Universitätsmedizin Leipzig schaut auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück

Pressemitteilung vom 21.01.2010
Klinikum steigert zum vierten Mal in Folge die medizinischen Leistungen – Neues Klinikzentrum verbessert das Behandlungsumfeld für Patienten beträchtlich – Medizinische Fakultät wirbt erfolgreich hohe Förderbeträge für Forschungsprojekte ein – Medizinstudium in Leipzig in Top-Qualität

Leipzig - Auf dem gestrigen gemeinsamen Neujahrsempfang zogen der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig für das Jahr 2009 eine positive Bilanz. Klinikum und Fakultät sehen sich ihrem Ziel, bis 2012 in die Spitzengruppe der deutschen Universitätsmedizinstandorte aufzusteigen, ein beträchtliches Stück näher.

Dies sei vor allem dem großen Engagement aller Mitarbeiter in Forschung, Lehre und Krankenversorgung zu verdanken. In der Krankenversorgung konnten die Leistungen im DRG-Bereich gegenüber dem Vorjahr erneut um mehr als 4 Prozent auf rund 71.100 Bewertungsrelationen gesteigert werden. Der Schweregrad der behandelten Fälle (CMI) stieg von 1,44 im Vorjahr auf 1,51. Positiv entwickelten sich auch die Fallzahlen im stationären und ambulanten Bereich, so dass der Vorstand des Universitätsklinikums davon ausgeht, dass man das Ergebnis des Vorjahres wieder erreichen, eventuell auch leicht überschreiten wird. In diesem Zusammenhang dankte Prof. Fleig dem kaufmännischen Vorstand, Herrn Dr. Wokittel, für die Arbeit der vergangenen vier Jahre.

Die Medizinische Fakultät hat 2009 die Drittmitteleinwerbungen von 29 Mio. Euro auf rund 37 Mio. Euro steigern können und finanziert damit mehr als 400 Arbeitsplätze in der Forschung. Das gemeinsam mit dem Universitätsklinikum eingeworbene Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen mit einem Fördervolumen von rund 24 Mio. Euro über fünf Jahre ist in diesem Betrag noch nicht enthalten, da die Mittel erst ab 2010 fließen. In der Lehre haben die Leipziger Studenten bundesweit die beste Bestehensquote im schriftlichen Teil des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung, dem so genannten Hammerexamen erreicht. Insgesamt trage die konsequente Umsetzung der im Jahr 2008 formulierten Strategie sowie die gemeinsame Schwerpunktbildung in der medizinischen Forschung und der Krankenversorgung wesentlich zu der erfolgreichen Entwicklung der Universitätsmedizin Leipzig bei.

Neujahrsempfang erneut im Grassi-Museum

Rund 280 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Gesundheitswesen und Kultur aus ganz Mitteldeutschland, unter ihnen der Vizepräsident des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig Michael Hund, der Präsident des Sächsischen Landesrechnungshofes Franz-Josef Heigl und der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser waren in das Grassi­museum gekommen, das dem vierten gemeinsam veranstalteten Neujahrsempfang des Universitätsklinikums Leipzig und der Medizinischen Fakultät Leipzig einen würdigen Rahmen gab. Der Vorstand des Klinikums, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Joachim Thiery, hatten eingeladen, um die Entwicklung der Universitätsmedizin Leipzig zu darzustellen und danach mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2009

„Wir hatten uns für 2009 im Rahmen unserer Strategie ‚Universitätsmedizin Leipzig 2012' viel vorgenommen", blickte Prof. Dr. Fleig auf das vergangene Jahr zurück. „Wir haben unsere Kliniken und Institute in einer neuen, modernen Departmentstruktur organisiert, das Zentrum für Innere Medizin, Neurologie und Nuklearmedizin in Betrieb genommen, weitere Bauprojekte realisiert, neue Stationen wie beispielsweise die Palliativstation eingerichtet und zahlreiche Projekte umgesetzt." Bei all diesen Aktivitäten gehe es darum, die Strukturen, Betriebsabläufe und die Unternehmenskultur so zu verändern, dass optimale Bedingungen für Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch unter veränderten Rahmenbedingungen gesichert werden können.

