Narbenlose Kinderchirurgie in Leipzig

Pressemitteilung vom 29.03.2010
Blinddarm-Operation bei 13-jährigem Tobias durch den Bauchnabel / LESS als neueste Entwicklung der minimal-invasive Chirurgie an Leipziger Universitäts-Kinderchirurgie etabliert

Als eines der ersten kinderchirurgischen Zentren in Deutschland hat die Leipziger Universitätskinderklinik die Laparoendoskopische Single-Site-Chirurgie (LESS) etabliert. Wie Prof. Dr. Holger Till, Chef der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, erläutert, ist diese Operationsmethode die neueste Entwicklung in der minimal-invasiven Chirurgie: „Bei der bisherigen so genannten Schlüsselloch-OP werden meist drei kleine Schnitte gemacht. Jetzt sind wir ein Stück weiter und können alle Instrumente über eine winzige Öffnung im Nabel einbringen." Die kleine OP-Wunde versinkt nach der Heilung förmlich im Bauchnabel, so dass keine auffällige Narbe zurückbleibt. Man spricht deshalb auch von einer narbenlosen Operationsmethode.

Für diese OP-Technik bedarf es nicht nur besonderer operativer Fähigkeiten, sondern auch spezieller Instrumente. In enger Kooperation konnten Prof. Till und sein Kollege Prof. Dr. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, diese Techniken am Universitätsklinikum Leipzig etablieren und sicher durchführen. Mittlerweile werden in der Kinderchirurgischen Klinik auf diese narbenlose Weise nicht nur Blinddarmentzündungen behandelt, sondern auch Gallenblasenentfernungen und sogar Tumoroperationen vorgenommen.

„Die Pluspunkte diese Operationsmethode liegen auf der Hand", so Prof. Till. „Die winzige Wunde heilt schneller, es gibt weniger Schmerzen und es entstehen keine auffälligen Narben. Das sind gerade für Kinder unschätzbare Vorteile."

Das findet auch der 13-jährige Tobias Spornitz, bei dem Prof. Till jüngst eine Blinddarm-OP durch den Bauchnabel vornahm: „Gleich nach der Operation tat es ganz schön weh, aber das ging schnell weg. Heute, vier Tage danach, habe ich überhaupt keine Schmerzen mehr. Von der Wunde ist kaum noch was zu sehen - klasse, ich darf heute nach Hause." Vater Wolfgang Spornitz ist regelrecht stolz, dass sein Junge bei Ärzten, Schwestern und sogar bei den Entwicklern der speziellen Operationsinstrumente im Mittelpunkt stand: „Schließlich ist das schon eine tolle Geschichte, welche neuen Methoden hier an der Leipziger Uniklinik praktiziert werden. Und dass Tobias keine Blinddarmnarbe haben wird, ist doch wunderbar."

Im Herbst dieses Jahres werden Prof. Dr. Till und Prof. Dr. Stolzenburg beim 1. Kinderchirurgischen Workshop für LESS in Leipzig die gesammelten Erfahrungen an Operateure aus aller Welt weitergeben.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.