75 Jahre Blutspende in Leipzig - 75 Jahre Blutspende in Deutschland

Pressemitteilung vom 08.12.2008
Ehrung von aktiven Blutspendern anlässlich des 75. Jahrestages des Blutspendenachweises in Deutschland

Blutspenden schadet nicht, sondern hilft - diese Botschaft wurde bereits vor 75 Jahren in Leipzig überbracht. Am 8. Dezember 1933 erging ein Aufruf in der Leipziger Tageszeitung an die Bevölkerung zur Blutspende am St. Jakob-Hospital, dem heutigen Universitätsklinikum. Dieser Aufruf darf als die Geburtsstunde des Leipziger Blutspendenachweises angesehen werden. Die Gründung des Leipziger Blutspendernachweises im Jahre 1933 diente zur Erstellung von Richtlinien für die zukünftige Arbeitsweise des Blutspendernachweises. Mit der Werbung von Blutspendern und einer funktionierenden Spendervermittlung stellte dies eine neue Qualität für die Bluttransfusion in den Gesundheitseinrichtungen Leipzigs dar. Bereits 1936 konnte über mehr als 1000 erfolgreiche Transfusionen berichtet werden. Ähnliche Versuche der Etablierung eines Blutspendenachweises hat es 1933 in Frankfurt / Main und Berlin gegeben. Aber nur in Leipzig gab es bereits Anfang 1934 einen festen Spenderstamm. Die Blutspende hatte sich dauerhaft etabliert. Der 8. Dezember 1933 ist deshalb auch die Geburtstunde des modernen Blutspendewesens in Deutschland.

Das Institut für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig ist nicht nur der älteste, sondern auch der größte Blutspendedienst der Region. Es versorgt als Dienstleistungseinrichtung das Universitätsklinikum sowie Krankenhäuser und Kliniken des Regierungsbezirkes Leipzig mit Blut und Blutbestandteilkonserven.

Zur Versorgung des Universitätsklinikums und der umliegenden Krankenhäuser werden jährlich etwa 70.000 Blutspenden zur Herstellung von Erythrozyten-, Thrombozyten- und Plasmakonserven benötigt. Das Universitätsklinikum selbst hat einen Bedarf von monatlich ca. 4000 Blutprodukten, von denen mittlerweile ca. 51 Prozent bei der Krebsbehandlung (bis zu 157 Blutkonserven können für einen Patienten im Rahmen einer Blutkrebsbehandlung eingesetzt werden) und etwa 49 Prozent in der operativen Medizin (bei Unfällen sind manchmal 80 Konserven notwendig) zum Einsatz kommen.

Freiwillige Blutspenden sind die Grundlage für das Wirken des Instituts für Transfusionsmedizin, der Blutbank am Universitätsklinikum Leipzig.

Deshalb nehmen das Institut für Transfusionsmedizin des Leipziger Universitätsklinikums und der Förderverein für das Blutspenden in Westsachsen e.V. das Jubiläum „75 Jahre Blutspendedienst Leipzig" zum Anlass, die aktivsten unentgeltlichen Blutspender sowie Knochenmark- bzw. Stammzellspender auszuzeichnen.

Gemeinsam mit Professor Gert Matthes, dem Leiter des Instituts, wird der Präsident der Landesdirektion Walter Christian Steinbach als Schirmherr des Förder-vereins den Festakt am 8. Dezember 2008 in der Schalterhalle des Bayrischen Bahnhofs mit einem Grußwort an die Spender und Gäste eröffnen.

„Wir brauchen unsere freiwilligen Blutspender dringend", so Prof. Matthes. „Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und der Bedarf steigt durch größere chirurgische Eingriffe und aggressivere Therapieformen in der Inneren Medizin stetig an". Die derzeit 27.000 Stammspender des Instituts reichten schon heute nicht mehr, um den steigenden Bedarf zu decken. „Wer Blut spendet, rettet nicht nur Leben, sondern hat auch selbst viele Vorteile", erklärt der Mediziner. Immerhin würde jede Blutspende auf signifikante Parameter getestet, die auf Infektionskrankheiten wie Hepatitis B, C, Geschlechtskrankheiten oder auf eine HIV-Infizierung hinweisen können.

„Zwei von drei Bundesbürgern benötigen im Laufe ihres Lebens wenigstens einmal Blutprodukte - ein guter Grund, um auch selbst Blut zu spenden", appelliert Matthes an die Unentschlossenen und weist gleichzeitig auf die sehr hohen Sicherheitsstandards in der deutschen Transfusionsmedizin hin. So würden beispielsweise Reisende in tropische Länder sechs Monate und Menschen, die sich ein Tattoo oder Piercing zugelegt haben, vier Monate vom Spenden ausgeschlossen. „Allein dadurch verlieren wir etwa acht Prozent der Spendewilligen." Dennoch, an den hohen Standards will Prof. Matthes nicht rütteln: „Die sind sehr sinnvoll und erzeugen für den Empfänger ein hohes Maß an Sicherheit."

Informationen zum Blutspenden gibt es unter http://www.blutbank-leipzig.de/.

Weitere Informationen zur geschichtlichen Entwicklung des Blutspendewesens, zur Verwendung der Blutkonserven und zum Einsatz von Blutprodukten entnehmen Sie bitte den Anlagen.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.