Im Frühjahr hätten die Mitarbeiter der Kliniken der Inneren Medizin, der Neurologie und der Nuklearmedizin mit einem großen Kraftakt die Umzüge aus insgesamt sieben Standorten in den Ende 2008 eingeweihten Klinikneubau an der Liebigstraße bewältigt. „Dieser Umzug ging reibungslos vonstatten. Unsere Patienten wurden davon nicht beeinträchtigt und die Mitarbeiter haben sich am neuen Standort so schnell zurechtgefunden, dass wir keine Leistungseinbußen zu verzeichnen hatten", so Fleig. Nach den Umzügen habe man auch die intensivmedizinische Betreuung am Klinikum neu organisiert und eine Interdisziplinäre Operative Intensiveinheit und eine Interdisziplinäre Internistische Intensiveinheit gebildet. Außerdem habe man die Endoskopie im Neubau zentralisiert. „Gemeinsam mit der Medizintechnikfirma Fujinon haben wir eine hoch moderne und hoch effiziente Endoskopieeinheit aufgebaut, die beispielhaft ist", freute sich Fleig. Die Endoskopieeinheit am Uniklinikum Leipzig fungiere als europäisches Referenzzentrum für Fujinon.

Sehr erfreulich sei auch, dass verschiedene Einrichtungen des Klinikums im vergangenen Jahr zertifiziert wurden oder die Qualitätszertifikate erfolgreich verteidigen konnten. Dazu zählten das Hauttumorzentrum, das Echokardiografie-Labor, das Kooperative Darmzentrum Leipzig, das Gefäßzentrum, die Apotheke und die Zentralsterilisation. „Die Vorbereitung der Zertifizierung einer Einrichtung nach den Vorgaben der jeweiligen Fachgesellschaft und nach internationalen Standards bedeutet für alle Beteiligten einen erheblichen Aufwand", erklärte Prof. Fleig. „Im Ergebnis steht aber die Gewissheit, innerhalb der diagnostischen und therapeutischen Versorgungskette den höchsten Standards zu entsprechen."

Erneut kritisierte Fleig, dass die verspätete Verabschiedung des Sächsischen Hochschulgesetzes die Novellierung des Sächsischen Hochschulmedizingesetzes bisher verhindert habe. Damit würden die strukturellen Defizite in der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Fakultät und Klinikum sowie einige damit verbundene Risiken deutlich verlängert, was unter den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Wettbewerbschancen der Universitätsmedizinstandorte in Sachsen verringere. Er appellierte an die Landtagsabgeordneten und die Staatsregierung, das Gesetzgebungsverfahren rasch wieder aufzugreifen und abzuschließen.

Auch 2009 steigende medizinische Leistungen

„Mit etwa 50.600 vollstationären Fällen und rund 550 000 ambulanten Konsultationen hat das Universitätsklinikum Leipzig seine Bedeutung als wichtiger Baustein der medizinischen Versorgung der Region Leipzig untermauert", ist sich der medizinische Vorstand sicher. Die Zahl der ambulanten Konsultationen sei gegenüber 2008 etwa gleich geblieben. Die Leistungen im Bereich der Einzelermächtigungen stiegen um 33 % auf rund 80.000 Fälle. Die Zahl der Pauschalfälle in den Hochschulambulanzen ging leicht auf ca. 173.000 Fälle zurück. Dafür wurden mit einer Zahl von 31.200 rund 6 % mehr Notfälle als im Jahr 2008 versorgt.

Diese positive Leistungsentwicklung stärke aus Sicht von Prof. Fleig die wirtschaftliche Basis des Klinikums. „Wir haben die von uns geplanten wirtschaftlichen Ziele für 2009 nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Damit haben wir die wirtschaftliche Grundlage geschaffen, um in die 2010 anstehenden Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund und Verdi mit einem substanziellen Angebot gehen zu können, ohne Arbeitsplätze oder gar den Bestand des Klinikums zu gefährden", so Fleig. Da der wirtschaftliche Erfolg dem Engagement der Mitarbeiter zu verdanken sei, habe man bereits im Dezember 2009 zum dritten Mal in Folge eine freiwillige Einmalzahlung mit einem Volumen von 2,2 Mio. Euro an die Mitarbeiter ausgezahlt.

