Erster Leitfaden für eine Diättherapie nach bariatrischen Operationen erschienen – Leipziger Experten beteiligt

Pressemitteilung vom 09.05.2011
Der Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) unter der Leitung von Mario Hellbardt (Diätassistent/ Medizininscher Ernährungsberater und Sprecher der Arbeitsgruppe Adipositas) und Marleen Meteling-Eeken (Diëtist (NL)/ Wissenschaftliche Mitarbeiterin VDD e.V.) hat den ersten Leitfaden für eine Diättherapie nach bariatrischen Operationen am vergangenen Wochenende vorgelegt. Im deutschsprachigen Raum eine bislang einmalige Sache.
Bild vergrößern Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie Ein diättherapeutischer Leitfaden für die Betreuung und Beratung von adipösen Erwachsenen im Rahmen der interdisziplinären prä- und postoperativen Versorgung bei adipositas-chirurgischen Eingriffen  

Die Zahl bariatrischer Eingriffe zur Gewichtsreduktion steigt in Deutschland deutlich und stetig. Eine erfolgreiche Reduktion des Körpergewichts hängt aber nicht nur von einer Operation ab, sondern insbesondere von einer begleitenden Diättherapie. Bislang fehlte es jedoch an standardisierten Vorgaben, wie diese auszusehen hat. An der Erarbeitung des jetzt vorliegenden Leitfadens waren auch Dr. Tatjana Schütz, Ernährungswissenschaftlerin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig mit ihrer Expertise sowie Diätassistent Lars Dietrich beteiligt.

Im Bereich der Diättherapie gab es bisher für Patienten, die vor einem bariatrisch-chirurgischen Eingriff stehen oder einen solchen bereits hinter sich gebracht haben, keine umfassende Zusammenstellung diättherapeutischer Empfehlungen. „Der vorliegende Leitfaden schließt somit eine Lücke und bietet die Grundlage für eine standardisierte Betreuung der Patienten vor und nach der Operation“, erklärt Dr. Tatjana Schütz. „Gedacht ist er als praxistaugliche Orientierungshilfe für Ernährungsfachkräfte, die von Diätassistenten erarbeitet wurde.“ Zunächst gibt der Leitfaden einen Überblick über das komplexe Thema Adipositas, bevor er sich dem zentralen Aspekt der diättherapeutischen Betreuung bei adipositas-chirurgischen Eingriffen widmet. Schwerpunkte sind neben der diättherapeutischen Anamnese und dem diättherapeutischen Befund, die prä-operative sowie die post-operative Versorgung. Denn restriktive und malabsorptive bariatrische Verfahren begünstigen zwar auf der einen Seite den Gewichtsverlust, auf der anderen Seite können sie jedoch zu Beschwerden und Nährstoffmängeln führen, die durch die richtige Diättherapie gelindert werden können. „Neben postoperativem Kostaufbau und Langzeiternährung wird deshalb beispielsweise auch aufgezeigt, wie man mit möglichen Komplikationen nach bariatrisch-chirurgischen Eingriffen wie Erbrechen, Durchfall, Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffmangel umgeht bzw. dem vorbeugt“, so Schütz.

Zwar kommt der Diättherapie besonders im Zusammenhang mit bariatrischen Eingriffen eine große Bedeutung zu. Doch unabhängig davon, müsse jeder Patient immer interdisziplinär behandelt werden, so Schütz. „Die Diättherapie ist neben der Verhaltenstherapie und körperlicher Aktivität eine wichtige Säule in der Behandlung adipöser Patienten. Trotz aller Handlungsempfehlungen ist außerdem entscheidend, dass für jeden Patienten ein individueller Weg auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse gefunden werden muss.“

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist ein gemeinsames Projekt der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können. Das IFB AdipositasErkrankungen hat mit 22 Forschungsprojekten begonnen und wird mit insgesamt rund 120 Mitarbeitern das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Liebigstraße 21, 04103 Leipzig, Tel: 0341 / 97-1 33 61, Fax: 0341 / 97-1 59 49

Carmen Brückner

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