Hilfe für Patienten mit Gerinnungsstörungen

Pressemitteilung vom 26.06.2009
Wissenschaftliches Symposium soll helfen, Versorgungsqualität zu verbessern

Rund 200 Experten aus ganz Deutschland treffen sich am kommenden Sonnabend zum ersten interdisziplinären Gerinnungssymposium des Universitätsklinikums Leipzig. Die Veranstalter, die Abteilung Hämatologie, Internistische Onkologie und Hämostaseologie unter Prof. Dr. Dietger Niederwieser, die Universitätskinderklinik unter Prof. Dr. Wieland Kiess und das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik unter Prof. Dr. Joachim Thiery organisierten das Symposium, um mit den Teilnehmern darüber zu beraten, wie die Versorgung von Patienten mit Blutgerinnungsstörungen insgesamt verbessert werden kann.

„Es gibt in den einzelnen Fachbereichen von Krankenhäusern gute Experten für Patienten mit Gerinnungsstörungen", erklärt Prof. Dr. Niederwieser. „Es kommt aber darauf an, dieses Expertenwissen zu vernetzen und eine multidisziplinäre Patientenversorgung aufzubauen." Konkret bedeute dies zum Beispiel, dass eben auch in der Chirurgie, in der Urologie, der Gynäkologie usw. Ärzte über ein anwendungsbereites Wissen zu den verschiedenen Gerinnungsstörungen verfügen müssten. Und genau dieser multidisziplinäre Ansatz werde in Leipzig mit guten Ergebnissen schon verfolgt, so Niederwieser. Hier sei es von großem Vorteil, dass die Expertise sowohl im Bereich der Diagnose (Labormedizin) als auch der Therapie vorliege. Das Symposium solle nun auch der Startschuss für eine verstärkte interdisziplinäre Forschung auf diesem Gebiet sein.


Gerinnungsstörungen können erblich oder auch erworben sein. Es gibt verschiedene Ausprägungen der Gerinnungsstörungen, wie z. B. die Bluterkrankheit, die angeboren (Hämophilie) oder erworben (Hemmkörperhämopilie) sein kann, aber auch Krankheiten mit verstärkter Gerinnung, wie z. B. die TTP (Morbus Moschcowitz), bei der es zur Verklumpung des Blutes, zur Ausfällung der Thrombozyten und zur Verstopfung der kleinsten Gefäße kommt. Die meisten der erworbenen Erkrankungen verlaufen schubweise und erfordern immer wieder stationäre Krankenhausaufenthalte. Vor allem bei Operationen, aber auch bei vielen anderen, selbst kleinen Erkrankungen, können die Gerinnungsstörungen erhebliche Probleme bereiten. Am Universitätsklinikum Leipzig werden jährlich etwa 2.500 Patienten mit Gerinnungsstörungen behandelt. Die Ambulanz befindet sich im José-Carreras-Gebäude (Johannisallee 32 A) und wird interdisziplinär geführt. Auch ist ein 24-Stunden-Dienst für Gerinnungsprobleme eingerichtet. Die Klinik arbeitet auch hervorragend mit dem Hämophilieverein zusammen, der aktiv am Symposium teilnimmt.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.