Hochschulmedizin Leipzig blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2007 zurück

Pressemitteilung vom 16.01.2008
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät ziehen anlässlich des gemeinsamen Neujahrsempfangs positive Bilanz – Klinikum konnte Leistungen deutlich steigern

Auf dem gestrigen gemeinsamen Neujahrsempfang zogen der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eine positive Bilanz des Jahres 2007 für die Leipziger Hochschulmedizin. Klinikum und Fakultät hätten trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen ein sehr erfolgreiches Jahr gehabt. Dank des Engagements aller Mitarbeiter sei es gelungen, die Leistungen im DRG-Bereich gegenüber dem Vorjahr um fast 11 % zu steigern und damit die mit den Krankenkassen vereinbarte neue Leistungsmenge um 2 % zu überschreiten. Der Schweregrad der behandelten Fälle (CMI) stieg von 1,343 im Vorjahr auf 1,423 und liegt damit oberhalb des Durchschnitts der deutschen Universitätsklinika. Positiv sei auch die Entwicklung der stationären und ambulanten Fallzahl verlaufen, so dass der Vorstand von einer deutlichen Steigerung des ordentlichen Betriebsergebnisses gegenüber dem Vorjahr ausgeht. Die Medizinische Fakultät habe im vergangenen Jahr im Rahmen der Landesexzellenzinitiative mehrere Konzepte entwickelt, die die Spitzenforschung der Universitätsmedizin interfakultär vernetzen. Darüber hinaus seien mehrere DFG- bzw. BMBF-geförderte Forschungsgruppen sehr erfolgreich tätig. Die Fakultät sei damit auf einem sehr guten Weg, die Zukunft medizinischer Spitzenforschung im Zusammenhang mit universitärer Krankenversorgung in Leipzig zu sichern und ihr internationale Aufmerksamkeit zu verleihen.

Zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang

Mehr als 320 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Gesundheitswesen und Kultur aus ganz Mitteldeutschland, unter ihnen Staatssekretär Dr. Albert Hauser als Vertreter der sächsischen Sozialministerin Helma Orosz, der Leipziger Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht, die Leipziger Finanzbürgermeisterin Bettina Kudla, der Vizepräsident des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig Michael Hund, der Präsident des Sächsischen Landesrechnungshofes Franz-Josef Heigl, der Präsident der Landesärztekammer, Prof. Dr. Jan Schulze und die Rektoren der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, der HTWK, Prof. Dr. Hubert Milke und der Handelshochschule Leipzig, Prof. Dr. Hans Wiesmeth waren in das kürzlich wieder eröffnete Grassimuseum gekommen, um am zweiten gemeinsam veranstalteten Neujahrsempfang des Universitätsklinikums Leipzig und der Medizinischen Fakultät Leipzig teilzunehmen. Die Vorstände des Klinikums, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig und Matthias Wokittel, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, hatten eingeladen, um die Entwicklung der Universitätsmedizin Leipzig zu reflektieren und danach mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

2007 hat Leistungsfähigkeit des Klinikums bewiesen

Prof. Dr. Fleig betonte, dass das vergangene Jahr trotz schwieriger gesetzgeberischer Rahmenbedingungen für das Universitätsklinikum Leipzig ein sehr dynamisches Jahr war. „Wir konnten erste Früchte unserer Arbeit der Jahre 2005 und 2006 ernten und ein wichtiges Etappenziel bei der Neuausrichtung des Klinikums erreichen", resümierte der Medizinische Vorstand. Vor allem das 2006 neu eingerichtete Medizinische Leistungs- und Qualitätsmanagement konnte seine Wirkung voll entfalten und das Leistungsgeschehen in den Kliniken und Polikliniken begleiten, analysieren und steuern. „Im Zusammenspiel aller Beteiligter hat unser Haus eine enorme Leistungssteigerung erreicht, die uns Anfang 2007 niemand zugetraut hat", betonte Fleig. Neben der Quantität habe sich aber auch die Qualität weiter verbessert. So sei man mit der Implementierung von Behandlungsstandards vorangekommen und habe durch verschiedene strukturelle Veränderungen Prozesse in der Krankenversorgung direkt und auch Unterstützungsprozesse klarer gestaltet. Wichtige Projekte in diesem Zusammenhang seien auch die Zertifizierung des Kooperativen Darmzentrums Leipzig, die Zertifizierung der Zentralsterilisation des Klinikums, die Einrichtung der Station für septisch-rekonstruktive Chirurgie und der PACU gewesen. Die höhere Qualität der Behandlung drücke sich u. a. auch in der für ein Universitätsklinikum mit seinen schwer und schwerstkranken Patienten sehr niedrigen Sterberate von 1,53 Prozent aus (7,3 % niedriger als 2006).

