Apotheker-Preis geht zum ersten Mal nach Sachsen

Pressemitteilung vom 07.05.2010
Interdisziplinäres Projekt der Uniklinik Leipzig bei Krankenhausapotheker-Kongress in Freiburg ausgezeichnet

Auf dem 35. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) wurden die Apothekerin Dr. Katrin Heinitz und Claudia Taubert vom Ernährungsteam des Leipziger Universitätsklinikums (UKL) für ihren Beitrag zur Verbesserung der Patientenaufklärung mit dem ersten Preis geehrt. Das interdisziplinäre Projekt zielt darauf ab, die Arzneimittelsicherheit bei Patienten mit Ernährungssonden zu erhöhen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses standen die Themen Arzneimitteltherapiesicherheit und Unter-stützungsmöglichkeiten ärztlicher Tätigkeiten durch den Krankenhausapotheker. Unter 56 eingereichten Arbei-ten überzeugte der sächsische Beitrag dabei vor allem durch Originalität und Umsetzbarkeit. Präsentiert wurde eine von Apotheke und Ernährungsteam des UKL gemeinsam erstellte Informationsbroschüre, die Patienten mit Ernährungssonden, die zum Beispiel aufgrund von Tumoren in der Speiseröhre, im Magen oder bei Mucoviszidose künstlich ernährt werden müssen, einen Leitfaden für den richtigen Umgang mit dem medizinischen Hilfsmittel an die Hand geben soll. „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Patienten, die mit einer Ernährungssonde aus dem stationären Bereich entlassen werden, kaum Informationsquellen zum Umgang mit ihrer Sonde zu Verfügung stehen", beschreibt Dr. Katrin Heinitz die Problemstel-lung. Für solche Patienten sei auch die Verabreichung von Medikamenten über Mund und Speiseröhre ausgeschlossen und müsste über die Sonde erfolgen. Die meisten Medikamente seien dafür jedoch nicht zugelassen oder auch ungeeignet. „Deshalb gibt es über die Sondengabe von Medikamenten auch kaum Aufklärungsmaterial", erklärt Heinitz. Gemeinsam mit Claudia Taubert vom Ernährungsteam ist es der Apothekerin jetzt gelungen, diese Lücke zu schließen und die Patienteninformation zu verbessern. Neben der Broschüre für die Patienten haben sie auch eine Datenbank zur Sondengängigkeit der häufigsten Präparate für das Pflegepersonal erarbeitet. „Mit unserer Aufklärungsinitiative möchten wir in Zukunft Komplikationen vermeiden sowie die Qualität der Patienten-behandlung steigern", resümiert Heinitz. In der Broschüre sind wichtige Grundregeln über die Aufbereitung und Applikation der verschiedenen Arzneimittel in leichtverständlicher Form zusammengefasst, die beschriebenen Prozesse werden anhand von Bildern veranschaulicht. Jede Broschüre verfügt über eine Leerseite, auf der die individuelle Medikation für den einzelnen Patienten in Form eines Aufklebers aufgebracht werden kann. Dieser Medikationsaufkleber lässt sich mit der klinikinternen Sondendatenbank ge-nerieren, die durch die Klinikapotheke verwaltet wird und mittlerweile über 550 eingetragene Medikamente verzeichnet. Für jeden Patienten kann somit eine eigene Version der Broschüre zusammengestellt werden, die er dann bei der Entlassung erhält.

Dass Dr. Katrin Heinitz und Claudia Taubert mit der Kongress-Vorstellung ihrer Arbeit im Dienste des Patienten den Preis des Krankenhausapothekerverbandes zum ersten Mal nach Sachsen geholt haben, freut besonders den Direktor der Klinikapotheke, Dr. Roberto Frontini: „Das ist ein Ansporn, nicht nur weitere interisziplinäre Arbeit zu leisten, sondern sich auch intensi-ver mit den Schnittstellen zum ambulanten Bereich zu beschäftigen."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.