„Wir sind Eins“

Pressemitteilung vom 17.02.2011
Doppelt gut: Übergewichtige gründen am IFB AdipositasErkrankungen eine zweite Selbsthilfegruppe

Übergewicht und Adipositas sind schwerwiegende Probleme - für die Gesellschaft, aber vor allem für Betroffene und deren Angehörige. In vielen Situationen von der Gesellschaft ausgegrenzt, finden Adipöse oft Halt in Selbsthilfegruppen. Dort können sie gemeinsam und ohne Scham über Probleme, Ängste und Sorgen reden, aber auch sich gegenseitig Mut machen und sich unterstützen. Am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig, hat sich jetzt bereits eine zweite Selbsthilfegruppe gegründet.

„Der Zulauf war so groß, dass wir ein weitere Gruppe ins Leben zu rufen mussten", sagt Steffi Fützenreiter, die gemeinsam mit Ingrid Stolle die erste Gruppe leitet. „Wir haben festgestellt, dass es vielen bei uns wichtig ist, auch über sehr persönliche Sachen zu reden, wenn die Gruppe aber so groß ist, dann ist nicht für jeden ausreichend Zeit dafür." Das Leben als übergewichtiger Mensch ist nicht immer einfach, sagt sie. Nicht überall stoße man auf so viel Verständnis wie in der Selbsthilfegruppe. „Und nicht alles, was einen beschäftigt, ist für den Arzt bestimmt. Das Emotionale ist in der Selbsthilfegruppe oft besser aufgehoben." Die Mitglieder der neuen Gruppe, waren am Gründungstag noch sehr zurückhaltend und still. Ingrid Stolle kann das gut verstehen. Sie erinnert noch sehr gut, wie sie sich damals fühlte. „Anfangs war ich sehr skeptisch, ob mir eine Selbsthilfegruppe überhaupt etwas bringen würde. Und es fiel mir sehr schwer, über mich selbst zu sprechen." Doch die Gemeinschaft hat sie, wie auch alle anderen, geöffnet und gestärkt. Schnell wurden die zusammen gewürfelten Teilnehmer Eins, weil alle spürten: „Ich bin nicht alleine." Einmal im Monat treffen sich die Betroffenen, um über Themen wie Familie, Partnerschaft, Kleidung, Gesundheit und vieles mehr zu sprechen. Die Uni-Moppelgruppe, wie Steffi Fützenreiter die Selbsthilfegruppe liebevoll nennt, ist für die „Alteingesessenen" keine Pflichtveranstaltung, sondern Seelenpflege. „Damit das für die neue Gruppe auch so wird, stellen wir uns als große Schwester gern zur Verfügung", sagt Steffi Fützenreiter, „wir sind schon so etwas wie ein große Familie geworden."

Das IFB AdipositasErkrankungen ist ein gemeinsames Zentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig AöR. Es wird als eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können. Das IFB AdipositasErkrankungen hat mit 19 Forschungsprojekten begonnen und wird mit über 120 Mitarbeitern das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Janna Buchele

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.