„Nach außen hin war das vergangene Jahr natürlich von der Inbetriebnahme des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin geprägt, eine enorme Kraftanstrengung für alle Beteiligten, aber auch ein gewaltiger Schritt auf dem Weg der nahezu vollständigen Erneuerung unserer Infrastruktur. Wir haben aber auch zahlreiche andere Projekte angepackt und abgeschlossen, die nicht weniger wichtig für uns sind", erinnerte Prof. Fleig. Zu diesen Projekten zählten u. a. der Kauf der DSO-G gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Dresden, der Abschluss des Tarifvertrages mit dem Marburger Bund, die Gründung des Departments für Innere Medizin, die Zentralisierung der Physiotherapie und die Einrichtung eines zentralen Pflegemanagements.

Auch habe man weitere sehr gute Fachleute nach Leip-zig holen oder hier halten können, wie z. B. Prof. Dr. Christian Hirsch für die Selbstständige Abteilung für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe, Prof. Dr. Arno Villringer als Direktor der Tagesklinik für kognitive Neurologie und die Berufung von Prof. Dr. Jens-Uwe Stolzenburg als Ordinarius der Urologie.

Deutliche Steigerung des ordentlichen Betriebsergebnisses erwartet

Erste Zahlen zum Jahr 2007 präsentierte der kaufmännische Vorstand des Klinikums, Matthias Wokittel. Mit 65.223 Bewertungsrelationen wurden die Leistungen im DRG-Bereich gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % gesteigert. Die mit den Krankenkassen verhandelte Leistungsmenge (Bewertungsrelationen) wurde um 2 % überschritten. Die Zahl der vollstationären Fälle stieg auf über 47.220 (+ 4,8 % ggü. 2006). Der CMI stieg um 6 % auf 1,423. „Damit liegen wir schon nach ca. zwei Jahren oberhalb des Durchschnitts der deutschen Universitätsklinika. Als wir die Vorstandsverantwortung im Oktober 2005 übernommen haben, starteten wir mit einem CMI von 1,27 und lagen hiermit im unteren Viertel der deutschen Universitätsklinika. 2007 haben wir somit ein Ziel erreicht, welches wir erst für Ende 2008 angestrebt hatten.", erklärte Wokittel. Er bedankte sich ausdrücklich bei den Krankenkassen, die „mit uns gemeinsam das Leistungsgeschehen des Universitätsklinikums in den vergangenen zwei Jahren wieder auf universitäres Niveau angehoben haben und diesen Weg auch in Zukunft mitgehen wollen." Die Krankenkassen hatten für 2007 mit dem Klinikum ein um fast zwölf Prozent höheres Krankenhausbudget als im Vorjahr vereinbart, und somit die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die höheren Leistungen auch vergütet werden.

Das äußerst positive Leistungsgeschehen ist laut Wokittel die Basis dafür, dass der Vorstand seiner unternehmerischen Verantwortung, Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neu zu schaffen, gerecht werden konnte. „Ohne die Leistungssteigerung hätten wir ca. zehn Prozent der Vollkräfte abbauen müssen", erläuterte der Kaufmann. „Nun aber sind wir in der Lage, neue Arbeitsplätze zu schaffen - 2008 werden es etwa 40 neue Vollkräftestellen sein."

Die Mitarbeiter hätten von dieser positiven Entwicklung partizipiert. Im Zuge der Tarifabsprachen zum Haustarifvertrag hätten sie 2006 und 2007 erstmals nach Jahren wieder eine positive Gehaltsentwicklung gehabt. Gleichzeitig leistete das Universitätsklinikum als erstes deutsches Universitätsklinikum eine freiwillige Einmalzahlung an alle Mitarbeiter in Höhe von insgesamt 1,3 Mio. Euro.

Der Kaufmännische Vorstand wies auch darauf hin, dass das Universitätsklinikum Leipzig für die ambulante und Notfallversorgung der Stadt Leipzig unverzichtbar ist. Insbesondere mittwochs Nachmittag, sowie von Freitagnachmittag bis Montagmorgen seien die Ambulanzen des Klinikums sehr stark frequentiert. Die Zahl der ambulanten Konsultationen sei um 17,6 Prozent auf 441.000 gestiegen. „Obwohl wir einen Großteil dieser Leistungen nicht vergütet bekommen, sichern wir damit doch einen nicht unerheblichen Teil der KV-Versorgung in Leipzig ab", betonte er.

Bautätigkeit mit guten Fortschritten

Mit Blick auf die laufende Bau- und Investitionstätigkeit konnte der kaufmännische Vorstand berichten, dass die großen Investitionsmaßnahmen im Zeit- und Kostenplan liegen. Fristgerecht wurde im September das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin in Betrieb genommen. Der Bau lag im Zeit- und sogar mit 5 % unter dem Kostenplan. Das Zentrum für Konservative Medizin wird nach heutigem Stand ebenfalls termingerecht im Herbst 2008 fertig. Der Umbau des Zentrums für Psychische Gesundheit wurde im Dezember 2007 abgeschlossen. Ebenfalls termingerecht ging die Kältezentrale in Be-trieb. Der Bau des Logistikzentrums macht ebenfalls sehr gute Fortschritte. Die 2007 beendeten Baumaßnahmen hatten eine Investitionssumme von insgesamt 72 Mio. Euro, so Wokittel. Weitere 17,1 Mio. Euro Investitionsmittel aus verschiedenen Töpfen flossen in medizinische Geräte wie z. B. einen weiteren Linearbeschleuniger in der Strahlentherapie, einen 3 Tesla MRT in der Kinderradiologie und ein PET / CT in der Nuklearmedizin, sowie in die technische Ausstattung des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin.

