Universitätsmedizin Leipzig als Innovations- und Wachstumsmotor für Sachsen

Pressemitteilung vom 18.01.2011
Medizinische Fakultät Leipzig und Universitätsklinikum Leipzig blicken optimistisch in die Zukunft – Jahr 2010 mit erneuten Leistungssteigerungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung
Bild vergrößern Ekkehard Zimmer, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Staatsministerin Christine Clauß, Prof. Dr. Monika Harms, Prof. Dr. Wolfram Knapp, Prof. Dr. Joachim Thiery (v.l.n.r.) auf dem Neujahrsempfang der Universitätsmedizin Leipzig  

„Der Erfolg der Leipziger Universitätsmedizin ist ein wesentlicher Motor für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Sachsens." So sehen der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Dr. Joachim Thiery, und der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, die Bedeutung der Leipziger Universitätsmedizin für den Freistaat. Vor rund 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Gesundheitswesen und Kultur aus ganz Mitteldeutschland, unter ihnen die Staatsministerin für Soziales Christine Clauß, der 2. Vizepräsident des Sächsischen Landtages Horst Wehner und die Generalbundesanwältin Prof. Dr. Monika Harms zogen sie auf dem gestrigen gemeinsamen Neujahrsempfang im Leipziger Grassi-Museum eine positive Bilanz für das Jahr 2010. Die Erfolge der Leipziger Universitätsmedizin seien beachtenswert und eröffneten dem Freistaat Sachsen interessante und dauerhafte Entwicklungsperspektiven, waren sich beide Mediziner einig. An die Politik gerichtet forderten sie, dass man davon abrücken müsse, einseitig immer nur die Kosten zu betrachten. Vielmehr müsse man die Kosten-Nutzen-Relation sehen. „Wo finden Sie heute eine so hochmoderne klinische Universitätsmedizin mit engster Verzahnung von Spitzenforschung und herausragender Lehre auf einem Campus, wie in der Leipziger Liebigstrasse?" fragte Prof. Thiery die Anwesenden und erinnerte daran, dass „wir im Medizinischen Viertel neben dem neugebauten Universitätsklinikum, den hochmodernen Forschungslaboren der Fakultät und der Nähe zu unseren naturwissenschaftlichen Schwesterfakultäten und Max-Planck-Instituten eine Reihe international beachteter Forschungsschwerpunkte vorzuweisen haben."

Trotz der durch die Absenkung des Landeszuschusses an die Medizinische Fakultät im Jahr 2010 entstandenen prekären Lage habe man die Forschungsleistungen weiter gesteigert und zum zweiten Mal in Folge deutlich mehr als 40 Mio. Euro an Drittmitteln einwerben können. Dies sei wiederholt ein bemerkenswerter Rekord für die Fakultät und schaffe durch medizinische Forschung über 400 Arbeitsplätze für Mediziner und Naturwissenschaftler, sowie nochmals fast 250 Stellen für nichtwissenschaftliches Personal. Für jeden Euro der Landesmittel werde praktisch ein weiterer Euro über Forschungsleistung erwirtschaftet. Dankbar sei man der Landesregierung dafür, dass diese im Doppelhaushalt 2011/2012 erstmals seit 20 Jahren einen steigenden Landeszuschuss eingeplant habe.

Wieder Leistungssteigerungen in der Krankenversorgung

Das Universitätsklinikum Leipzig hat nach den Worten von Prof. Fleig zum fünften Mal in Folge seine Leistungen in der Krankenversorgung steigern können. So konnte im DRG-Bereich eine über 2prozentige Leistungssteigerung auf rund 72.700 Bewertungsrelationen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Der Schweregrad der behandelten Fälle (CMI) stieg von 1,51 im Vorjahr auf 1,54. Im ambulanten Bereich seien die Fallzahlen in Summe ebenfalls wieder gestiegen. „Das Universitätsklinikum ist ein bedeutender Faktor in der stationären und ambulanten Krankenversorgung im Freistaat Sachsen", so Fleig.

