Neueste Radiologie-Verfahren locken 350 Mediziner nach Leipzig

Pressemitteilung vom 15.03.2007
Prof. Kahn, Chef der Radiologie des Universitätsklinikums Leipzig: Hirntumoren und Krankheiten der Gehirngefäße fordern interdisziplinäres Herangehen

Neueste Diagnose- und Therapieverfahren bei Hirntumoren und Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns stehen im Mittelpunkt der Tagung „Radiologie Aktuell 2007“, zu der am 16. und 17. März rund 350 Radiologen aus allen Teilen Deutschlands nach Leipzig kommen. „In beiden Themenbereichen ist zur Erkennung und Behandlung der Krankheiten sehr viel in Bewegung gekommen“, so Prof. Dr. Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Leipzig. „Deshalb halte ich es für wichtig und nützlich, in bewährter interdisziplinärer Weise den aktuellen Stand zu definieren und von ausgewiesenen Sachkennern praxisorientiert darstellen zu lassen.“


In kurzen prägnanten Vorträgen informieren einerseits erfahrene Radiologen u. a. aus Leipzig, Tübingen, Essen, Göttingen oder Würzburg über die neuesten Entwicklungen und Verfahren der bildgebenden Diagnostik. Andererseits stellen Pathologen und Neurochirurgen auf der Leipziger Tagung ihre Anforderungen und den aktuellen Stand ihres Fachgebietes dar. Beispielsweise wird Prof. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, vortragen, was ein Neurochirurg von der bildgebenden Diagnostik erwartet. Zudem informiert Dr. Guido Hildebrandt von der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Leipzig über neue Aspekte der Strahlentherapie von Hirntumoren. „Mit diesem breiten wissenschaftlichen Herangehen an ein Thema tragen wir zum optimalen Zusammenwirken aller medizinischen Teilbereiche bei“, so Tagungsleiter Prof. Kahn.


Neben dem Stellenwert neuer MRT-Techniken – von der Spektroskopie über Diffusion und Perfusion – und der Interpretation von CT- und MRT-Untersuchungen bei Hirntumoren stehen Diagnose und Therapien bei zerebrovaskulären Erkrankungen, die unter dem Stichwort Schlaganfall gefasst werden können, auf der Tagesordnung. Auch hier gibt es hochmoderne Verfahren zur Gefäßdarstellung, wie die Digitale Subtraktions-Angiographie (DSA), die CT- und die MRT-Angiographie, deren Möglichkeiten auf der Leipziger Tagung vorgestellt und diskutiert werden.


„Besonders interessant ist die DSA, da sie zugleich mit Therapiemaßnahmen verbunden werden kann“, erläutert Prof. Kahn. „Wenn beispielsweise ein Aneurysma – also eine gefährliche Gefäßaussackung, die platzen und dann einen Schlaganfall verursachen kann – im Gehirn entdeckt wird, kann es mit der Coiling-Therapie schonend behandelt werden. Bei diesem endovaskulären Verfahren, das auch an unserer Klinik mit steigender Tendenz eingesetzt wird, schieben wir über einen Mikrokatheter einen haarfeinen Draht – das Coil – bis ins Gehirn. Im Aneurysma rollt sich dann der weiche Draht auf und verschließt so die Gefäßaussackung sicher.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.