Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters zieht in neues Gebäude

Pressemitteilung vom 30.09.2003
Im ''Papageienhaus'' verbessern sich Bedingungen für Patienten erheblich - Struktur der Klinik wurde besser an spezifische Altersgruppen angepasst

Leipzig - Bis zum 5. Oktober 2003 zieht die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters in ein neues Gebäude - das ''Papageienhaus'' in der Wundtstraße 9. Ab dem 6. Oktober ist die Klinik und Poliklinik wieder voll arbeitsfähig. Im neuen Quartier stehen für die Behandlung der jungen Patienten drei Stationen mit insgesamt 28 Betten, eine Tagesklinik und eine Ambulanz zur Verfügung.


Nötig wurde der Umzug, weil das bisherige Domizil in der Riemannstraße 32-34 nicht mehr mit einem vertretbaren Aufwand zu sanieren ist und darüber hinaus Probleme in der Statik entdeckt wurden. Bei Sanierungsarbeiten an Fußböden und den Sanitäranlagen waren erhebliche Schäden durch den Echten Hausschwamm entdeckt worden, die sich auch auf tragende Holzkonstruktionen des Gebäudes erstreckten. Da die Klinik Ende 2007 in das neu geplante Zentrum für Kindermedizin integriert werden soll, war der Aufwand für die Sanierung des maroden Gebäudes in der Riemannstraße nicht mehr zu rechtfertigen.


Das Universitätsklinikum suchte deshalb nach einem frei stehenden Gebäude, das sich als Interimsquartier für die Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie eignet. Mit dem ''Papageienhaus'', das seinen Namen von dem großen Papageien über dem Eingangsportal hat, wurde nun ein Gebäude gefunden, in dem sich die Bedingungen für die Patienten und Mitarbeiter erheblich verbessern. Es war sogar möglich, eine Station zu teilen. Dank dieser Teilung können Jugendliche, die sich in der Pubertät befinden, in einer eigenen Station, getrennt von jüngeren Patienten, betreut werden.


Das Haus Wundtstraße 9, 1913/14 als Wohn- und Geschäftshaus einer Leipziger Familie erbaut, war damals nach Auskunft der Alteigentümer eines der schönsten Gebäude Leipzigs an der Rennbahn. Der Papagei schmückte das Haus, um den Bewohnern Glück zu bringen.


Während der DDR-Zeit wurde das Haus als Verwaltungsgebäude genutzt. Der Porzellanpapagei wurde als ''Relikt des Kapitalismus'' zerschlagen und entsorgt.


1992 erfolgte eine umfassende Sanierung des Hauses durch die Familie der Alteigentümer und ein neu geschnitzter Papagei wurde in einer Nische des Hauses als neues Wahrzeichen weithin leuchtend eingesetzt.


Nach anfänglich guter Vermietung stand die Wundtstraße seit 1997/98 als Bürogebäude wieder zur Verfügung. Eine Neuvermietung, die der Immobilienspezialist Aengevelt übernommen hatte, gestaltete sich auf Grund der großen repräsentativen Raumstrukturen relativ schwierig. 2001 kaufte eine Unternehmerfamilie aus Hamburg, die Familie Ockens, das Objekt und beauftragte Aengevelt, auch weiterhin die Vermietung zu übernehmen.


Als das Universitätsklinikum Leipzig einen neuen Standort für die Kinder- und Jugendpsychiatrie suchte, schlug Aengevelt das Papageienhaus vor, welches sich auf Grund seiner Lage und seiner Raumstruktur als geeignet erwies. Innerhalb kürzester Zeit erfolgten Planungen, Um- und Einbauten im Haus und am Haus, die die Kriterien der Klinikunterbringung von Kindern und Jugendlichen gewährleisteten. Die Eigentümer des Unternehmens Ockens, die in Leipzig weitere Häuser saniert haben, freuen sich, dass sie mit ihrem Haus gute Bedingungen für die medizinische Betreuung kranker Kinder schaffen konnten.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.