Adipositaszentrum in Leipzig immer gefragter

Pressemitteilung vom 21.01.2011
Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) für AdipositasErkrankungen in Leipzig ist nicht ganz ein Jahr nach seiner Gründung bereits eine wichtige Anlaufstelle für stark übergewichtige Patienten in ganz Deutschland geworden. Selbst aus den USA lassen sich erste Patienten in Leipzig behandeln, so auch die 31jährige Teresa Riley aus den USA: „Prof. Shang zählt zu den renommiertesten Experten im Bereich der Adipositaschirurgie, bei ihm fühle ich mich einfach gut aufgehoben“.
Bild vergrößern Prof. Shang hoch konzentriert bei der laparoskopischen Operation der 29jährigen Patientin  

Die Amerikanerin und die aus Lobstädt stammende 29jährigen Peggy K. haben sich heute einer Magenbypass-Operation unterzogen. Ein Magenbypass ist eine kombinierte Methode aus Magenverkleinerung (Restriktion) und Umleitung von Dünndarm (Bypass), um die Nahrungsresorption zu vermindern. Also Verringerung der Nahrungszufuhr und Nahrungsresorption. Die OP wird minimal-invasiv (Laparoskopisch o. auch Schlüsslloch OP) durchgeführt. „Das besondere an Leipzig“, so Prof. Edward Shang, Leiter der Sektion Bariatrische Chirurgie im Universitätsklinikum Leipzig, „ist die Einbindung in das IFB AdipositasErkrankungen, als einzigartiges Zentrum für konservative und operative Adipositastherapie und dass wir praktisch auch Patienten operieren können, welche von anderen Operateuren (aus technischen Gründen) abgelehnt werden.

Mit einem Magenbypass verlieren Patienten in der Regel sehr schnell an Gewicht. Anderenfalls würde bei dem vorliegenden Body-Mass-Index (BMI) von knapp 51, statistisch gesehen, von einer um 15 Jahre verkürzten Lebenserwartung auszugehen. Nach einer solchen OP bleiben große Hautlappen zurück, die viele Patienten stark beeinträchtigen. Diese zu operieren, ist ebenso Teil einer Rundumbehandlung, wie die regelmäßige Nachsorge der Patienten. Das IFB AdipositasErkrankungen bietet mit seiner Spezialambulanz für stark übergewichtige Patienten genau diese notwendige Rundumversorgung aus einer Hand. Neben einer umfassenden Ernährungsberatung, psychotherapeutischen Angeboten, Bewegungskursen und ärztlicher Intensivbetreuung erhalten die Patienten dort auch Unterstützung bei Anträgen mit ihrer Krankenkasse.

Eine weitere Besonderheit des IFB AdipositasErkrankungen ist die enge Verzahnung von Forschung und Behandlung. Durch die Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kann zeitgleich in über 20 unterschiedlichen Forschungsprojekten zu Adipositas geforscht werden. Neben Schwerpunkten wie Neuroforschung, Hormon- und Fettgewebeforschung, werden Fragen zu Essverhalten und zu genetischen Ursachen untersucht. Die Nähe von Forschung und Behandlung garantiert eine schnelle Umsetzung neuer Forschungsergebnisse in der Praxis und umgekehrt. Damit profitieren Patienten der AdipositasAmbulanz sehr früh von neuen Forschungsergebnissen.

Wissenschaftler und Ärzte arbeiten dafür Hand in Hand. Im monatlich stattfindenden Adipositasboard, wird jeder OP-Patient einzeln besprochen. Mit dabei sind: Internisten, Psychologen, Endokrinologen, Schwestern, Chirurgen, Anästhesisten und Ernährungsmediziner. „Bei der Behandlung von stark Übergewichtigen halten wir uns streng an die sogenannten S3 - Richtlinien der Deutschen Adipositas Gesellschaft.“, so Prof. Matthias Blüher von der AdipositasAmbulanz, „das ist auch ein Grund für die hohe Akzeptanz unserer Behandlungen bei den Krankenkassen.“

Die S3 – Richtlinien garantieren, dass die Eingriffe wirklich medizinisch notwendig sind. Auch wenn Prof. Shang ein erfahrener Chirurg ist, er weiß: „Eine OP birgt immer auch ein Risiko. Unsere Patienten werden operiert, weil sie wegen ihres starken Übergewichtes an einer Vielzahl von Begleiterkrankungen leiden. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes, Arterienverkalkung und Fettleber. Jede dieser Krankheiten kann schon für sich lebensbedrohend sein, zusammen stellen sie für den Patienten ein extrem hohes Risiko dar. Ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen ist für sie häufig die letzte Rettung“, so der Mediziner. Nach einer solchen Operation müssen die Patienten bis an ihr Lebensende regelmäßig betreut werden. Schon deshalb ist es wichtig sich für einen solchen Eingriff an eine Spezialklinik zu wenden.

Prof. Dr. Edward Shang leitet seit etwa einem halben Jahr die Sektion Bariatrische Chirurgie im Universitätsklinikum Leipzig AöR und besetzt die erste ordentliche Professur für diese Disziplin in Deutschland. Bislang hat er bereits über 900 Patienten operiert. Neben Magenbypass, Schlauchmagen oder Biliopankreatischer Diversion ist er außerdem Experte für anspruchsvolle plastische Wiederherstellungsoperationen.

Bei den durchgeführten Operationen hatte Prof. Shang sein Wissen in Form einer Hospitation an zwei Spezialisten weitergeben. Die beiden Ärzte aus Kirchheimbolanden und Ulm wollten sich auf dem Gebiet der Bariatrischen Chirurgie weiter spezialisieren, denn „viele Schritte während einer Operation kann man nicht in Büchern festhalten und lernen“, so Prof. Edward Shang, „Gerade bei dieser Spezialisierung kann man sich direkt im OP Erfahrungen und Tricks abschauen.“

Mit dem IFB AdipositasErkrankungen haben die Universität Leipzig und das Universitätsklinikum Leipzig ein deutschlandweit einzigartiges Zentrum für die Erforschung und Behandlung von Adipositas und Begleiterkrankungen geschaffen.

Janna Buchele

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