Weitere Großforschungsprojekte akquiriert

„Erfreulicherweise konnten wir unsere Erfolge bei der Einwerbung von Fördergeldern für Forschungsprojekte im Jahr 2009 fortsetzen", erklärte Prof. Dr. Joachim Thiery. „Dazu gehört das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen, das von einem international besetzten Gutachtergremium im Auftrag des BMBF eine Förderempfehlung erhalten hat." Mit rund 10 Mio. Euro in den nächsten vier Jahren wird der Transregio-Sonderforschungsbereich 67 „Erforschung und Entwicklung von funktionellen Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe" gefördert, den Leipzig gemeinsam mit der TU Dresden bildet. Das Innovationszentrum für Computer-Assistierte Chirurgie ICCAS wurde erfolgreich evaluiert und erhält weitere 8 Mio. Euro Fördermittel. „Insgesamt", so Thiery, „haben wir 2009 rund 36 Mio. Euro Drittmittel eingeworben. Bei einem Landeszuschuss für Forschung und Lehre in Höhe von 52,7 Mio. Euro bedeutet das 0,68 Euro Drittmittel pro Euro Landeszuschuss. Mit diesem Verhältnis sind wir bereits in der Spitzengruppe der deutschen Universitätsmedizinstandorte." Leider gelte dies nicht für die Höhe des Landeszuschusses im Bundesvergleich. Hier liege man mehr als 30% unter dem Bundesdurchschnitt. In Richtung Landesregierung sagte Thiery: „Wir haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass wir sehr verantwortungsbewusst und effektiv mit uns zur Verfügung gestellten Mitteln umgehen."

Dies treffe auch auf die Lehre zu. Schon seit längerem habe man die kürzeste Studiendauer im Humanmedizinstudium im deutschlandweiten Vergleich. Diese kurze Studiendauer gehe einher mit einer hohen Qualität des Studiums, wie der 1. Platz der Medizinischen Fakultät Leipzig bei der Bestehensquote beim schriftlichen Teil des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung zeige. Das sei kein Zufall, so Thiery. Seit Jahren versuche man, beste Bedingungen für die Lehre zu schaffen. Dazu gehörten neue Lehrangebote wie das Problem-Orientierte Lernen (POL), eine Mentorenprogramm für Studierende und seit Neuestem ein Skills-Lab, das aus Mitteln des Konjunkturprogramms II eingerichtet wird. Für die gezielte Nachwuchsförderung gab die Fakultät 2009 rund 3,6 Mio. Euro aus.

„Die hohe Ausbildungsqualität des ärztlichen Nachwuchses und die international anerkannte Innovationskompetenz der Leipziger Medizin sind stärkster Motor der Universität. Die Fakultät und das Klinikum sind Garant für einen wachsenden und zukunftssicheren Arbeitsmarkt, für die Menschen dieser Region und ganz Sachsens, gerade in der Finanzkrise", stellte Thiery fest. Wir benötigen zur Absicherung der Lehre und eine für Drittelgeber verlässliche Gegenfinanzierung der neue Arbeitplätze schaffenden Großforschungsprojekte eine unserer Leistung angemessene Basis, die mit dem Landeszuschuss finanziert werden muss." Derzeit befinde man sich gemeinsam mit dem Klinikum und der Universitätsleitung in Gesprächen mit der Landesregierung, um eine zukunftssichere Lösung dieses Problems zu finden. Der Dekan appellierte eindringlich an die Ministerien und alle politisch Verantwortlichen den erreichten hohen Stand der Medizinischen Fakultät zu erkennen. Ein Stopp und Abbau der wachsenden Wissenschafts- und Ausbildungsstruktur der Leipziger Medizin würde auch in Jahrzehnten nicht mehr aufzuholen sein. „Wir werden gerne alles dazu beitragen, damit der Leipziger Medizin die notwendige Priorität für die Zukunft der Menschen dieser Region und des Freistaats gegeben werden kann."

Klinikum und Fakultät haben sich für 2010 viel vorgenommen. So sollen beispielsweise das LIFE-Projekt zur Erforschung von genetischen und umweltbedingten Ursachen von Volkskrankheiten und der IFB Adipositas­Erkrankungen ihre wissenschaftliche und klinische Arbeit aufnehmen. Es stehen weitere Bauprojekte, allen voran der Neubau der Zahnklinik und des Instituts für Transfusionsmedizin (Blutbank) an und auch an den Strategieprojekten wird weiterhin mit Hochdruck gearbeitet. Vorstand und Dekan dankten der Staatsregierung des Freistaates Sachsen, dass sie trotz schwieriger wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin die Universitätsmedizin Leipzig unterstützt und damit dazu beiträgt, den Medizinstandort Leipzig zu stärken.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.