Positive Entwicklung der Hochschulmedizin Leipzig

Pressemitteilung vom 17.01.2007
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät zeigen sich anlässlich des gemeinsamen Neujahrsempfangs zufrieden mit der Entwicklung des vergangenen Jahres

Leipzig – Auf dem gestrigen gemeinsamen Neujahrsempfang gaben der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eine positive Einschätzung des vergangenen Jahres für die Leipziger Hochschulmedizin ab. Trotz einer insgesamt 22 Wochen andauernden Streikphase sei es Dank des Engagements aller Mitarbeiter gelungen, die mit den Krankenkassen vereinbarten Leistungsmengen nicht nur zu erreichen, sondern sogar leicht zu überschreiten. Auch konnte eine Steigerung des Schweregrades der behandelten Fälle um 2,44 % zum Vorjahr erreicht werden, so dass das ursprünglich für 2006 geplante ordentliche Betriebsergebnis in Höhe von + 370 TEUR übertroffen wurde. Der Medizinischen Fakultät sei es gelungen, im Spannungsfeld sich verändernder struktureller, inhaltlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre wichtige strukturelle und Profil bildende Weichen zu stellen.


Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens


Mehr als 220 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Gesundheitswesen und Kultur aus ganz Mitteldeutschland, unter ihnen die sächsische Sozialministerin Helma Orosz, der Leipziger Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht, der Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig Eckart Hien, der Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen Hartmut Bunsen und der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, waren in die Alte Handelsbörse zu Leipzig gekommen, um am ersten gemeinsam veranstalteten Neujahrsempfang des Universitätsklinikums Leipzig und der Medizinischen Fakultät Leipzig teilzunehmen. Die Vorstände des Klinikums, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig und Matthias Wokittel, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, hatten eingeladen, um eine kurze Einschätzung des Jahres 2006 und einen Ausblick auf 2007 abzugeben und danach mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.


2006 war schwierig, aber erfolgreich


Prof. Dr. Fleig betonte, dass der Neujahrsempfang eine Bilanz des ersten Jahres, in dem der Vorstand aber auch der Dekan im Amt waren, ziehen solle, gleichzeitig aber auch für ein neues, konstruktives Miteinander von Klinikum und Fakultät stehe. Diese neue Qualität der Zusammenarbeit habe fruchtbare Diskussionen und zukunftsorientierte Entwicklungen zugelassen, die sich vor allem in der Definition von gemeinsamen Schwerpunkten in Krankenversorgung, Forschung und Lehre gezeigt haben. Hervorzuheben sei auch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Klinikum, Fakultät, Universität und der sächsischen Staatsregierung. Dies sei in Anbetracht der komplizierten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen aber auch mit Blick auf die Veränderungsprozesse in Forschung und Lehre von besonderer Bedeutung.

Mit Blick auf die Tarifauseinandersetzungen mit dem Marburger Bund und ver.di sowie die schwierigen Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen wies der Medizinische Vorstand des Klinikums darauf hin, dass das Jahr 2006 ein Jahr voller Herausforderungen war. Es sei jedoch gelungen, all diese Herausforderungen gut zu meistern. „Wir konnten uns mit den Gewerkschaften auf die Eckpunkte für Haustarifverträge einigen und sind momentan dabei, die Tarifverträge auszuformulieren“, so Fleig. „Unsere Mitarbeiter, aber auch wir als Unternehmen, haben damit eine verlässliche und berechenbare Grundlage für die Zukunft erhalten.“

Innerhalb des Klinikums konnte viel bewegt werden. So wurden ein Medizinisches Leistungs- und Qualitätsmanagement neu eingeführt, eine die Grenzen einzelner Kliniken übergreifende Departmentstruktur diskutiert und für die Innere Medizin beschlossen sowie die Bildung organbezogener Zentren zur Verbesserung der Qualität in Krankenversorgung und klinischer Forschung und zur besseren Ressourcennutzung angeregt. Mit den vier neu berufenen Ordinarien Prof. Till (Kinderchirurgie), Prof. von Klitzing (Kinder- und Jugendpsychiatrie), Prof. Kaisers (Anästhesiologie) und Prof. Hegerl (Psychiatrie) habe man hervorragende Fachleute nach Leipzig holen können, die für Klinikum und Fakultät eine wertvolle Bereicherung seien.


