Hauttumorzentrum des Universitätsklinikums Leipzig erhält Zertifikat der deutschen Krebsgesellschaft

Pressemitteilung vom 13.05.2009
Das Hauttumorzentrum Leipzig (HTZL) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig wurde jetzt offiziell nach den Qualifizierungsrichtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Neben Erfurt, Heidelberg und Hornheide-Münster ist das HTZ Leipzig erst das vierte zertifizierte Zentrum in Deutschland.

„Unser Hauttumorzentrum soll die optimale Behandlung und Betreuung von Hautkrebspatienten ermöglichen. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und bei uns in Leipzig. Unsere jüngsten Patienten mit dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs sind bereits heute Jugendliche unter 18 Jahren. Die Anwendung modernster, patientenfreundlicher und maßgeschneiderter Therapieverfahren gehört deshalb ebenso zu unseren Schwerpunkten wie die Orientierung an internationalen Leitlinien und die Durchführung klinischer Studien", so der Leiter des HTZL, Prof. Jan Simon. Dass diese Ansprüche im HTZL auch tatsächlich umgesetzt werden, bezeugt ab sofort das Gütesiegel der deutschen Krebsgesellschaft.

Um dem rasanten Anstieg der Hautkrebszahlen gerecht zu werden und die Versorgung von Menschen mit Hauttumoren zu verbessern, hatten die Deutsche Krebsgesellschaft und andere medizinische Fachgesellschaften ein spezielles Anforderungsprofil und Zertifzierungssystem für Hauttumorzentren entwickelt. So soll sicher gestellt werden, dass die betroffenen Patienten in „zertifizierten Hauttumorzentren" ganzheitlich und in allen Phasen der Erkrankung optimal betreut und versorgt werden.

Qualitätskriterium Interdisziplinarität Zu den wichtigsten Qualitätskriterien für das neue, zertifizierte Hauttumorzentrum in Leipzig gehört die Interdisziplinarität. „Die ganzheitliche Versorgung von Patienten kann nur durch ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen gewährleistet werden. Ein wesentlicher Baustein unseres Hauttumorzentrums ist daher das so genannte Tumorboard. In regelmäßigen Fallbesprechungen kooperieren hier Experten aus der Dermatologie, Chirurgie, Neurochirurgie, Inneren Medizin, Pathologie, Strahlentherapie, Augenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Mund-, Kiefer- und plastischen Gesichtschirurgie, Nuklearmedizin und der Radiologie. Auch niedergelassene Ärzte sind mit dabei. Der Patient wird nicht mehr von Arzt zu Arzt geschickt und es wird keine wertvolle Zeit bei der Behandlung verloren", ergänzt Professor Simon. Dem obersten Ziel einer optimalen Patientenversorgung dienen am HTZL auch die regelmäßigen Qualitätszirkel und interdisziplinären Konferenzen, in denen spezielle Behandlungsverläufe diskutiert werden.

Optimale Versorgung von Patienten mit Hautkrebs Neben den medizinischen Anforderungen, wie z.B. einer Mindestanzahl an Operationen, Chemotherapien und begleitender Forschung sind hohe Qualifikationsanforderungen an das Personal zu erfüllen gewesen. Das Hauttumorzentrum Leipzig schnitt im Zertifizierungsverfahren nicht nur im wissenschaftlichen Bereich, sondern auch in der Organisation des gesamten Behandlungsablaufs sowie im Serviceangebot für die Patienten hervorragend ab.

„Pro Jahr behandeln wir ca. 1000 stationäre und ca. 2500 ambulante Hautkrebspatienten denen wir eine exzellente interdisziplinäre Versorgung anbieten können. Alle, Ärzte, Pfleger und die weiteren Kräfte der Klinik, setzen sich für die Patienten ein. Über die Bestätigung unserer Arbeit durch die erfolgreiche Zertifizierung freuen wir uns sehr" so Simon.

Das Zertifikat der Krebsgesellschaft ist drei Jahre gültig. Um in diesem Zeitraum die Qualität der Versorgung sicherzustellen, werden jährliche interne Prüfungen durchgeführt und es findet zusätzlich eine Überwachung durch externe Experten statt.

Hauttumore - häufigste Krebserkrankungen in Europa In Deutschland erkranken jährlich ca. 120.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die Todesfälle infolge von Hautkrebs sind auf über 3.000 pro Jahr angewachsen. „Gerade die Zunahme von Hautkrebs bei jüngeren Menschen, u.a. durch unvernünftiges Sonnenbaden und Solariumsbesuche ist besorgniserregend. Für die eigenen Sicherheit und einen erfolgreichen Kampf gegen Hautkrebs und seine Folgen gilt neben dem UV-Schutz: Gehen Sie rechzeitig zum Arzt und lassen Sie sich regelmäßig durchchecken, machen Sie z.B. einen Hautcheck", rät Experte Simon.

Ungefähr 80 Prozent aller Hautkrebs-Neuerkrankungen sind dem weißen Hautkrebs (Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) zuzuordnen, gefolgt von dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, und selteneren Hautkrebsarten. „Insbesondere der gefährliche schwarze Hautkrebs wird in der Bevölkerung noch häufig als „Leberfleck" verharmlost." Simon warnt auch vor den so genannten Sonnenschwielen (aktinische Präkanzerosen): Obwohl die Krusten an Kopf oder Handrücken harmlos aussehen, nicht schmerzen, bluten oder nässen, können sie bereits Hautkrebsveränderungen zugeordnet werden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.