Krankenhaushygiene am UKL

Im Gegensatz zur kurativen Medizin, die sich mit der Behandlung und Heilung von Krankheiten beschäftigt, ist das Ziel der Hygiene, die Entstehung von Krankheiten oder Infektionen bereits im Vorfeld zu verhindern und Patienten vor beidem zu schützen. Das Wort Hygiene kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der Gesundheit zuträgliche Kunst“.


Die Stabsstelle Krankenhaushygiene

Krankenhaushygiene   Für uns ist es eine allgegenwärtige Verpflichtung, bei der Behandlung unserer Patienten die Entstehung und Übertragung von Infektionen zu verhindern. Die Stabsstelle Krankenhaushygiene hat dabei die Aufgabe, entsprechende Maßnahmen zu etablieren und diese zu überwachen. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit allen, die am Universitätsklinikum in der Patientenversorgung arbeiten. Nur die gewissenhafte Umsetzung von Präventionsmaßnahmen durch jeden Mitarbeiter kann die Verbreitung von Infektionen und Multiresistenzen verhindern.

Klar verständliche und für alle verbindliche Regeln werden durch die Hygienekommission festgelegt, der neben den Mitarbeitern der Stabsstelle der Vorstand des Klinikums und leitende Mitarbeiter einzelner Kliniken und Bereiche angehören. Regelmäßige Stationsvisiten, Beratung zu allen Fragen der Infektionsvorbeugung und ein breites Fortbildungsangebot durch die Stabsstelle sollen die Umsetzung dieser Regeln in die Praxis gewährleisten.


Unser Hygiene-Team

Krankenhaushygiene   Das Team der Stabsstelle Krankenhaushygiene berät in allen Fragen zur Krankenhaushygiene und kümmert sich um die Fortschreibung, Umsetzung und Kontrolle der Hygienepläne.

Unterstützung erhält das Team durch 30 hygienebeauftragte Ärzte, die als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und die in den Kliniken für die Umsetzung der Hygienepläne zuständig sind.

die Mitarbeiter des Hygieneteams




Aktion "Saubere Hände"

Aktion Saubere Hände Seit 2008 beteiligt sich das Universitätsklinikum Leipzig an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“. Diese Initiative ruft Personal, Patienten und Besucher zu einer sorgfältigen und aktiven Händedesinfektion auf.

Am UKL wurden dazu an zentralen Stellen gut zugängliche Spender für Händedesinfektionsmittel aufgestellt, an denen auch die korrekte Desinfektion erklärt wird.

Hände richtig desinfizieren - so gehts


 

Daten und Fakten zur Krankenhaushygiene am UKL

Krankenhaushygiene   2 Hygieneärzte, 30 hygienebeauftragte Ärzte
6 Hygieneschwestern
bis zu 400 Proben werden täglich im Institut für Mikrobiologie untersucht
1800 Dosierspender in allen Patientenzimmern, allen öffentlichen Toiletten, am Fußende der Betten sowie in öffentlichen Bereichen


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Leistungen und Schwerpunkte der Krankenhaushygiene am UKL

Krankenhaushygiene in Lehre und Forschung


Herausforderungen der Krankenhaushygiene

Vor etwas mehr als 40 Jahren wurde in der Medizin eine folgenreiche Fehleinschätzung breit bekannt gemacht: Dank der Erfindung der Antibiotika galten Infektionskrankheiten als weitgehend besiegt. William Stewart, der damals oberste Vertreter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes der Vereinigten Staaten, erklärte 1967 die Infektionskrankheiten in den USA für quasi ausgerottet. Zu den Folgen dieser Fehleinschätzung zählte neben einem weitgehenden Versiegen der Pharmazeutischen Forschung zu neuen Antibiotikawirkstoffen auch die Abwertung der Krankenhaushygiene. Heute weiß man: verfrüht. Zahlreiche Bakterien erwiesen sich als enorm trickreich und entwickelten in ihrem Anpassungsprozess an das Zeitalter der Antibiotika Mechanismen, die diese Wunderwaffen der modernen Medizin stumpf werden ließen.

Multiresistente Erreger entstanden, unterstützt durch den oft gedankenlosen und flächendeckenden Einsatz selbst wirkungsstarker Antibiotika. Gerade in Kliniken der Maximalversorgung mit schwerstkranken Patienten wird das Phänomen der Multiresistenz zunehmend beobachtet. Das Ergebnis sind hoch angepasste sogenannte Krankenhauskeime: Bakterien, die gegen die meisten der verfügbaren Antibiotika resistent geworden sind und darüber hinaus eine erstaunliche Umweltresistenz besitzen.

Immer neue Erregertypen werden zudem in einer globalisierten Welt immer schneller von einem Kontinent zum anderen befördert und treffen unter den Bedingungen der Hochleistungsmedizin auf fruchtbaren Boden. Je neuer der Erreger, umso weniger wirksame Mittel stehen den Medizinern dagegen zur Verfügung. Experten sprechen bereits von der Schwelle zum "postantibiotischen Zeitalter". Heute kämpfen alle Krankenhäuser mit Bereichen, in denen Schwerstkranke oder immungeschwächte Patienten wie beispielsweise Neugeborene versorgt werden, mit dem Problem spezieller Krankenhausinfektionen.

An vorderster Front in diesem Kampf stehen die Universitätskliniken – als Endpunkt der Versorgungskette werden hierher die schwersten Fälle verlegt, die kompliziertesten und seltensten Krankheiten behandelt. Gleichzeitig verfügen Universitätsklinika wie das Uniklinikum Leipzig über eigene Institute für Virologie und für Mikrobiologie und eigene Labore, in denen die Erreger oft mit den modernsten Methoden von hochqualifizierten Experten entdeckt und nachgewiesen werden. Das führt dazu, dass Erreger gefunden werden, die an anderer Stelle unentdeckt bleiben würden.


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