Einweihung des „Sekundären Rechenzentrums“ des Universitätsklinikums Leipzig

Pressemitteilung vom 15.10.2008
Weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung der Gesamtentwicklungsplanung des Medizin-Campus

Am Mittwoch, dem 15. Oktober 2008, weihte das Universitätsklinikum Leipzig offiziell das neu geschaffene „Sekundäre Rechenzentrum" ein. Vor zahlreichen Gästen übergab Wolfgang Trommer, Leiter der Niederlassung II des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) den symbolischen Schlüssel an die Nutzer.

„Mit der Inbetriebnahme dieses neuen Rechenzentrums haben wir die Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit unserer Datenverarbeitung entscheidend verbessert", sagte Matthias Wokittel, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig in seiner Begrüßungsansprache. „In unserer digitalen Welt ist die Datenverarbeitung einer der wichtigsten, wenn nicht gar der wichtigste Unterstützungsprozess in einem Unternehmen. Krankenhäuser sind da nicht ausgenommen. Eine schnelle Verfügbarkeit, hohe Ausfallsicherheit und Flexibilität der IT-Technologie ist daher ein absolutes Muss."

Wokittel ordnete die Baumaßnahme in die Gesamtentwicklungsplanung der Universitätsmedizin Leipzig ein, die auch den Neubau des Primären Rechenzentrums im Zentralen Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät (ehemalige Hautklinik) vorsieht. Für beide Rechenzentren habe das Klinikum zusammen mit dem Institut für medizinische Informatik und Epidemiologie (IMISE) der Medizinischen Fakultät ein Konzept erar-beitet und Mitte 2006 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Ziel eingereicht, HBFG-Mittel für den Bau zu erhalten. Der Antrag wurde von der DFG in voller Höhe bewillig. Die Gutachter bezeichneten den Antrag als „vorbildlich".

Prof. Dr. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Klinikums, verglich die IT-Infrastruktur mit einem Nervensystem. „Ohne Computer, entsprechende Software und natürlich die - letztendlich globale - Vernetzung wäre erfolgreiche Forschung, aber auch die Krankenversorgung nicht mehr möglich."

Wolfgang Trommer, der mit seinem SIB die Verantwortung für die Baumaßnahme hatte, freute sich, dass er dem Universitätsklinikum das Sekundäre Rechenzentrum übergeben konnte. „Das Carl-Ludwig-Institut wird seit 2005 umfassend saniert, rekonstruiert und modernisiert. Dafür stehen etwa 40 Millionen Euro bereit. Das Sekundäre Rechenzentrum ist ein Teil dieser Baumaß-nahme, der nachträglich mit hoher Priorität realisiert wurde." Durch das Konzept einer redundant aufgebauten, an zwei verschiedenen Standorten untergebrachten Datenverarbeitung haben sich die planerischen und baulichen Anforderungen erheblich erhöht. „Der Neubau des Primären Rechenzentrums im neuen zentralen Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät muss mit dem Sekundären Rechenzentrum störungsfrei verbunden werden, damit das Redundanzkonzept umgesetzt werden kann."

Der Leiter des Bereichs Informationsmanagement des Universitätsklinikums Leipzig, Uwe Stecher, ging vor allem auf die technischen Anforderungen an das Sekundäre Rechenzentrum ein: „Wir haben hier für 1,9 Millionen Euro hoch moderne Server und ein Speichervolumen von insgesamt 60 Terrabyte sowie weitere 60 Terrabyte für das Backup installiert. Die Schränke sind wassergekühlt. Die technische Ausfallsicherheit ist sehr hoch, denn selbstverständlich sind alle Versorgungskomponenten wie z. B. die Stromversorgung und die Kühlung doppelt abgesichert." Man habe ein umfangreiches virtuelles Serverkonzept verfolgt, um eine optimale Ausnutzung der tatsächlichen Server zu erreichen. „Auf einem physischen Serverhost haben wir durchschnittlich 25 virtuelle Server installiert", erklärt Stecher, der auf die damit verbundenen Einsparungseffekte bei der Beschaffung und dem laufenden Betrieb verwies. Durch die Inbetriebnahme des Sekundären Rechenzentrums und die damit zusammenhängenden Neuinstallationen im derzeitigen Primären Rechenzentrum habe sich bereits jetzt die Kapazität und Betriebssicherheit der IT am Universitätsklinikum Leipzig deutlich erhöht.

Wolfgang Trommer wünschte bei der Übergabe der symbolischen Schlüssel an Matthias Wokittel, Uwe Stecher und Prof. Dr. Alfred Winter (IMISE) den Nutzern einen allzeit störungsfreien Betrieb.


Hintergrund:

Der Bereich Informationsmanagement des Universitätsklinikums Leipzig ist für die gesamte Informationstechnologie des Klinikums und der Medizinischen Fakultät verantwortlich. Im Rechenzentrum werden sämtliche patientenbezogene Daten von den Stammdaten der Patienten bis zu digitalen radiologischen Aufnahmen, Laborbefunde, Medikationen usw. verarbeitet. Weitere umfangreiche Anwendungen sind das Warenwirtschaftssystem, die Gebäudeverwaltung, das DataWarehouse für das Controlling, das gesamte Rechnungswesen und zahlreiche Spezialanwendungen für den Medizin- und Forschungsbetrieb. Der Neubau wurde erforderlich, da der in den letzten 10 Jahren enorm gewachsenen Bedarf an Rechenleistung (im RZ sind dann 320 Server virtuell und physisch in Betrieb) , Speicherbedarf und Ausfallsicherheit mit dem alten RZ nicht mehr abzudecken war. Das Sekundäre Rechenzentrum läuft parallel zum Primären Rechenzentrum (Redundanz) und springt bei einer Havarie im Primären Rechenzentrum nahtlos ein. Durch umfangreiche Backup-Systeme wird ein Datenverlust verhindert. Die Planung des Gesamtkonzeptes wurde mit Hilfe der PC-Ware AG und VMware realisiert.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.