Geteilte Spenderleber rettet zwei Menschenleben

Pressemitteilung vom 24.02.2009
Universitätsklinikum Leipzig führt seltene Split-Lebertransplantation durch - 500. Lebertransplantation am UKL

Durch die Teilung einer Spenderleber in zwei Transplantate, ein so genanntes Splitting, können ein 2jähriger Junge aus Hamburg und eine 55jährige Frau aus Sachsen jetzt wieder ein normales Leben führen. In einer siebenstündigen Operation wurde die Spenderleber vor wenigen Tagen zunächst geteilt und anschließend der größere Teil der Patientin verpflanzt. „Aufgrund der guten Qualität der Spenderleber konnte diese in zwei Transplantatorgane geteilt werden. Der kleinere Teil wurde einem Jungen in Hamburg transplantiert, dessen eigene Leber aufgrund eines Tumors entfernt werden musste, der größere Leberteil einer erwachsenen Patientin hier in Leipzig, die an einem chronischen Leberversagen litt. Beiden Patienten geht es nach dem Eingriff sehr gut", so der Direktor der Klinik für Visceral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig, Prof. Dr. Sven Jonas, der die lebensrettende Operation durchgeführt hatte - die gleichzeitig auch die 500. Lebertransplantation am Uniklinikum Leipzig war.

Die Leber wächst nach

Die Split-Lebertransplantation wird zur Behandlung akuter und chronischer, lebensbedrohlicher Leberer-krankungen angewandt. Bei dem Verfahren, dass 1988 in Hannover erstmals angewandt wurde, wird die Leber eines hirntoten Spenders geteilt und anschließend ei-nem Kind sowie einem erwachsenen Empfänger trans-plantiert. Aufgrund einer speziellen Eigenschaft der Le-ber wachsen die implantierten Teil im Körper der Emp-fänger jeweils zu einer vollständigen und funktionstüch-tigen Leber heran. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Das Verfahren wirkt dem chronischen Organmangel in Deutschland entgegen. „Es ist nach wie vor so, dass wir für die Rettung schwerkranker Patienten viel zu we-nig Lebertransplantate zur Verfügung haben. Jeder drit-te Patient auf der Warteliste für eine Lebertransplanta-tion stirbt während der Wartezeit auf das lebensretten-de Organ. Auch Kinder leiden unter dieser Situation. Mit der Split-Lebertransplantation lässt sich die Zahl der Lebertransplantate zwar nicht ausreichend, aber zu-mindest etwas erhöhen", erklärt Jonas.

Split-Lebertransplantation sehr selten

Trotzdem ist die Split-Lebertransplantation ein Transplantationsverfahren, das in Deutschland heutzutage vergleichsweise selten zur Anwendung kommt. „Für eine Split-Lebertransplantation muss das notwendige Organ von exzellenter Qualität sein. Diese ist meistens nur bei relativ jungen Spendern gegeben. Auch ist eine minimale Größe des Organs erforderlich, die für zwei Patienten ausreichend sein muss", so Prof. Jonas

Am Universitätsklinikum Leipzig wurden im Jahr 2008 60 Lebertransplantationen durchgeführt, 2009 waren es bislang 9 Transplantationen, davon eine Split-Lebertransplantation.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.