Rückenbeschwerden erfolgreich behandeln

Pressemitteilung vom 21.01.2010
Wissenschaftliches Symposium soll helfen, Versorgungsqualität zu verbessern

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden in den Industrienationen. Ihre Erscheinungsformen sind dabei so vielfältig wie die Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Die erfolgreiche Behandlung von Rückenbeschwerden stellt daher für Mediziner, Therapeuten und Patienten eine große Herausforderung dar. Rund 250 Experten aus ganz Deutschland treffen sich am kommenden Samstag zum ersten Neujahrssymposium der Physikalischen Therapie und Re-habilitation des Universitätsklinikums Leipzig. Unter dem Motto „Lenden-Becken-Hüft-Region in Prävention, Kuration und Rehabilitation eine facettenreiche Thematik" setzt sich die Veranstaltung mit der ganzheitlichen Betrachtung von Rückenerkrankungen auseinander. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der interdisziplinäre Austausch. In Vorträgen vermitteln renommierte Experten verschiedener Fachrichtungen und Berufsgruppen neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und diskutieren Möglichkeiten, die Versorgung betroffener Patienten zu verbessern.

Zeit: Samstag, 23. Januar 2010, 8.30 - 16 Uhr Ort: Universitätsklinikum Leipzig AöR, Großer Hörsaal im Operativen Zentrum, Liebigstraße 20, 04103 Leipzig

Drei von vier Deutschen erkranken mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen - Tendenz steigend. Experten sprechen schon lange von einer Volkskrankheit. Doch Beschwerden im Rücken haben viele Gesichter und reichen von Ischias, Skoliose, Osteoporose und bandscheibenbedingten Erkrankungen bis hin zu Hüftgelenksarthrose oder Schenkelhalsfrakturen. Fachleute sprechen hier von Dysfunktionen der Lenden-Becken-Hüft-Region (LBH). „Diese Bezeichnung basiert auf der praktischen Erfahrung vielfältiger funktioneller Zusammenhänge der zugehörigen gelenkigen Verbindungen," erklärt Dr. Claudia Winkelmann, Leiterin der Stabsstelle Physikalische Therapie und Rehabilitation des Universitätsklinikums Leipzig und Veranstalterin des Symposiums. „Das Becken z.B. spielt als nichtstatische, bewegliche und bewegte Basis der Wirbelsäule eine wesentliche Rolle für das ganze Bewegungssystem. Steht es schräg, steht sozusagen alles schräg: Die Wirbelsäule muss sich durch Seitkrümmung anpassen, die Hüftgelenkpfannen stehen schief in der Luft, alle beteiligten Muskeln werden in typischer Weise verzogen, " verdeutlicht Winkelmann. Störungen im LBH-Bereich wirken sich zudem nicht nur entlang der Wirbelsäule bis zur Kopfgelenksregion aus. Sie haben auch Auswirkungen auf andere Körperregionen, z.B. das Kausystem und die Extremitäten. Für die optimale Versorgung von Rückenschmerz-Patienten sei auch die Schmerzursache verstärkt in Diagnostik und Therapie mit einzubeziehen, so Winkelmann. Chronische Rückenschmerzen stünden z.B. in der deutlichen Mehrzahl der Fälle unter dem Einfluss psycho-sozialer Belastungsfaktoren, wie z.B. Stress.

Die beschriebene große Komplexität des Themengebietes Dysfunktionen der Lenden-Becken-Hüft-Region verdeutlicht, dass ein Richtungswechsel weg von der Kuration einer bestimmten Region hin zur Betrachtung des ganzen Menschen erforderlich ist. Damit verbunden ist auch ein Umdenken hin zu mehr Interdisziplinarität. „Die enge, fachübergreifende Zusammenarbeit von Medizinern, Physiotherapeuten und Psychologen ist elementar für einen optimalen Behandlungserfolg", so Winkelmann.

Das Symposium soll diesbezüglich Brücken schlagen. „Es ist wichtig, dass alle an der Patientenversorgung Beteiligten eine Sprache sprechen und als Partner agieren. Ich bin überzeugt, dass wir durch regelmäßigen Austausch und fortwährende Gespräche in den kommenden Jahren diesen Prozess weiter stärken können."

Die Veranstaltung ist mit 8 Fortbildungspunkten zertifiziert.

Zum Programm: http://db.uni-leipzig.de/~ifabdez5/_veranstaltungen/data/dokumente/php20091208150054.pdf

Weitere Informationen:
Dr. rer. med. Claudia Winkelmann
Leiterin der Stabsstelle Physikalische Therapie und Rehabilitation
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Liebigstraße 18, 04103 Leipzig
Telefon: 0341 / 9 71 78 76
Telefax: 0341 / 9 72 81 44
Email: claudia.winkelmann@uniklinik-leipzig.de

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.