Universitätsklinikum Leipzig weiht Neubau ein

Pressemitteilung vom 26.11.2008
104 Millionen Euro teures Zentrum für Innere Medizin, Neurologie und Nuklearmedizin feierlich eröffnet

Mehr als 400 Gäste feierten am Dienstag die Einweihung des Neubaus für die Innere Medizin, die Neurologie und die Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Unter den Gästen waren Frau Staatsministerin Christine Clauß (Sächsisches Staatsministerium für Soziales) in Vertretung des kurzfristig verhinderten Ministerpräsidenten Stanislav Tillich, Landtagsvizepräsident Gunther Hatzsch, Staatssekretär Dr. Knut Nevermann aus dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, der Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig, Martin zur Nedden, sowie zahlreiche Vertreter von Krankenkassen, der regionalen Wirtschaft, der Politik, der Forschung und dem Gesundheitsweisen.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzigs, die Bedeutung des Neubaus für die Universitätsmedizin Leipzig. „Der Neubau steht zusammen mit dem bereits vor einem Jahr in Betrieb genommenen Zentrum für Frauen- und Kindermedizin für eine neue Universitätsmedizin Leipzig, eine Universitätsmedizin, die eine klare Zukunftsvision hat und für die die Neubauten nun optimale Bedingungen bieten. Modern, offen, klar strukturiert, hervorragend ausgestattet, freundlich gestaltet und zur Kommunikation anregend - so wollten wir unsere neue Basis für Forschung, Lehre und Krankenversorgung bauen."

Der neue Klinikkomplex ist ein weiterer wichtiger Baustein der baulichen Entwicklungsplanung, im Rahmen derer das Universitätsklinikum Leipzig in den vergangenen 15 Monaten schon das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin, das Zentrum für Psychische Gesundheit in der Semmelweisstraße, das neue Zentrum für betriebliche Logistik, den Betriebskindergarten und das Sekundäre Rechenzentrum in Betrieb nehmen konnte. Flankiert werden diese Baumaßnahmen von der Modernisierung des Carl-Ludwig-Instituts, dem Umbau der ehemaligen Hautklinik zum zentralen Forschungsgebäude und der Sanierung des Instituts für Rechtsmedizin.

Der Neubau, dessen Bau und Ersteinrichtung insgesamt rund 104 Millionen Euro kostete, ist für insgesamt 345 Betten errichtet, davon 21 Intensivbetten, 12 Betten auf einer Intermediate-Care-Station und 12 Betten auf einer Stroke-Unit. Nutzer sind die Klinik für Gastroenterologie und Rheumatologie, die Klinik für Endokrinologie und Nephrologie, die Abteilung Pneumologie, die Abteilung Kardiologie und Angiologie, die Abteilung Hämatologie und Onkologie, die Klinik und Poliklinik für Neurologie, die Tagesklinik für kognitive Neurologie, die diagnostische Nuklearmedizin und die Klinikumsverwaltung.

Staatsministerin Christine Clauß überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Tillich und hob hervor, dass der Freistaat Sachsen seit Jahren erhebliche Mittel in die sächsische Universitätsmedizin investiert hat. „Allein in den Medizin-Campus Leipzig sind seit 1991 mehr als 600 Millionen Euro an Investitionen geflossen. Die Bedingungen für die Patienten, die Mitarbeiter und die Studenten haben sich erheblich verbessert; sie gehören zu den besten in Deutschland." Umgekehrt hätte das Universitätsklinikum Leipzig aber auch bewiesen, dass sich diese Investitionen lohnten. Die wissenschaftliche Entwicklung, die Leistungsentwicklung und die wirtschaftliche Entwicklung seien hervorragend.