Schwerpunktbildung macht Fortschritte

Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, schätzte das Jahr 2007 auch für die Medizinische Fakultät als sehr erfolgreich ein. „Gemeinsam mit dem Klinikum haben wir den Prozess der Schwerpunktbildung unter dem Rahmenthema ‚Prävention und Regeneration' vorangetrieben. Unser Ziel ist es, klare Perspektiven über die Fächergrenzen der Medizin hinaus zu definieren und unter Nutzung unserer vorhandenen Forschungsstrukturen kompetitive Verbundprojekte zu entwickeln." Im Rahmen der Landesexzellenzinitiative habe man sich mit mehreren Konzepten beworben und warte nun mit Spannung auf die in Kürze bevorstehende Bekanntgabe der Ergebnisse. So wurden u. a. unter Federführung der Hochschulmedizin ein Konzept für ein klinisches Genomforschungsprogramm zur Prävention und Therapie umwelt- und lebensstilassoziierter Erkrankungen ausgearbeitet und eine Skizze zur Entwicklung fokaler, zukunftsweisender biologischer und individuell modellbasierter Therapien bei neurologischen Erkrankungen in einem Medizinischen Neurozentrum konzipiert. Ein weiterer Antrag gemeinsam mit den Mathematikern beschäftigt sich der Analyse von Zell- und Gewebsdifferenzierung. Erfolgreich konnte im letzten Jahr u. a. die Arbeit der DFG geförderten Forschergruppe Atheroobesity: Fett und Gefäß weiter fortgesetzt werden. Eine weitere DFG - Forschergruppe aus dem Bereich der Neurowissenschaften wurde erfolgreich evaluiert und hat ihre Arbeit begonnen. Durch die erfolgreiche Einwerbung eines von BMBF unterstützten Klinischen Studienzentrums kann sich der Studienstandort der Leipziger Universitätsmedizin weiter profilieren, was den Forschern und Klinikern nicht nur helfen wird, neue Diagnostik und Therapien zu etablieren, sondern ihnen auch die Möglichkeit eröffnet, durch einen postgradualen Studiengang die Weiterbildung der klinisch Forschenden zu qualifizieren. „Dies wird der klinischen Forschung nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit Impulse geben können", ist Meixensberger überzeugt. Das Translationszentrum Regenerative Medizin hat seine Arbeit begonnen und zahlreiche, für die Regeneration krankheitsrelevante Fragestellungen werden bearbeitet. Die Vernetzung mit dem DFG - Forschungszentrum in Dresden eröffnet laut Meixensberger die Möglichkeit, neben Berlin und Hannover national und international die Weiterentwicklung des Potentials regenerativer Therapieansätze für unterschiedliche Krankheitsbilder am Gehirn, Herz und Knochen in Sachsen international sichtbar zu forcieren. Gleichzeitig könne die translationale Medizin ein Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Biotechnologie und Medizintechnologie in Leipzig und Sachsen sein. Erfreulich sei die steigende Summe der Drittmitteleinwerbungen und der Publikationen in angesehenen Wissenschaftsjournalen. In den letzten zwölf Monaten habe man 14 Berufungsverfahren für Professuren erfolgreich abschließen können. U. a. konnten Professoren zur Bioinformatik, zur Neurophysiologie, eine Heisenbergprofessur zum Herzstoffwechsel und zur molekularen gynäkologischen Onkologie berufen werden. Parallel zur Bauentwicklung des Klinikums gehen auch die Bauvorhaben der Medizinischen Fakultät gut voran. So sei der erste Bauabschnitt des Umbaus der ehemaligen Hautklinik zum zentralen Forschungsgebäude der Fakultät in vollem Gange. Die räumliche Nähe dieser Forschungsflächen zu den Kliniken werde sich, so Meixensberger, als Vorteil für die gemeinsame Arbeit erweisen. Stolz verwies der Dekan auch auf den im November 2007 überreichten Lehrpreis der Gesellschaft für medizinische Ausbildung, mit dem innovative Lehrkonzepte ausgezeichnet werden. Dies sei ein Beleg dafür, dass die neue Studienordnung erfolgreich umgesetzt werde. Vorstand und Dekan bekräftigten ihr Ziel, die Universitätsmedizin Leipzig in die Spitzengruppe der deutschen Universitätsmedizin zu führen und den Universitätsmedizinstandort Leipzig langfristig zu sichern.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.