Geburtsmedizinische Forschung zur Präeklampsie wird ausgezeichnet

Pressemitteilung vom 11.11.2010
Die Mitteldeutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (MGFG) unterstützt die Erfor-schung der Ursachen der Präeklampsie und die Entwicklung neuer Diagnose- und potentieller Therapieoptionen am Universitätsklinikum Leipzig mit einer Förderung von 20.000 €. Ausgangs-punkt war ein von Wiebke Schaarschmidt, Assis-tenzärztin, und Prof. Holger Stepan, Leiter der Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, konzipiertes Forschungsprojekt, das eine Aus-schreibung um eine Forschungsförderung der MGFG gewann.

„Diese finanzielle Unterstützung wird meine wissenschaftliche Arbeit wesentlich voranbringen. Ziel unseres Teams ist es, in naher Zukunft ganz neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Schwangere mit Präeklampsie zu entwickeln und klinisch zu etablieren“ blickt Wiebke Schaarschmidt in die Zukunft. Die Erforschung der Ursachen der Präeklampsie und die Entwicklung neuer Diagnose und potentieller Therapieoptionen ist seit Jahren Schwerpunkt der geburtsmedizinischen Forschungsgruppe um Prof. Holger Stepan. Die Abteilung für Geburtsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig war die weltweit erste Einrichtung, die neue Präeklampsiemarker (angiogene Faktoren) in der Routineüberwachung und Diagnostik bei Schwangeren mit hypertensiven Erkrankungen einsetzt. Es entstand eine enge Kooperation mit der Forschungsgruppe von Ananth Karumanchi und Ravi Thadhani der Harvard University Boston, die diese Faktoren 2003 erstmals beschrieben. Die Aktivitäten der Kollegen der Leipziger Geburtsmediziner tragen jetzt Früchte und werden auch international anerkannt. Das in den USA herausgegebene Journal „Hypertension in Pregnancy“, welches neueste internationale Arbeiten zur Präeklampsie publiziert, ernannte Prof. Holger Stepan ab 1. Januar 2011 zum Editor-in-Chief. „Diese Berufung ehrt mich sehr und ich freue mich darauf, in dieser Funktion mit einem neuen Editorial Board, dem auch Kollegen des UKL angehören werden, das Journal weiter voranzubringen“ so Prof. Stepan.

Bei der Präeklampsie handelt es sich um eine Schwangerschaftskomplikation, für die es bislang keine kausale Therapie gibt. Diese nur beim Menschen auftretende Erkrankung ist durch erhöhten Blutdruck (Hypertonie), vermehrte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Wassereinlagerungen (Ödeme) gekennzeichnet. Eine Präeklampsie zeigt sich erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte; nur selten kommt die Erkrankung vor der 20. Schwangerschaftswoche vor.

2.504 Zeichen Weitere Informationen: Prof. Dr. med. Holger Stepan Leiter Abteilung für Geburtsmedizin Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R. Department für Frauen- und Kindermedizin Tel.: 0341 97 23595 Fax: 0341 97 23599 E-Mail: holger.stepan@uniklinik-leipzig.de

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