Hochmodernes Gerät erleichtert genetische Analysen

Genom-Sequenzierer mit acht Kapillaren im Leipziger Institut für Humangenetik in Betrieb genommen

Pressemitteilung vom 06.08.2010
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Im Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Leipzig wurde jetzt ein hochmodernes Genom-Sequenziergerät in Betrieb genommen. Durch die acht Kapillaren, mit denen das Gerät ausgestattet ist, können acht Messungen gleichzeitig vorgenommen werden. „Dies erleichtert unsere Arbeit wesentlich", so Prof. Dr. Eberhard Passarge, Kommissarischer Leiter des Instituts, das genetischen Ursachen von Krankheiten auf den Grund geht. Nach seinen Worten haben alle Krankheiten teilweise oder gänzlich eine genetische Grundlage. „Das heißt, dass Krankheitsursachen auch im menschlichen Genom liegen können. Mit Hilfe des Sequenziergerätes können wir sehr effektiv genetische Analysen vornehmen und beispielsweise auch die Frage von Patienten beantworten, ob sie ein erhöhtes Risiko auf eine bestimmte Krankheit in sich, also im Genom tragen."

Wie Prof. Dr. Passarge weiter erläutert, sind die genetischen Informationen als Buchstaben abgelegt, die einen „Text" ergeben. Zwar gebe es im Gegensatz zum Alphabet im Genom nur vier Buchstaben, jedoch besteht das Genom immerhin aus drei Milliarden Buchstaben, auch wenn der verwendete „Text" nicht so lang ist. Bei der molekulargenetischen Diagnostik werde jeder Buchstabe vom Sequenzer mit einer bestimmten Farbe kenntlich gemacht - so können „Druckfehler" besser erkannt werden. „Gibt es zwei Farben übereinander oder es fehlt eine Farbe - dann kann dies auf eine Krankheitsursache hindeuten", so der Humangenetiker. „Das Gerät, das immerhin 120 000 Euro kostet, macht uns also auf den Druckfehler aufmerksam, die funktionelle Bedeutung dieses Fehlers müssen dann freilich wir herausfinden."

Am Leipziger Institut für Humangenetik werden die verschiedensten DNA-Untersuchungen vorgenommen, beispielsweise mit Blick auf familiären Brustkrebs, Cystische Fibrose oder familiär auftretende Formen von Darmkrebs.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.