Er nutzte die Gelegenheit, um den Gästen den neuen Kaufmännischen Vorstand des Klinikums, Herrn Ekkehard Zimmer vorzustellen. Dieser hat sein Amt im November 2010 angetreten. „Wir haben uns vorgenommen, die Entwicklung des Universitätsklinikums weiter voranzutreiben, das Klinikum konsequent zukunftssicher auszurichten und ein verlässlicher Partner für Mitarbeiter, Patienten, Krankenkassen, Politik und Geschäftspartner zu bleiben", erklärte Fleig.

Die positive Leistungsentwicklung stärke aus Sicht des Medizinischen Vorstands die wirtschaftliche Basis des Klinikums. „Wir haben die von uns geplanten wirtschaftlichen Ziele für 2010 nicht nur erreicht, sondern übertroffen", so Prof. Fleig. „Wir haben mit der Gewerkschaft Verdi für die nicht-ärztlichen Mitarbeiter und mit dem Marburger Bund für die Ärzte neue Haustarifverträge vereinbart. Diese bringen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbare Einkommenssteigerungen mit sich. Unsere Personalkosten erhöhten sich dadurch um etwa 10 Mio. Euro." Weiterhin habe man, wie schon in den Vorjahren, neue Stellen vor allem im ärztlichen und pflegerischen Bereich geschaffen. Im Jahr 2010 seien das in Summe 100 neue Vollkräftestellen gewesen. Da der wirtschaftliche Erfolg dem Engagement der 3.898 Mitarbeiter im Universitätsklinikum zu verdanken sei, habe man bereits im Dezember 2010 zum vierten Mal in Folge eine freiwillige Einmalzahlung mit einem Volumen von 2 Mio. Euro an die Mitarbeiter ausgezahlt.

Politik muss ihre Verantwortung wahrnehmen

Kritisch merkte Prof. Fleig an, dass die wünschenswerte und dringend benötigte Erhöhung des Landeszuschusses für die Medizinische Fakultät mit der vollständigen Streichung der Investitionszulage für das Universitätsklinikum teuer erkauft wurde. „Diese 9,1 Mio. Euro pro Jahr können wir nicht dauerhaft kompensieren. In einem System der dualen Finanzierung müssen die nötigen Investitionen vom Land getragen werden. Andernfalls wird die Substanz des Klinikum aufgezehrt - mit fatalen Folgen." Man habe sich in Leipzig Dank der Unterstützung durch den Freistaat Sachsen eine sehr gute Position für die Zukunft erarbeitet und sei gerade dabei die ersten Früchte dieser Anstrengungen zu ernten. Deshalb sei es genau jetzt wichtig, die Kontinuität zu wahren und die sich ergebenden Chancen zu nutzen. „Der Freistaat kann erheblich von uns profitieren", gab sich Fleig überzeugt, „denn wir repräsentieren innerhalb eines Wachstumsbereiches den Sektor, aus dem Innovationen und damit später auch Investitionen erwachsen."

Erneut forderten Vorstand und Dekan die Novellierung des Sächsischen Hochschulmedizingesetzes. Fakultät und Klinikum sehen für das Erreichen ihrer Ziele die Zusammenführung von Fakultät und Klinikum in einer gemeinsamen Organisationseinheit, also die Realisierung des so genannten Integrationsmodells, als notwendige Voraussetzung an. Nur so könnten die strukturellen Defizite in der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Fakultät und Klinikum sowie einige damit verbundene Risiken abgestellt werden.

Trotz dieser Appelle an die Landespolitik gaben Prof. Fleig und Prof. Thiery einen optimistischen Ausblick in das Jahr 2011. Man habe sich wieder viel vorgenommen. In der Krankenversorgung wolle man erneut die Leistungen steigern. In der Forschung stünden verschiedene Projekte wie beispielsweise der Antrag auf einen Sonderforschungsbereich im Gebiet der Stoffwechselerkrankungen an und die studentische Lehre wolle man kontinuierlich weiter stärken. Beleg dafür sei die Eröffnung der Lernklinik in wenigen Tagen. Unisono war von beiden zu hören: „Wir sind sicher, dass wir unsere ambitionierten Ziele ungeachtet aller Schwierigkeiten erreichen und gemeinsam die Universitätsmedizin Leipzig im nationalen und internationalen Vergleich weiter voranbringen."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.