Ministerpräsident übergibt Operatives Zentrum an Universitätsklinikum Leipzig

Pressemitteilung vom 19.09.2003
Festakt zur offiziellen Einweihung des 100 Mio. Euro teuren Neubaus an der Liebigstraße - Klinikum präsentiert Entwürfe des Architektenwettbewerbs zum weiteren Ausbau des Medizinischen Viertels

Leipzig - Anlässlich der feierlichen Einweihung des Operativen Zentrums übergab der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg Milbradt, den hoch modernen Neubau offiziell an das Universitätsklinikum Leipzig zur Nutzung. Prof. Dr. Norbert Krüger, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig und Sprecher des Vorstandes, nahm den symbolischen Schlüssel entgegen. In seinen Dankesworten wies er darauf hin, dass schon der Schlüssel - ein in Acryl gegossener Transponder (elektronischer Minisender) - ein Zeichen für die außergewöhnlich fortschrittliche technische Ausstattung des Operativen Zentrums ist. Überall - ob in den 12 OP-Sälen, der mit digitaler Technik arbeitenden Radiologie, der Zentralsterilisation oder im Wirtschaftshof, von dem aus das Gebäude per funkgesteuerten Containerwagen versorgt wird - wurden modernste Technologien nutzbar gemacht. Dies verbessere nicht nur die Behandlungsqualität, sondern auch den Behandlungskomfort für die Patienten und ermögliche dem Klinikum, Ressourcen durch Prozessoptimierung zu sparen.


Dank des Vorstandes an alle Beteiligten

Dr. Elmar Keller, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums, dankte in seiner Rede allen Beteiligten für ihr Engagement. Der Freistaat Sachsen, der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, die Commerzleasing und Immobilien AG, der Generalunternehmer, die ARGE Operative Kliniken, der die Bauunternehmungen Max Bögl, Oevermann und Walterbau angehörten, die vielen Subunternehmer und Dienstleister, aber auch die Mitarbeiter des Universitätsklinikums selbst hätten mit großer Zielstrebigkeit und mit höchstem Engagement dafür gesorgt, dass das Projekt trotz erheblicher Änderungen während der Bauzeit termingerecht und nahezu im Kostenrahmen fertig gestellt werden konnte. Keller wies darauf hin, dass die Änderungen am Baukörper aus dem Neubau den Kern für ein neu zu errichtendes Großklinikum gemacht hätten, indem wichtige funktionale Grundlagen für den Gesamtkomplex geschaffen wurden. Als Beispiel nannte er das zentrale Eingangsbauwerk, den Wirtschaftshof, die Rohrpostanlage und die bereits erkennbaren Übergänge zu den beiden anderen geplanten Neubauten.


Investition ist bedeutendes Signal für Leipzig

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Universitätsklinikums, Dr. Hans-Joachim Klein, hob die strategische Bedeutung des Neubaus Operatives Zentrum für das Klinikum aber auch die Stadt Leipzig hervor. Eine solche Investition im Herzen der Stadt sei ein wichtiges Signal für den Standort Leipzig. Für das Klinikum sei das Operative Zentrum die Basis für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit im hart umkämpften Gesundheitsmarkt.


Ausstellung zum Architektenwettbewerb eröffnet

Das Klinikum nutzte den Festakt, um gleichzeitig eine Ausstellung zu eröffnen, auf der die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs präsentiert werden, der sich mit den Neubauten des Zentrums für Kindermedizin und des Zentrums für Konservative Medizin (innere Medizin) beschäftigt. Der Wettbewerb, für den sich 179 Architekturbüros aus 5 europäischen Ländern interessierten, wurde in der vergangenen Woche durch ein Preisgericht zugunsten des Entwurfs des Büros Wörner & Partner aus Dresden entschieden. In die beiden Neubauprojekte will das Universitätsklinikum Leipzig mit Hilfe des Freistaates Sachsen bis 2008 180 Millionen Euro investieren. Zusammen mit dem eben eingeweihten Operativen Zentrum bilden die drei miteinander vernetzten Gebäude dann einen 53.000 qm großen Klinikkomplex, der zu den modernsten weltweit zählen wird.


Hintergrund:

Der Freistaat Sachsen und der Bund haben rund 100 Millionen Euro investiert, um den dringend benötigten Neubau für die operativ tätigen Fächer des Universitätsklinikums Leipzig zu realisieren. Noch in seiner Funktion als Finanzminister des Freistaates hatte Prof. Milbradt durch ein für den Freistaat neuartiges Leasingmodell den Neubau überhaupt erst möglich gemacht. Mit der Commerzleasing und Immobilien AG wurde ein Partner gefunden, der den Neubau zunächst finanziert und an den Freistaat verleast. Nach 20 Jahren geht das Gebäude dann in das Eigentum des Freistaates über. Nur mit diesem innovativen Modell war es möglich, das teure Vorhaben zu realisieren. Das fast 20.000 qm große Gebäude entstand in nur drei Jahren und wurde termingerecht fertig gestellt, ein bei öffentlichen Bauvorhaben dieser Größenordnung seltenes Ergebnis. Auch die Baukosten wurden nur wenig überschritten. Die gegenüber den Planungen höheren Baukosten wurden im Wesentlichen durch zusätzliche Gebäudeteile und Neudefinitionen von Ver- und Entsorgungseinrichtungen verursacht, die der heutige Vorstand nach seinem Antritt im Herbst 2000 mit Hilfe des Freistaates Sachsen durchsetzte. Während die ursprünglichen Planungen das Gebäude als losgelösten Bestandteil des Klinikums sahen, wurde der Neubau durch die Planungsänderungen zum Nukleus für einen kompletten Klinikkomplex, der ab 2008 fast alle am Universitätsklinikum Leipzig vertretenen Fächer beherbergen soll.


Im Operativen Zentrum sind folgende Kliniken untergebracht:

- Klinik und Poliklinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und plastische Chirurgie (Direktor: Prof. Christoph Josten)

- Klinik und Poliklinik für Visceral-, Transplanta- tions-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Johann Hauss)

- Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Jürgen Meixensberger)

- Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie (Direktor: Prof. Derk Olthoff)

- Klinik und Poliklinik für Urologie (Direktor: Prof. Wolfgang Dorschner)

- Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie (Direktor: Prof. Thomas Kahn)


Das Gebäude verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach mit einer direkten Anbindung der Notfallambulanz, 12 OP-Säle und einen Notfall-OP, eine Rohrpostanlage zum Transport von Laborproben, ein fahrerloses Transportsystem zur Ver- und Entsorgung der Stationen, eine Zentralsterilisation, eine interdisziplinär betriebene Intensivtherapiestation (ITS) sowie insgesamt 359 Betten in Ein- und Zweibettzimmern, der Tagesklinik und der ITS.


Detailinformationen zum Operativen Zentrum und zum Architektenwettbewerb für den Neubau der Zentren für Kindermedizin und für Konservative Medizin finden Sie auch im Internet unter www.uniklinik-leipzig.de im Pressecenter (Presseinformationen vom 24. April 2003, vom 14. Juni 2003 und vom 12. September 2003.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.