Neu für Allergiker: Tabletten gegen Hausstaubmilbenallergie

Pressemitteilung vom 14.09.2007
Universitäts-Hautklinik sucht Probanden für klinische Studien

Durch eine neue Tablettentherapie können Hausstaubmilben-Allergiker demnächst vielleicht aufatmen. „Bisher konnte eine Hyposensibilisierung bei diesen Patienten, nur mit Spritzen oder Tropfen durchgeführt werden“, erklärt Dr. Regina Treudler, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig. „Jetzt soll die Möglichkeit einer Tablettentherapie bei Milben-Allergikern in unserem Hause im Rahmen einer klinischen Studie überprüft werden.“


Für diese Studie sucht die Universitäts-Hautklinik Pro-banden, die von einem allergischen Schnupfen bei Hausstaubmilbenallergie betroffen sind. Wie Prüfarzt Dr. Max Schlaak sagt, sollten die Patienten zwischen 18 und 50 Jahre alt sein und allenfalls unter leichtem Asthma leiden. Für die im Oktober beginnende Studie müssen die Probanden sechs Monate lang täglich eine Tablette einnehmen.


„Die stärksten Beschwerden bei einer Milbenallergie manifestieren sich in den Wintermonaten“, erläutert Dr. Treudler. „Denn zu dieser Jahreszeit verbringen wir die meiste Zeit in geschlossenen Räumen und kommen in Kontakt mit diesen unsichtbaren Hausbewohner. Als Allergene wirken vor allem Eiweiße im Milbenkot “


Das wirksamste Mittel für Allergiker ist es, den Milben den Nährboden zu entziehen. „Alle Staubfänger sollten weg, besonders im Schlafzimmer“, rät Dr. Treudler. „Auch wenn Teppiche und Vorhänge, Polster und Plüschtiere vielleicht hübsch sind: Hier fühlen sich die Hausstaubmilben heimisch. Am besten gefällt es ihnen aber im Bett, weil es hier schön warm ist und viel Nahrung angeboten wird.“ Die nur unter dem Mikroskop sichtbaren Tierchen ernähren sich nämlich von Hautschuppen, von denen jeder Mensch täglich etwa anderthalb Gramm verliert. Bei Untersuchungen wurde schon festgestellt, dass der Inhalt eines Kopfkissens nach zwei Jahren Benutzung zu zehn Prozent aus toten Milben und deren Ausscheidungen besteht.


Damit wird insbesondere nachts für die Milbenallergiker hart: Dauerschnupfen, Niesanfälle, Augenjucken, Halsschmerzen, Jucken oder Anschwellen der Nasen- oder Rachenschleimhaut, in einigen Fällen auch asthmatische Reaktionen, werden zur ständigen Belastung.


Wenn durch fleißiges Putzen der Wohnung und milbendichte Matratzenüberzüge („Encasings“) keine ausreichende Besserung erzielt wird, so kann eine Hyposensibilisierung helfen, die die Leipziger Hautklinik nunmehr auch als sublinguale Immuntherapie anbietet. Dabei lässt der Patient eine Tablette unter der Zunge (Lingua) zergehen.


Eine weitere aktuelle klinische Studie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig widmet sich der Frage, ob mit der spezifischen Immuntherapie auch Patienten geholfen werden kann, so sowohl unter Neurodermitis als auch unter Hausstaubmilbenallergie leiden. Diese Studie umfasst einen Zeitraum von anderthalb Jahren.



Interessenten können sich unter informieren unter

www.hautklinik-leipzig.de

und melden unter

0341/ 97-18750 (Telefon mit Sprachbox)


Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.