Lebensqualität am Lebensende

Pressemitteilung vom 07.01.2011
Zum Jahreswechsel hat an der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig ein neues Forschungsprojekt zur „Psychosozialen Belastung und Lebensqualität von häuslich versorgten Palliativpatienten und deren pflegenden Angehörigen“ begonnen. Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren von der Deutschen Krebshilfe e.V. mit insgesamt 235.160 € gefördert.

Seit 2007 haben Menschen, die an einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheit leiden einen gesetzlich verankerten Leistungsanspruch auf eine „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV), wodurch eine flächendeckende Verbesserung der bisher eher vernachlässigten ambulanten Palliativversorgung angestoßen werden sollte. Bis heute allerdings scheitert die konkrete Inanspruchnahme von SAPV für viele Patienten, da in zahlreichen Regionen Deutschlands noch keine Versorgungsverträge zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen existieren. Auch findet die seelische und soziale Unterstützung der schwerkranken Patienten und deren Angehörigen bei den bestehenden Versorgungsmodellen kaum Beachtung.

Als Indikator für die Schwierigkeiten einer häuslichen Versorgung mag die Tatsache dienen, dass weniger als die Hälfte aller Krebspatienten zu Hause versterben, obwohl die große Mehrheit der Patienten sich dies wünscht. Häusliche Versorgung scheitert dabei weniger an den medizinischen Gegebenheiten, sondern sehr oft an der mangelnden psychosozialen Begleitung der Angehörigen sowie Informationsdefiziten. So leiden pflegende Angehörige überdurchschnittlich häufig an Angststörungen und Depressionen.

Das Forschungsprojekt untersucht die psychischen und sozialen Belastungen sowie die Lebensqualität von häuslich versorgten Palliativpatienten und deren pflegenden Angehörigen, wobei Burnoutsymptome bei den Angehörigen und die Symptombelastung (v. a. Schmerzen) bei den Patienten einen Schwerpunkt bilden. Ziel ist es, die Überlastung der pflegenden Angehörigen zu vermeiden und die Lebensqualität von Patienten und Angehörigen zu verbessern. Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts ermittelt, ob die Versorgungsangebote in der Region Leipzig dem tatsächlichen psychosozialen Betreuungsbedarf gerecht werden.

Menschen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung und ihre pflegenden Angehörigen sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Ebenso Einrichtungen mit ambulanter Palliativbetreuung in der Leipziger Region.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Norbert Köhler, Tel.: 0341 / 97-1 54 14, Email: norbert.koehler@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Heide Götze, Tel.: 0341 / 97-1 54 15, Email: heide.goetze@medizin.uni-leipzig.de

Internet: http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de


Daten:



Projekttitel: „Psychosoziale Belastung und Lebensqualität von häuslich versorgten Palliativpatienten und deren pflegenden Angehörigen“



Projektlaufzeit: 01.01.2011 – 31.12.2013



Projektleitung: Dr. Heide Götze, Prof. Dr. Elmar Brähler



Institution: Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig

Norbert Köhler

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