Universitätsklinikum Leipzig nimmt PET/CT in Betrieb

Pressemitteilung vom 28.11.2007
PET-Zentrum mit hoch modernem Diagnosegerät erweitert – Neue Qualität in Krankenversorgung und Forschung

Mit einer Fachveranstaltung für niedergelassene Ärzte nahm die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig heute offiziell ein PET/CT in Betrieb. Dieses hoch moderne medizinische Großgerät kombiniert die Funktionalität einer PET-Kamera und eines Computertomographen und ermöglicht damit eine völlig neue Qualität in der bildgebenden Tumordiagnostik und der nuklearmedizinischen Forschung. Laut Hersteller gibt es weltweit erst etwa 100 dieser Geräte. "Das PET/CT ist eine sehr gute und in Anbetracht unseres klinischen und wissenschaftlichen Leistungsspektrums notwendige Ergänzung unseres PET-Zentrums", freut sich Klinikdirektor Prof. Dr. Osama Sabri. "Mit diesem modernen Kombigerät können wir in der Tumordiagnostik mit einer Messung selbst wenige Millimeter kleine Krebsherde sichtbar machen und dreidimensional exakt im Körper lokalisieren." Bisher habe man dazu zwei Messungen in unterschiedlichen Geräten benötigt, was einerseits einen erhöhten Zeitaufwand mit sich brachte und andererseits aufgrund von Lagerungsproblemen mit erheblichen Fehlern behaftet sein kann.

Schwerpunkte der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin sind vor allem die psychiatrische und neurologische Routine-Diagnostik und Forschung mit Hilfe der PET sowie natürlich auch die Tumordiagnostik. Bei der Positronen Emissions Tomographie (PET) werden dem Patienten winzige Mengen radioaktiv markierter Stoffe (s. g. Radiotracer) verabreicht, die sich in Abhängigkeit von der Zellfunktion in verschiedenen Körpergeweben unterschiedlich verteilen. Die PET-Kamera macht diese Verteilung sichtbar, bildet also die Zellfunktion ab. Dadurch können z. B. auch kleinste Tumorherde entdeckt werden. Das PET allein eignet sich aber nicht zur Abbildung der anatomischen Strukturen des menschlichen Körpers. Um den im PET erhobenen Befund im Körper exakt lokalisieren zu können, benötigt man die kontrastreichen Bilder von den Körperstrukturen, die im CT entstehen. Das CT arbeitet mit Röntgenstrahlen, die von außen in den Körper geschickt werden. Im rund 2 Mio. Euro teuren PET/CT werden beide Untersuchungen quasi gleichzeitig durchgeführt und die Bilder kombiniert (fusioniert). Im entstandenen dreidimensionalen Fusionsbild ist dann die gefundene Zellaktivität millimetergenau lokalisierbar. Da sich bestimmte Tumoreigenschaften (z. B. das Therapieansprechen) nur im PET frühzeitig und sicher beurteilen lassen, bietet das neue Gerät den Medizinern verschiedener Fachrichtungen völlig neue Möglichkeiten zur Therapiesteuerung und -kontrolle. Dank der großen Expertise des Teams um die stellvertretende Klinikdirektorin Prof. Dr. Regine Kluge ist die Klinik schon heute europäisches Referenzzentrum für Morbus Hodgkin im Kindesalter.

Auch in der Erforschung von Krankheiten wie Alzheimer, Depression und Schizophrenie eröffnet das PET/CT den Wissenschaftlern unter Umständen neue Möglichkeiten. Mit nuklearmedizinischen Methoden wollen die Forscher um Prof. Sabri u. a. Methoden zur Früherkennung und Therapiekontrolle dieser und weite-rer neurologischer und psychischer Erkrankungen entwickeln. Auf diesem Forschungsgebiet zählt die Leipziger Klinik zu den ersten Adressen weltweit, was zahlreiche internationale Wissenschaftspreise aus den vergangenen Jahren unterstreichen.

"An der Universitätsmedizin Leipzig sind wir bestrebt, eine hervorragende Infrastruktur für Krankenversorgung, Forschung und Lehre bereitzustellen. Deshalb planen wir schon beim Bau der neuen Klinikzentren mit ein, in wenigen Jahren oder sogar schon in wenigen Monaten die medizinischen Großgeräte durch die neueste Generation zu ersetzen oder zu ergänzen", erläutert Matthias Wokittel, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. "Insofern ist die Inbetriebnahme des PET/CT Bestandteil unserer mittelfristigen Medizintechnik-Planung." Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Klinikums bekräftigt: "Universitäre Hochleistungsmedizin ist die Einheit von exzellenter Forschung, hervorragender Krankenversorgung und einer hoch modernen apparativen Ausstattung an einem Medizinstandort. Das PET-Zentrum an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin ist dafür ein sehr gutes Beispiel."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.