KPC-Keim

Wichtige Fragen und Antworten zu KPC

Was ist KPC?
KPC ist ein multiresistentes Darmbakterium, welches vorwiegend in Krankenhäusern vorkommt und Infektionen verursachen kann. „KP“ steht für Bakterien mit dem Namen Klebsiella pneumoniae. Diese sind im Allgemeinen ungefährlich. Bilden die KP-Bakterien jedoch Resistenzen gegenüber Antibiotika aus, wirken diese nicht mehr. Das Kürzel „C“ deutet auf KP-Bakterien, die auch nicht mehr auf die so genannten Reserveantibiotika der Gruppe der Carbapeneme ansprechen.

Das bisher in Nordeuropa wenig verbreitete KPC-Bakterium ist tendenziell in den letzten Jahren auf dem Vormarsch.
Bakterien mit dieser oder ähnlichen Resistenzen wurden in den 90er Jahren in den USA erstmalig nachgewiesen. Seitdem wird weltweit eine Zunahme der Häufigkeit beobachtet. In Griechenland besitzen über 25 Prozent der Spezies Klebsiella pneumoniae die am UKL nachgewiesene oder eine ähnliche Resistenz, in Italien beträgt die Rate derzeit 5-10 Prozent.
Ausbrüche wie jetzt am UKL gab es zuvor schon in Griechenland, Großbritannien, Italien und Spanien, aber auch in Südamerika und Israel. Auch in anderen deutschen Kliniken werden Bakterien mit dieser oder ähnlichen Resistenzen in steigender Anzahl nachgewiesen.

Wie gefährlich ist KPC?
Für gesunde Menschen sind KPC ungefährlich. Für abwehrgeschwächte Patienten stellt ein KPC-Bakterium ein Risiko dar. Am UKL waren Patienten betroffen, die aufgrund sehr schwerer Erkrankungen stationär behandelt werden mussten.
Bei einer Infektion mit KPC treten die typischen Infektionssymptome wie Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Atemnot oder Schmerzen der Wunde auf. Eine Infektion mit KPC ist mit Antibiotika behandelbar. Für das am UKL nachgewiesene KPC-Bakterium stehen momentan drei unterschiedliche Antibiotika für die Therapie zur Verfügung.

Wie wird KPC nachgewiesen?
Hinweise darauf, ob ein Patient bereits Träger von KPC ist oder ob bei einem Patienten eine Übertragung stattgefunden hat, gibt eine mikrobiologische Untersuchung von Urin und Stuhl. Im Routineverfahren dauert der Nachweis bzw. der sichere Ausschluss von KPC 48 bis 96 Stunden. Durch die Kombination mit molekularbiologischen Methoden (z.B. PCR) kann der Nachweis/Ausschluss von KPC auch schon innerhalb von 6 Stunden vorliegen.

Was passiert mit KPC-Patienten? Wie werden Sie behandelt?
Patienten, bei denen KPC bereits nachgewiesen wurde bzw. vermutet wird, werden sofort isoliert und engmaschig in Einzelpflege betreut und versorgt. Zusätzlich werden umgehend erweiterte Hygienemaßnahmen eingeleitet. Das Tragen von Schutzkleidung (Handschuhe, Kittel, Mundschutz, Haube) ist neben der obligatorischen Desinfektion der Hände für das gesamte Personal und alle Besucher bei jedem Kontakt vorgeschrieben.
Die Behandlung von KPC-Patienten erfolgt bei Ausbruch einer Infektion mit entsprechend wirksamen Antibiotika.

Wie verbreitet sich KPC?

Die Übertragung von KPC erfolgt durch direkten Kontakt mit erregerhaltigen Körperausscheidungen oder mit infizierten Wunden, hauptsächlich bedingt durch unreine Hände, aber auch unreine Gegenstände. Eine Ansteckung durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege ist unwahrscheinlich.