Zentrum für Frauen- und Kindermedizin feierlich eingeweiht

Pressemitteilung vom 05.09.2007
Rund 500 Gäste nahmen am Festakt teil – Blumen für Patientinnen und Kiko für kleine Patienten

Zum Festakt anlässlich der Einweihung des neuen Zentrums für Frauen- und Kindermedizin konnte der Medizinische Vorstand des Klinikums, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, mehr als 500 Gäste begrüßen. Prominentester Gast war Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt. In seiner Festrede würdigte er den Neubau als Meilenstein beim Ausbau des sächsischen Gesundheitssystems. ''Wenn wir heute diesen hochmodernen Krankenhausneubau in Sachsen einweihen, dann erleben wir ganz konkret die Erfolge einer Gesundheitspolitik, für die bereits vor 17 Jahren die Weichen richtig gestellt wurden. Das Universitätsklinikum Leipzig mit seinem neuen Zentrum für Frauen- und Kindermedizin ist hierfür ein weiteres gelungenes Beispiel. Sein wirtschaftliches Know-How hat das Klinikum auch mit dem Bau dieses Zentrums unter Beweis gestellt, und zwar zugunsten einer medizinischen Versorgung auf höchstem Niveau'', sagte Ministerpräsident Georg Milbradt und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Universitätsklinikum die Baumaßnahme selbstständig vergeben und betreut habe. Durch weniger Bürokratie sowie kurze Wege und Entscheidungen seien Bauzeit und Kostenrahmen effizient gehalten worden. ''Ich würde mich freuen, wenn unsere modernen Kliniken zukünftig verstärkt junge Ärzte dazu ermuntern, sich nach dem Studium bei uns niederzulassen. Schließlich möchte ich, dass wir das Problem des Ärztemangels gerade im ländlichen Raum zufriedenstellend lösen können. Im gegenwärtigen System geht das nicht, weil es hier anders als in Westdeutschland kaum Privatversicherte gibt. Wir müssen also andere Wege finden, den niedrigeren Verdienst unserer Ärzte zu kompensieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Problem langfristig lösen werden'', ergänzte Milbradt abschließend in seiner Festansprache.

Prof. Dr. Wolfgang Fleig dankte dem Freistaat für das hohe Engagement für die Leipziger Universitätsmedizin. „Bis Ende 2008 wird das Universitätsklinikum Leipzig dank der enormen Investitionen über eine der modernsten Infrastrukturen in Deutschland verfügen. Das ist für unsere hoch kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für Wissenschaftler und für Lehrende eine optimale Ausgangsbasis, um universitäre Hochleistungsmedizin in ihrer gesamten Bandbreite und mit ihrer großen Innovationskraft sicherzustellen.“ Für den Standort Leipzig seien die Investitionen ein bedeutsames Signal für die Zukunftssicherung. „Der Medizin-Cluster in Leipzig wird im Wesentlichen durch die Universitätsmedizin Leipzig und deren wissenschaftliche Partner geprägt. Die Investitionen in das Universitätsklinikum Leipzig, aber auch die Investitionen der Max-Planck-Gesellschaft in Leipzig oder in der Bio-City beweisen, dass es den Beteiligten mit der Stärkung dieses Clusters ernst ist.“

Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, betonte, dass sich mit dem neuen Zentrum für Frauen- und Kindermedizin auch die Bedingungen für Forschung und Lehre erheblich verbessern. „Wir wollen in Leipzig den medizinischen Fortschritt mitbestimmen und punktuell auch vorwegnehmen. Dazu brauchen wir optimale Rahmenbedingungen. Der Neubau ist Teil einer Gesamtentwicklungsplanung von Klinikum und Fakultät, die eine nahezu vollständige Erneuerung der Infrastruktur im Medizinischen Viertel bis Ende 2012 vorsieht.“ Neben den Klinikneubauten gehe auch der Umbau der alten Hautklinik zum zentralen Forschungsgebäude und die Sanierung des Carl-Ludwig-Instituts als zentrales Studiengebäude mit großen Schritten voran.

