Einzigartige Kombination der digitalen Diagnostik zur Brustkrebsfrüherkennung

Pressemitteilung vom 04.01.2011
Die Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie führt seit Mitte November Untersuchungen mit einem neuartigen digitalen Mammografiegerät sowie mit einem digitalen bildgestützten Brustbiopsiesystem durch.
Bild vergrößern Dr. Isabel Kaiser führt das neue Mammografiegerät vor  

Das digitale Mammographiegerät bietet die neu eingeführte Möglichkeit, zusätzlich oder anstelle der üblichen Mammographieaufnahmen digitale Schichtaufnahmen mit geringer Schichtdicke (1 mm) zu akquirieren (Tomosynthese). Im Gegensatz zur Mammographie entstehen aussagekräftigere Bilder, da die Brust aus verschiedenen Winkeln untersucht wird. Bei der bisherigen Untersuchungstechnik, wird die Brust in 2 Ebenen geröntgt, so dass es zu Schwierigkeiten bei der Auswertung der Mammographiebilder kommen kann, nämlich dann, wenn sich unterschiedliche Strukturen in der Brust auf dem Bild überlagern. Mit der Tomosynthese können Herdbefunde - insbesondere bösartige Tumoren - durch eine Verringerung der Überlagerung durch umgebende Strukturen früher und besser erkannt und genauer beurteilt werden. Dies führt letztlich zu einer besseren Brustkrebsfrüherkennung.

„Erste klinische Studien weisen auf eine Erhöhung der Diagnosesicherheit hin. Weitere Studien sind erforderlich, um das Potential der neuen Technik umfassend zu beurteilen“ erläutert Prof. Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für diagnostische und Interventionelle Radiologie. Die Ärzte werden dabei von einer assistierenden computerbasierten Bildauswertung unterstützt, die Mikrokalk und Verdichtungen in der Brust erkennt (CAD = Computer aided detection). Eine bessere Diagnoseik kann zu einer Verminderung von zusätzlichen Untersuchungen und chirurgischen Eingriffen führen. Damit können den Patientinnen möglicherweise unnötige Operationen erspart werden, was nicht nur ein großer Vorteil für die Frauen ist, sondern möglicherweise auch dazu beiträgt, die Ausgaben im Gesundheitswesen zu senken. Um diese Effekte zu evaluieren sind jedoch noch längerfristige Studien erforderlich. Das neue Gerät wird von den Ärzten der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Rahmen der interdisziplinären Kooperation des Brustzentrums eingesetzt. Ergänzend zu diesem Mammografiegerät ist ein digitales bildgestütztes Brustbiopsiesystem mit der Möglichkeit der Vakuumbiopsie installiert worden. Es dient der Gewinnung von Gewebeproben aus verdächtigen Herden. Durch den Einsatz der Vakuumbiopsie kann die Entnahme von Gewebe aus einem in der Bildgebung verdächtigen Herdbefund, die für die Unterscheidung zwischen gut- und bösartig notwendig ist, effektiver und treffsicherer werden. Im Vergleich zu einer üblichen Stanzbiopsie wird mehr Gewebe gewonnen. Damit steigt für die Patientin die Sicherheit, dass die Diagnose richtig ist. Bei der Vakuumbiopsie erfolgt die Gewebeentnahme mit Hilfe einer Nadel nach vorheriger örtlicher Betäubung. Die meisten Patientinnen können sofort wieder zum normalen Tagesablauf übergehen und haben später nur eine winzige Narbe. Das ist sehr wichtig, da somit die Beurteilung der Brüste nach der Gewebeprobe (z.B. in der Mammographie und der Sonographie) nicht durch große Narben beeinträchtigt ist.

Im Gegensatz zu den älteren Modellen, ist das jetzt in der Klinik installierte Vakuumbiopsiesystem erstmals auch für Gewebeentnahmen im MRT - Magnetresonanttomographen, oder Kernspintomographen - geeignet. Damit ist es möglich, im Kernspintomogramm festgestellte verdächtige Herde unter MRT-Kontrolle zu bioptieren. Diese Möglichkeit bestand bisher in Leipzig nicht und ist damit einmalig am Universitätsklinikum.

„Durch die Kombination des neuen Mammographiegerätes mit der Möglichkeit dieser digitalen bildgestützten Gewebeentnahme versprechen wir uns für die Frauen genauere, schnellere und sicherere Ergebnisse bei der Untersuchung von auffälligen Befunden in der Brust “, betont Frau Dr. med. Susanne Briest, Leiterin des Universitären Brustzentrums Leipzig. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Auch durch eine exzellente und modere Diagnostik kann man Brustkrebs nicht verhindern. Die frühzeitige Erkennung der Erkrankung ist jedoch ein wesentlicher Faktor für die Verbesserung der Chancen auf Heilung für die betroffenen Frauen.

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