„Traumanetzwerk Westsachsen“ nimmt Gestalt an

Pressemitteilung vom 24.04.2008

Am Mittwoch, 16. April 2008 traf sich zum dritten Mal das „Traumanetzwerk Westsachsen". Diesem Netzwerk gehören 28 Kliniken aus dem Regierungsbezirk Leipzig und Teilen des Regierungsbezirks Chemnitz an. Das Treffen selbst fand nach zwei vorangegangenen Treffen in Leipzig nun erstmals in Chemnitz statt. Inhalt des Netzwerkes ist die Abstimmung medizinischer, technischer und logistischer Gegebenheiten mit dem Ziel, im Fall eines Traumas, also einer durch eine unvorhergesehene äußere Einwirkung hervorgerufenen Verletzung schnell und verlässlich entscheiden zu kön-nen, in welches Krankenhaus die Verunfallten gebracht werden müssen, damit sie möglichst schnell und optimal versorgt werden können. „In einem Traumanetzwerk sind Krankenhäuser aller Versorgungsstufen vertreten", erklärt Prof. Dr. Christoph Josten, Direktor der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. „Außerdem werden die präklinischen Einrichtungen, also Rettungsdienste und Rettungsleitstellen sowie Notärzte eingebunden. Im Traumanetzwerk ist von jedem eingebundenen Krankenhaus bekannt, über welches medizinisches Know-how es verfügt, welche technischen Einrichtungen vorhanden sind, welche Spezialisierungen abrufbar sind usw. Im Notfall ist es auf der Basis dieser Informationen sehr schnell möglich zu entscheiden, wohin der Verletzte idealerweise gebracht werden soll." So erspare man den Rettungskräften unnötige Rückfragen, dem Verletzten unnötige Transporte und habe dennoch mit hoher Sicherheit die bestmögliche Versorgung abgesichert. Die Mitgliedshäuser des Traumanetzwerkes - in Leipzig sind dies neben dem Universitätsklinikum das Klinikum St. Georg, das Ev. Diakonissenkrankenhaus und das Krankenhaus St. Elisabeth - müssen alle über eine entsprechende diagnostische und therapeutische Infrastruktur verfügen, einen 24-Stunden-Traumadienst haben und mindestens ein Basisteam für die Versorgung der Verletzten haben. In jedem Traumanetzwerk muss mindestens ein Krankenhaus der Maximalversorgung eingebunden sein, das alle Fachrichtungen für eine umfassende Schwerverletztenversorgung vorhält. Neben dem Netzwerk „Westsachsen" mit den Regionen Leipzig und Chemnitz gibt es ein „Traumanetzwerk Ostsachsen". Die Mitglieder der Netzwerke setzen sich darüber hinaus für die Einführung bzw. verstärkte Nutzung der Teleradiologie ein. In Sachsen haben sich beide Netzwerke verständigt, zu den Treffen des jeweils anderen Netzwerkes immer einen Beobachter zu entsenden, damit organisatorische, strukturelle und medizinische Maßnahmen synchronisiert werden können. Die Bildung solcher Traumanetzwerke geht auf eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zurück, die damit den Anstoß zu einer bundesweit verbesserten Koordination der Arbeit von Rettungsdiensten, Notärzten, Leitstellen und Krankenhäusern bei der Behandlung von Schwerverletzten, aber auch im Katastrophenfall geben wollte.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.