Zentrum für Psychische Gesundheit offiziell eingeweiht

Pressemitteilung vom 13.03.2008

Das Universitätsklinikum Leipzig weihte am vergangenen Donnerstag mit einem kleinen Festakt sein „Zentrum für Psychische Gesundheit" ein. Sachsens Sozialministerin Helma Orosz konnte sich ebenso wie die rund 170 Gäste davon überzeugen, dass im komplett sanierten und an die speziellen Bedürfnisse der hier tätigen Kliniken angepassten Gebäude beste Bedingungen für die Therapie, aber auch die Forschung geschaffen wurden. Das Zentrum für Psychische Gesundheit wird vor allem von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin genutzt.

Prof. Dr. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Klinikums, zeigt sich in seiner Begrüßungsansprache erleichtert darüber, dass „für die beiden Kliniken nun endlich eine Infrastruktur geschaffen werden konnte, die den hervorragenden Leistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre gerecht wird und diese sicher noch befördern wird". Vor allem die Klinik für Psychiatrie habe nach der Zerstörung ihres Klinikgebäudes im zweiten Weltkrieg Jahrzehnte der Interimslösungen und Aufteilung an mehrere Standorte erleben müssen. „Mit dem Zentrum für Psychische Gesundheit setzen wir einen weiteren Baustein unseres infrastrukturellen Entwicklungskonzeptes um, dass eine nahezu vollständige Erneuerung oder Sanierung unserer Gebäude vorsieht. Damit einher geht die Konzentration von Kliniken, die inhaltlich oder infrastrukturell ähnliche Anforderungen haben und sich in klinikübergreifenden Schwerpunkten auch ergänzen."

Das 1930 errichtete Gebäude bietet sehr gute räumliche Voraussetzungen für bestimmte Therapieformen. Kleinere Therapieräume, eine Turnhalle, zahlreiche Innenhöfe und auch die Nähe zum Friedenspark sind für die therapeutischen Anforderungen beider Kliniken wie geschaffen.

Der Freistaat Sachsen und das Universitätsklinikum Leipzig investierten insgesamt 5,4 Mio. Euro, um das Gebäude inklusive der Forschungsflächen an die Bedürfnisse der beiden Kliniken anzupassen. Auf insgesamt 11.400 m², verteilt auf fünf Geschosse, sind insgesamt 85 stationäre und 50 tagesklinische Behandlungsplätze, Physiotherapie, Ergotherapie, die Ambulanzen der Kliniken Gruppen- und Einzeltherapieräume, Forschungsräume sowie Arbeits- und Sozialräume untergebracht, teilte Matthias Wokittel, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, mit und übereichte den symbolischen Schlüssel an Prof. Dr. Michael Geyer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, sowie Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie. Gleichzeitig dankte Wokittel allen Mitarbeitern, die den Umzug in gewohnt perfekter Weise organisiert haben. Stellvertretend für alle nannte er den Geschäftsbereichsleiter Stefan Stranz.

Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, hob noch einmal die hervorragenden Forschungsleistungen beider Kliniken hervor, die beiden in den neu zu bildenden Profilzentren für die fächerübergreifende klinische Forschung eine große Rolle spielen. Er dankte dem Freistaat Sachsen für die anhaltende Unterstützung bei der Modernisierung der Infrastruktur an der Universitätsmedizin Leipzig.

Prof. Hegerl wies auf die lange Tradition der Psychiatrie in Leipzig hin, die hier als akademische Fachwissenschaft mit der Einrichtung eines Extraordinariats für „Psychische Therapie" ihren Ausgang nahm. Heute ist die Klinik fest in der sozial-psychiatrischen Forschung verankert und baut neurobiologische und anwendungsorientierte klinische Forschung auf. Im Mittelpunkt dabei stehen dabei die Hirnfunktionsdiagnostik in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Universitätsklinikums sowie Arbeiten auf den Gebieten der Neurobiologie von Zwangsstörungen, der Manumotorik und Mimik psychiatrischer Patienten und der Psycho- und Pharmakotherapie der Depression. Die Klinik ist auch Sitz des „Kompetenznetzes Depression-Suizidalität" und des „Deutschen Bündnisses gegen Depression". Prof. Hegerl ist auch Leiter der „European Alliance Against Depression".

Nach Heidelberg ist die Klinik und Poliklinik für Psychosomatik die zweitälteste Abteilung für stationäre Psychotherapie und Psychosomatik an einer deutschen Universität. Direktor Prof. Dr. Michael Geyer, der den Lehrstuhl bereits 1983 übernahm, war Autor und Co-Autor zahlreicher Lehrbücher und Lehrmaterialien für die psychosomatische Grundversorgung und die psychodynamische Psychotherapie. Mit seiner Wahl zum Generalsekretär der International Federation für Medical Psychotherapy im Jahr 2987 fand er internationale Anerkennung. Auch die seiner Klinik angegliederte Selbstständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie unter Prof. Dr. Elmar Brähler ist für zahlreiche Forschungsprojekte und Studien bundesweit bekannt.

Zentrum für Psychische Gesundheit
Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig

weitere Informationen:

http://psy.uniklinikum-leipzig.de/

http://pst.uniklinikum-leipzig.de/

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.