Leben rettender Einsatz für ukrainischen Patienten

Pressemitteilung vom 25.11.2009
Krankenhaus aus Charkov bittet Leipziger Unikliniker und ADAC um Hilfe für Patienten mit schwerem Lungenversagen

Am vergangenen Wochenende verlegten Intensivmediziner des Leipziger Uniklinikums mit Hilfe des ADAC Ambulanzflugdienstes und einem Team des Uniklinikums Erlangen im Rahmen eines medizinisch und technisch äußerst anspruchsvollen Lufttransportes einen 51-jährigen Patienten mit schwerem Lungenversagen von Charkov (Ukraine) in das Universitätsklinikum Leipzig. „Die Kollegen in Charkov haben uns um Unterstützung gebeten, weil sie den Patienten, der nach einer H1N1-Infektion ein akutes Lun-genversagen erlitt, nicht adäquat versorgen konnten", erklärt Prof. Dr. Udo Kaisers, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. „Für sie schien eine Verlegung an unser optimal ausgestattetes Klinikum die beste Lösung zu sein. Allerdings war der Patient in einem so schlechten Zustand, dass zunächst fraglich war, ob wir ihn überhaupt nach Leipzig transportieren können."

Einsatz einer mobilen Herz-Lungen-Maschine

Hilfe kam hier vom ADAC AmbulanceService, der es ermöglichte, alles an medizinischer Technik mitzunehmen, was die Leipziger Intensivmediziner benötigten. Dr. Michael Meyer, Medical Director des ADAC-AmbulanceService und Oberarzt der Anästhesiologischen Klinik des Uniklinikums Erlangen erläutert, worin die besondere Herausforderung dieses Transportes lag: „Bei einem akuten Lungenversagen kann es notwendig werden, die Lungenfunktion durch eine Herz-Lungen-Maschine aufrecht zu erhalten. Diese wiegt eigentlich um die 250 Kilogramm und ist damit für ein Flugzeug zu groß und zu schwer. Ohne extrakorporale Unterstützung der Lungenfunktion könnte der Patient aber möglicherweise nicht überleben." Deshalb wurde von der Intensivstation des Leipziger Uniklinikums eine mobile Herz-Lungen-Maschine mitgenommen, eine so genannte ECMO. „Dieses System haben wir zum ersten Mal beim ADAC eingesetzt", so Meyer, „eine Her-ausforderung für das gesamte Team." Die Anästhesiologische Klinik der Uniklinik Erlangen stellt die MedC-rews für den ADAC AmbulanceService und kann auf langjährige Erfahrungen bei derartigen Patiententransporten zurückblicken. Dr. Bernd Donaubauer und Dr. Sven Laudi, Oberärzte an der Uniklinik Leipzig, begleiteten das ADAC-Team. „Wir wussten nicht genau, in welchem Zustand wir den Patienten vorfinden. Deshalb haben wir praktisch alles an Technik mitgenommen, was irgend möglich war und uns darauf vorbereitet, den Patienten eventuell vor Ort mit unserer ECMO zu behandeln. Glücklicherweise war er mit der technischen Möglichkeit im Hintergrund transportfähig", so Donaubauer.

Permanente intensivmedizinische Betreuung

Auf diese Weise wurde der Patient ununterbrochen intensivmedizinisch versorgt und kam nach dreistündigem Flug wohlbehalten im Universitätsklinikum Leipzig an. Sein Zustand ist nach wie vor kritisch. „Wir können an der Uniklinik Leipzig auf höchste medizinische Kompetenz und die beste derzeit verfügbare Technik zugreifen und werden alles tun, um ihm zu helfen", so Prof. Kaisers. Dank der hervorragenden medizinischen und technischen Unterstützung durch den ADAC AmbulanceService und der Mediziner des Uniklinikums habe er den Transport gut überstanden. „Das war schon eine spektakuläre Verlegung und alles andere als banal", resümiert Dr. Meyer, der darauf hinwies, dass damit eine neue Qualität der Absicherung solcher Patiententransporte erreicht worden sei.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.