Matthias Wokittel, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, sieht das Klinikum auf einem sehr guten Weg: „Nachdem wir die Betriebskonzepte für die Neubauten 2005 komplett überarbeitet haben, können wir heute feststellen, dass unser Haus nun über eine optimale Infrastruktur verfügt, um universitäre Hochleistungsmedizin in höchster Qualität anzubieten. Mit dem Konservativen Zentrum haben wir einen weiteren, sehr wichtigen Meilenstein unserer Entwicklung erreicht, diese aber noch nicht abgeschlossen." In wenigen Tagen werde der Architektenwettbewerb für den Neubau der Zahnkliniken abgeschlossen, die Liebigstraße werden noch umgestaltet und verschiedene andere Bauprojekte seien in Planung. „Wir haben die großen Klinikzentren an der Liebigstraße in eigener Regie erbaut, nachdem uns der Freistaat Sachsen dankenswerter Weise nicht nur die Bauherreneigenschaft übertragen, sondern uns auch die Möglichkeit gegeben hat, die Planung und Durchführung der Baumaßnahmen in die eigenen Hände zu nehmen - ein Novum im deutschen Hochschulbau", so Wokittel. „Dadurch konnten wir sehr flexibel agieren und haben alle Bauprojekte im Zeit- und Kostenrahmen realisiert." Wokittel dankte dem Architekten, den verantwortlichen Partnern der Ministerien, der Projektgruppe Klinikneubauten und den zahlreichen Mitarbeitern des Klinikums, die die aufwändige Umzugslogistik geplant und überwacht haben.

Am Ende der Veranstaltung erhielten alle Nutzer einen symbolischen Schlüssel für den Neubau.

Hintergrund und Zahlen:

Rund 180 m Liebigstraße beansprucht der Neubau. In Richtung Paul-List-Straße sind es noch einmal 150 m. Mit 26 400 Quadratmetern Nutzfläche (47 085 qm Bruttogeschossfläche) ist der Neubau das größte Klinikzentrum auf dem Medizin-Campus Liebigstraße. Für die Baugrube wurden 60 000 Kubikmeter Erde ausgehoben. 10 000 Kubikmeter Beton, 1 000 Tonnen Bewehrungsstahl und 140 Tonnen Stahl für Stahlkonstruktionen waren nötig, um den insgesamt 104 Millionen Euro teuren Neubau zu bauen.

Insgesamt arbeiteten 70 verschiedene Gewerke am Projekt, manchmal waren es gleichzeitig bis zu 25 Firmen und rund 350 Bauleute, die die Vorgaben der Planer umsetzten. Auch die Planer hatten Schwerstarbeit zu leisten: Bis zur Fertigstellung hatten sie insgesamt mehr als 12 000 Aufmaßblätter für die verschiedenen Gewerke erstellt. Beeindrucken ist auch eine andere Zahl: Während der Bauarbeiten gab es 0 schwere Unfälle.

In der 18.500 Quadratmeter großen Fassadenfläche sind 2.500 Fenster eingebaut. Unter 14 000 qm Linoleum, 6 000 qm Kautschuk, 5 000 qm Teppichboden, 4 000 Parkett und 1 700 qm Natursteinboden verlaufen 515 Kilometer Starkstrom und 325 km Schwachstromkabel. 35 Kilometer Edelstahlrohre, 20 km Kupferrohre für medizinische Gase, 10 km Gussrohre, 14 km Lüftungsrohre und 26 km Rechteckkanäle wurden verbaut.
2003 hatte das Klinikum einen europaweiten Architektenwettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 179 Büros aus fünf Ländern beteiligten. Im September 2003 entschied das 17-köpfige Preisgericht, dass der Entwurf der Dresdner Architekten woernerundpartner der beste sei und empfahl die Umsetzung. Die Baugenehmigung wurde am 1. August 2005 erteilt; im Dezember begann der Aushub der Baugrube. Die Arbeiten am Rohbau starteten am März 2006; Grundsteinlegung war am 8. Mai 2006. 13 Monate später, am 13. Juni 2007 feierten 470 Gäste das Richtfest. Bereits im November 2008 zog die Klinikumsverwaltung in den Neubau ein; die Kliniken folgen am Ende Dezember 2008. Die Umzüge werden im März 2009 abgeschlossen sein.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.