Positives Betriebsergebnis ohne Landeszuschuss


Erste Zahlen zum Jahr 2006 präsentierte der kaufmännische Vorstand des Klinikums, Dipl.-Kfm. Matthias Wokittel. Trotz des Streiks habe man mehr als 45.000 Fälle vollstationär sowie 2.300 Fälle teilstationär behandelt. Die mit den Krankenkassen verhandelte Leistungsmenge (Bewertungsrelationen) wurde ebenfalls leicht überschritten und liegt bei rund 59.000. „Diese Eckdaten zu unseren Krankenhausleistungen zeigen deutlich, welches Potenzial das Universitätsklinikum Leipzig hat. Wir konnten erfolgreich unsere Strategie umsetzen, den Maximalversorgungscharakter des Klinikums auszubauen“, erklärte Wokittel. „Im Ergebnis dieser Leistungen konnten wir zum zweiten Mal in Folge ein positives ordentliches Betriebsergebnis ausweisen. Wir sind das einzige deutsche Universitätsklinikum, das ohne einen konsumtiven Landeszuschuss schwarze Zahlen schreibt.“


Infrastruktur des Klinikums wird hochmodern


Mit Blick auf die laufende Bau- und Investitionstätigkeit konnte der kaufmännische Vorstand Matthias Wokittel berichten, dass die großen Investitionsmaßnahmen im Zeit- und Kostenplan liegen. Fristgerecht werde man 2007 das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin in Betrieb nehmen und ein Jahr später auch das Zentrum für Konservative Medizin seiner Bestimmung übergeben. Zum Jahreswechsel 2007/2008 wird auch das Psychosoziale Zentrum fertig sein. Vom Aufsichtsrat beschlossen sei auch der Bau eines Logistikzentrums, der im Herbst 2008 abgeschlossen sein soll. Diese und einige weitere Investitionen werden insgesamt etwa 194 Mio. Euro kosten und das Klinikum bis Ende 2008 zu einem der modernsten und effizientesten Krankenhauskomplexe in Deutschland und Europa verwandeln. Erfreulich sei auch, dass die Umbau und Modernisierungsvorhaben der Medizinischen Fakultät mit großen Schritten vorankämen.


Auf Anregung des Sächsischen Sozialministeriums werden man Anfang 2008 für die Mitarbeiterinnen des Klinikums, der Medizinischen Fakultät aber auch für Studentinnen eine Kindertagesstätte eröffnen. Damit sollen die umfangreichen Anforderungen des Berufs oder Studiums besser mit dem Privatleben und der Familienplanung vereinbar gemacht werden, so Wokittel.


Erfolgreiche Forschungsprojekte


Auf erfolgreich eingeworbene Forschungsgelder für größere vernetzte Forschungsprojekte verwies Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Dekan der Medizinischen Fakultät. Exemplarisch nannte er die DFG-geförderte „Klinische Forschergruppe Atheroobesity: Fett und Gefäß“ sowie das universitären Translationszentrums Regenerative Medizin. In der Lehre, der studentischen Ausbildung, habe die Fakultät die erfolgreiche Umsetzung der neuen Studienordnung, die zu mehr Praxisnähe der Medizinerausbildung führen soll, weiter fortschreiben können und sich in verschiedenen Rankings hervorragend platziert.

„Für die Zukunft müssen wir uns neben der Weiterentwicklung einer praxisorientierten, wissenschaftlich ausgerichteten Lehre und der grundlagenorientierten krankheitsbezogenen und patientienorientierten Forschung im Sinne der translationalen Medizin als ein entscheidender Impulsgeber des von der Stadt Leipzig initiierten Gesundheitsclusters, aber auch des Wissensstandortes Sachsen verstehen“, definierte Meixensberger die Rolle der Medizinischen Fakultät innerhalb der Region. „Hierbei gilt es unsere Ideenkraft zur Weiterentwicklung der Biomedizintechnologie, aber auch der Medizintechnologie einzubringen und fortzuentwickeln. Gerade die anwendungsbezogene Weiterentwicklung und Vermarktung aktueller Forschungsergebnisse z. B. auf dem Gebiet der regenerativen Medizin, der computerassistierten Chirurgie, wird dazu beitragen den lokalen, regionalen und nationalen Stellenwert unseres Wissensstandortes in Hinblick auf einen Wirtschaftsstandort auszuzeichnen.“ In diesem Sinne sei man aufgeschlossen für neue Kooperationen sowohl inhaltlicher als auch wirtschaftlicher Natur.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.