Neue Palliativstation eröffnet

Pressemitteilung vom 30.03.2009
Mehr Lebensqualität für Schwerstkranke: Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eröffnete heute gemeinsam mit Sachsens Sozialministerin Christine Clauß eine neue Palliativstation. Damit erweitert das UKL sein Versorgungsspektrum für Patienten mit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen.

Leipzig - „Die neue Palliativstation erhöht die Qualität der Betreuung schwerstkranker Menschen am Universitätsklinikum erheblich. Als universitäres Krankenhaus der Maximalversorgung behandeln wir auch Patienten, für die es keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt. Eine umfassende und kompetente palliativmedizinische Versorgung ist somit eine notwendige und äußerst sinnvolle Ergänzung der stationären Versorgung", erklärte Prof. Dr. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Klinikums, in seiner Begrüßungsan­sprache.

In der alten Frauenklinik mit ihren großzügigen Patientenzimmern, der hellen und freundlichen Atmosphäre und dem schönen Patientenpark hätte man den optimalen Standort für die Einrichtung der Palliativstation gefunden, so Matthias Wokittel, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, der sich seit Beginn seiner Vorstandstätigkeit in Leipzig für die Einrichtung einer Palliativstation eingesetzt hat. Nun sei es auch Dank der Unterstützung durch das Sächsische Sozialministerium gelungen, die Betten der Palliativstation in den Bettenplan des Freistaates aufzunehmen und somit die Rahmenbedingungen für die Einrichtung der Station zu schaffen. Baulich habe man eine den Patienten zugewandte Atmosphäre ohne Krankenhauscharakter und mit bestmöglicher personeller Betreuung geschaffen, hob Wokittel hervor.

Unter Palliativbetreuung oder palliative care versteht man die aktive und ganzheitliche medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen, die unausweichlich zum Tod führen. „Im Vordergrund stehen dabei neben der qualifizierten Schmerztherapie und der Linderung quälender Krankheitssymptome auch die Hilfe und Unterstützung im Umgang mit den vielfältigen Belastungen, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen und zusätzliches Leid verursachen, wie psychische, soziale oder spirituelle Probleme", erklärt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, der die künftige Palliativstation des Universitätsklinikums Leipzig kommissarisch leiten wird.

Die erforderliche ganzheitliche und individuell auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtete Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team, das sich aus Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Psychologen, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten, Trauerbegleitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern zusammensetzt. Durch die Anbindung an das Universitätsklinikum werden für die Palliativpatienten einerseits alle Behandlungs­möglichkeiten eines Krankenhauses gewährleistet, andererseits ist die Gesamtatmosphäre wohnlicher und ruhiger als auf einer üblichen Krankenhausstation. „Unser Ziel ist, die Palliativpatienten wieder so weit zu stabilisieren, dass wir sie dann nach Hause oder in eine andere gewünschte Umgebung entlassen können", so Kaisers. Ein weiteres Ziel sei es auch, den Angehörigen bei der Betreuung des Kranken bestmögliche fachliche und psychologische Unterstützung zu geben.

Die Palliativstation verfügt über acht Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer. Ein gemütlicher Raum der Begegnung mit Austritt zur Terrasse und in den Garten bildet den Mittelpunkt der Station und steht allen Patienten, Angehörigen und dem Personal zur Verfügung. Angehörige und Freunde der Patienten haben die Möglichkeit, vor Ort zu übernachten. Ein eigener Raum der Stille bietet Rückzugsmöglichkeiten für Patienten und Angehörige.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.