OP-Premiere in Sachsen: Linker Leberlappen erstmalig mit schonender „Schlüssellochchirurgie“ entfernt

Pressemitteilung vom 14.05.2009
Am Universitätsklinikum Leipzig wurde jetzt erstmals eine so genannte Leberteilresektion mittels Schlüssellochchirurgie durchgeführt: Ohne „großen Schnitt“ und in nur zwei Stunden konnte einer Leipziger Patientin erfolgreich der linke Leberlappen entfernt werden.

„Die Patientin litt unter einem großen Leberadenom. Dabei handelt es sich um einen gutartigen Tumor der Leber, der unbehandelt jedoch bösartig werden kann, deshalb mussten wir einen Teil der Leber chirurgisch entfernen", so Prof. Sven Jonas, Direktor der Klinik für Visceral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig. „Solche Eingriffe an der Leber (Leberresektion) werden eigentlich relativ häufig vorgenommen. Im Falle dieser Patientin haben wir jedoch zum ersten Mal einen ganzen Leberlappen laparoskopisch entfernt. So konnten wir große Bauchschnitte vermeiden", erklärt der Experte.

Bei der laparoskopischen Chirurgie wird über kleine Einschnitte in der Bauchdecke ein dünnes Rohr (Laparoskop) mit einer Lichtquelle eingeführt. Diese OP-Methode wird der so genannten minimal-invasiven Chirurgie („Schlüssellochchirurgie") zugeordnet. Immer mehr Operationen, die früher größere Schnitte erforderten, werden heute mit diesem sanften Operationsverfahren vorgenommen - die Leberchirurgie steckt hier allerdings noch in den Kinderschuhen. Prof. Jonas: „Dieser Umstand ist vor allem der komplexen Anatomie und dem großen Blutungsrisiko bei Leberoperationen geschuldet. Laparoskopische Leberresektionen, wie wir sie jetzt durchgeführt haben, werden deshalb erst seit Ende der 90er Jahre und nur in spezialisierten Kliniken angewendet."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.