenzzentrum in besonderer Weise. „Bei komplexen Beckenerkrankungen, die sich nicht isoliert auf einen bestimmten Bereich wie etwa die Gynäkologie beschränken, werden die Patienten im interdisziplinären Miteinander untersucht und behandelt und damit sehr qualifiziert und effektiv betreut. Die Verständigung funktioniert in diesem Sinne bei uns ausgezeichnet“, betont Schwalenberg.

Eine Besonderheit am Kontinenzzentrum des UKL ist die Anwendung spezieller Therapien, unter anderem die Implantation von Neurostimulatoren und von Schließmuskelprothesen zur Wiedererlangung der Harn- und Stuhlkontinenz. Gleichzeitig gibt es Schwerpunkte in der Behandlung für Kinder und Jugendliche. „Harn- und Stuhlinkontinenz werden altersgemäß behandelt. Dabei spielt auch die Betreuung beim Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter eine wichtige Rolle“, sagt der Mediziner.

Im Bereich der Physiotherapie gibt es sowohl stationäre als auch ambulante Angebote. Diese sollen in den kommenden Jahren noch erweitert werden, unter anderem durch den Einsatz von Osteopathie im Bereich des Beckens.

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