Neuste Roboter-assistierte Chirurgie an der Klinik für Urologie

Pressemitteilung vom 04.12.2007

Die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig testen derzeit, ob der Einsatz eines neuartigen OP-Roboters bei der radikalen Prostatektomie zur Therapie des Prostatakrebses Vorteile für die Therapie mit sich bringt. Für diese wissenschaftliche Evaluation wurde für vier Monate ein Da Vinci-Roboter ausgeliehen. „Die Maschine bietet grundsätzlich zwei Vorteile", erläutert Klinikdirektor Prof. Dr. Jens-Uwe Stolzenburg. „Erstens hat der Operateur auf Grund der speziellen Optiken des Gerätes im Gegensatz zur herkömmlichen Technik bei minimal-invasiven Eingriffen ein dreidimensionales Bild. Und zweitens filtert die Maschine jedes noch so kleine Zittern der Hände des Chirurgen heraus." Dieser sitzt vor einer Monitoreinheit und sieht dort das Operationsfeld mit bis zu zehnfacher Vergrößerung und eben dreidimensional. Die Finger liegen in Fingerschlaufen auf der Steuerungskonsole. „Damit kann ich die Instrumente nahezu schwerelos bewegen. Das Gerät ermöglicht sechs Freiheitsgrade der Bewegung, also die gleichen, wie bei einer Hand", so Prof. Stolzenburg. Der Roboter führt ausschließlich Bewegungen aus, die der Operateur vorgibt. Sobald er die Konsole loslässt, schaltet sich die Mechanik ab. Damit sei das System sehr sicher, meint der Leipziger Urologe, der inzwischen mehr als 30 Patienten mit Hilfe des Roboters operiert hat. Bei der radikalen Prostatektomie komme es darauf an, so sorgfältig wie nur irgend möglich zu operieren, um z. B. möglichst Nerven, die für die Potenz des Mannes wichtig sind, zu schonen. Da könne es schon vorteilhaft sein, wenn man ein räumliches Bild sehe und die Instrumente eine große Beweglichkeit haben. Das könne das herkömmliche laparoskopische OP-Besteck nicht leisten, erklärt Stolzenburg. „Als Universitätsklinik müssen wir immer auf dem allerneusten Stand der Technik sein. Der Da Vinci ist ein hoch modernes Gerät mit einem enormen Entwicklungspotential. Jetzt kommt es darauf an zu ermitteln, ob er beim Einsatz bei der von uns entwickelten minimal-invasiven Prostatektomie (EERPE) noch zusätzliche Vorteile mit sich bringt." Ein erster Vergleich falle zunächst unentschieden aus. Es sei die gleiche Zahl der Schnitte nötig und bei beiden Methoden blieben fünf kleine Narben zurück. In beiden Fällen werde der Katheder sehr früh nach fünf bis sechs Tagen entfernt und auch die onkologische Prognose und die Wiederherstellung der Kontinenz seien gleich. „Das Operieren mit Hilfe des Roboters ist jedoch relativ teuer. Diese höheren Kosten werden z.Z. im Sinne unserer Patienten vom Universitätsklinikum übernommen. Man könnte diese auch in Zukunft in Kauf nehmen, wenn sich bei der Roboter assistierten Prostatektomie das Behandlungsergebnis, die Fehlerquote und vielleicht auch die Behandlungszeit verringern würden", so Stolzenburg. „Unsere Evaluation soll helfen, genau solche Daten zu ermitteln."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.