Aus den Händen des Architekten Martin Richter von woernerundpartner sowie des Gesamtprojektleiters Neubauten am Universitätsklinikum, Peter Lang, nahmen die Direktoren der Kliniken, die das Gebäude nutzen, symbolisch je einen Schlüssel entgegen. Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Universitätskinderklinik, bezeichnete den Neubau als „Quantensprung für unsere Patienten“ und Prof. Dr. Dr. Höckel, Direktor der Universitätsfrauenklinik, ergänzte: „Wir haben hier Bedingungen, von denen wir bis vor kurzem nur träumen konnten.“ Prof. Holger Till, Direktor der Kinderchirurgie, findet das Gebäude einfach „atemberaubend“.

Der kaufmännische Vorstand des Universitätsklinikums, Dipl.-Kfm. Matthias Wokittel, erinnerte daran, dass der Neubau so konzipiert und gebaut wurde, dass die Patienten eine freundliche und angenehme Atmosphäre vorfinden und die diagnostischen und therapeutischen Abläufe klar strukturiert und so schlank wie möglich vonstatten gehen. „Damit gewährleisten wir höchste medizinische Qualität und gleichzeitig eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die Neubauten sind für uns ein Symbol dafür, dass die medizinische Versorgung einerseits auf höchstem Niveau, andererseits aber auch wirtschaftlich erfolgreich in öffentlicher Trägerschaft erfolgen kann.“

Auch die kleinen und großen Patienten im Neubau wurden anlässlich der Einweihungsfeier nicht vergessen. Alle Patientinnen der Universitätsfrauenklinik erhielten eine Blume und alle Patienten auf den Kinderstationen erhielten Kiko, das Maskottchen der Kinderklinik als Kuschelfigur.


Hintergrund:

Der Bund, der Freistaat Sachsen und das Universitätsklinikum Leipzig werden zwischen 2001 und 2008 rund 350 Millionen Euro in den „Medizin-Campus Liebigstraße“ investiert haben. Neben dem Operativen Zentrum, dem heute eingeweihten Zentrum für Frauen- und Kindermedizin und dem Zentrum für Konservative Medizin (geplante Fertigstellung Ende 2008) werden auch die Zahnkliniken als Bestandteil der Kopfkliniken am Bayrischen Bahnhof saniert werden sowie eine Kältezentrale und ein Logistikzentrum neu errichtet. Weitere Infrastrukturprojekte sind die Inbetriebnahme des Psychosozialen Zentrums im Dezember 2007, die Sanierung der Medizinischen Berufsfachschule und die Sanierung des Institutsgebäudes der Pathologie.

Das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin wurde in einer Bauzeit von 32 Monaten errichtet. Nutzer sind die Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche, die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, die Orthopädische Klinik mit der Kinderorthopädie, die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters sowie die Universitätsfrauenklinik (Triersches Institut).

Das 62 Mio. Euro teure Haus verfügt über 14500 Quadratmetern Nutzfläche und insgesamt 228 Betten, sieben OP-Säle, vier Kreißsäle, die Kinderradiologie, zahlreiche Untersuchungs- und Behandlungsräume, Einzel- und Gruppentherapieräume, die Krankenhausschule, Spielzimmer, Seminarräume und Warte- und Aufenthaltsräume, eine Kapelle sowie zahlreiche technische Betriebsräume. Es ist unterirdisch mit dem Operativen Zentrum und später der neuen Logistikzentrale verbunden und verfügt über eine Rohrpostverbindung zum Zentrallabor. Als eine der ersten Kliniken in Deutschland sind die OP-Säle mit HDTV-Technik für minimal-invasive Operationen ausgestattet.

Das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin befindet sich in der Liebigstraße 20a und ist mit den Straßenbahnlinien 2, 9, 12, 15 und 16 (Haltestellen Bayrischer

Platz oder Johannisallee oder Ostplatz) sowie der Buslinie 60 erreichbar.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.