Patient mit Schweinegrippe wird künstlich beatmet

Pressemitteilung vom 05.01.2011
Am Silvestertag wurde ein 25jähriger junger Mann mit akutem Lungenversagen aufgrund einer Erkrankung an der sogenannten Schweinegrippe (H1N1) auf die Intensivstation des Leipziger Universitätsklinikums eingeliefert.

Die Übernahme von einem Dresdner Krankenhaus erfolgte, da die Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Leipziger Uniklinikums auf die Behandlung des schweren akuten Lungenversagens spezialisiert ist. „Der Patient ist an ein extrakorporales Gasaustauschsystem angeschlossen. Ohne diese künstliche Lunge wäre er nicht mehr lebensfähig“, sagt Prof. Udo X. Kaisers, Direktor der Klinik zu den Hintergründen der Verlegung.

„Der Patient wird aktuell in einem Einzelzimmer der Intensivstation behandelt. Die medizinische Situation ist dahingehend stabil, dass wir unter den Maßnahmen (ECMO = extrakorporale Membranoxygenierung + künstliche Beatmung) eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Sauerstoff erreichen können. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass der Patient eine realistische Überlebenschance hat, die Situation ist aber weiterhin kritisch und lebensbedrohlich. Der Patient muss weiterhin mit einer ECMO (extrakorporaler Gasaustausch) behandelt werden.“ erläutert Prof. Kaisers den aktuellen Zustand des Patienten. Durch das erhebliche Übergewicht des Patienten weise er besondere Risikofaktoren für eine schwere Verlaufsform der Schweinegrippe H1N1 auf.

Die Intensivstation des Universitätsklinikums ist auf die Übernahme weiterer Patienten mit schweren Verlaufsformen einer H1N1 Influenza vorbereitet.

Neben Adipositas (starkes Übergewicht) sind als Risikogruppen Schwangere, Kinder und jüngere Erwachsene bei der H1N1 betroffen, während an der gewöhnlichen Influenza besonders ältere und immungeschwächte Patienten erkranken. Es ist daher aus medizinischer Sicht für Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren bzw. mit viel Publikumskontakt sinnvoll, eine individuelle Risiko-Nutzen-Betrachtung zur Influenza-Impfung gemeinsam mit dem Hausarzt vorzunehmen.

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