Universitätsklinikum weiht 11,5 Mio. Euro teures Logistikzentrum ein

Pressemitteilung vom 02.09.2008
Versorgung der Klinikzentren komplett neu organisiert – erhebliche Kostensenkung durch modernes Logistikkonzept

Vor rund 120 Gästen nahm der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig heute die neu errichtete „Zentralstelle für betriebliche Logistik" in Betrieb. Der 11,5 Mio. Euro teure Neubau südlich des Operativen Zentrums ist die Voraussetzung dafür, dass das Universitätsklinikum die Ver- und Entsorgung der Kliniken und Institute komplett neu gestalten kann.

Die Zentralstelle für betriebliche Logistik wird vom Technischen Servicezentrum des Klinikums, der Abteilung Medizintechnik, dem Hardwareteam des Bereichs Informationsmanagement, dem Zentrallager und der Zentralküche genutzt.

Matthias Wokittel, kaufmännischer Vorstand des Klinikums, fasst die Vorteile dieser Investition zusammen: „Das Universitätsklinikum versorgt pro Jahr etwa 340.000 Menschen ambulant und stationär in 28 Kliniken und Polikliniken. Der innerbetrieblichen Logistik kommt dabei als Unterstützungsprozess große Bedeutung zu. Das Logistikzentrum versetzt uns in die Lage, die Patienten- und Besucherströme, die vor allem in der Liebigstraße konzentriert sind, fast komplett von den Warenströmen zu entkoppeln. Die Klinikneubauten an der Liebigstraße sind unterirdisch miteinander und mit dem Logistikzentrum verbunden. Aus dem Zentrallager und der Zentralküche können nun die meisten Transporte mit dem Fahrerlosen Transportsystem (FTS) erfolgen. Das bisher nötige Verladen der Waren und Speisen auf LKW entfällt zum größten Teil. Außerdem werden die bisher auf neun verschiedene Standorte verteilten Servicebereiche an einer Stelle konzentriert."

Allein am Beispiel der neuen Zentralküche könne man die Vorteile des neuen Logistikzentrums sehr gut verdeutlichen. Bisher seien 5 LKW erforderlich, die 45 Mal pro Woche insgesamt 56 Stationen anfahren, um Speisen und Getränke zu liefern und das Geschirr wieder abzuholen. Künftig werden die meisten dieser Versorgungsfahrten direkt aus der Zentralküche mit dem Fahrerlosen Transportsystem erfolgen. Es werde nur noch ein Fahrzeug benötigt, um die verbleibenden 12 Stationen zu versorgen, die nicht am FTS angeschlossen sind, weil sie sich nicht in den neuen Klinikzentren an der Liebigstraße befinden.

„Wir haben die Lagerbestände insgesamt und vor allem die auf den einzelnen Stationen sehr stark reduziert", erklärt Wokittel, „weshalb wir fast eine just-in-time-Belieferung organisieren müssen. Das geht mit einem an die Kliniken angebundenen Zentrallager natürlich viel besser als bisher." Das FTS werde nach Inbetriebnahme des Zentrums für konservative Medizin seine geplante Auslastung erreichen und dann pro Tag etwa 1.000 Fahrten absolvieren, die sich auf eine Fahrtstrecke von etwa 92.000 km summierten.

Als Ehrengast und Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst war Dr. Volker Messtorff-Lebius, Ministerialrat a. D., zur Einweihung gekommen. Der kürzlich pensionierte Ministeriumsmitarbeiter und Referatsleiter Hochschulbau, Großgeräte und Statistik hat die infrastrukturelle Entwicklung der Universitätsmedizin Leipzig über viele Jahre begleitet. Als ehemaligem Mitglied des Bauausschusses des Aufsichtsrates sind ihm alle großen und kleinen Bauvorhaben am Medizin-Campus bestens bekannt. „Mit der Konzentration der Kliniken entlang der Liebigstraße und dem dahinter befindlichen und mit allen Zentren verbundenem Logistikzentrum kann das Universitätsklinikum geradezu idealtypisch seine Ver- und Entsorgungsprozesse optimieren", so Messtorff-Lebius. „Hier können bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung große Kostensenkungspotenziale erschlossen werden. Deshalb war das Logistikkonzept von Anfang an wichtiger Bestandteil der infrastrukturellen Entwicklungsplanung und wurde vom Freistaat Sachsen auch immer befürwortet und gefördert."

„Der beste Unterstützungsprozess, zu dem ja die Logistik zählt, ist der, den man nicht oder kaum wahrnimmt", ist sich Prof. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig sicher. „Das Logistikzentrum, das wir heute einweihen, versetzt unsere Mitarbeiter in die Lage, mit hoher Effizienz und mit hoch modernen technischen Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass Ärzte und Pflegekräfte ihre Arbeit machen können, ohne sich im Übermaß um Bestellvorgänge oder technische Fragen kümmern zu müssen." Fleig erinnerte auch daran, dass - sozusagen als erster Bauabschnitt des Logistikzentrums - bereits vor knapp einem Jahr die Kältezentrale ein Betrieb genommen wurde, die die Klinikzentren mit gekühltem Wasser für die Klimatechnik versorgt.

Gemeinsam mit Herr Wokittel übergab er an die künftigen Nutzer die symbolischen Schlüssel, die - in Anspielung auf die neue Zentralküche - aus Brötchenteig gebacken waren.

Hintergrund:
Die 11,5 Mio. Euro teure Zentralstelle für betriebliche Logistik verfügt über drei Ebenen und ein Parkdeck mit 94 Stellflächen. Die Nutzfläche beträgt 6.200 qm (Bruttogeschossfläche 8.300 qm). Die Bauzeit betrug 13 Monate. Bauherr war das Universitätsklinikum Leipzig selbst, das die Baukosten teilweise durch Optimierungen bei den Klinikneubauten erwirtschaftete.

Durch die Zentralisierung der Servicebereiche konnte die insgesamt benötigte Nutzfläche um rund 2.200 qm reduziert werden. Mit der neuen Zentralküche wird die Speiseversorgung am Klinikum ab Februar 2009 auf das Cook&Chill-Verfahren umgestellt. Bei Cook&Chill wird das Essen fast fertig zubereitet und dann stark abgekühlt. In kleinen, dezentralen Küchen auf den Stationen wird das Essen dann fertig zubereitet. Die Patienten erhalten das Essen dann „frisch aus dem Kochtopf".

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.