Grünes Krankenhaus im Herzen der Stadt

Das Universitätsklinikum Leipzig fühlt sich nicht nur seinen Patienten und Mitarbeitern verpflichtet,  sondern auch der Umwelt. Mit einer Vielzahl verschiedenster Maßnahmen aus vielen Bereichen engagiert sich das UKL für mehr Nachhaltigkeit: Durch Technik, die Energie und Wasser sparen hilft, aber auch durch Motivationshilfen wie das Job-Ticket oder viele Fahrradständer,  damit möglichst viele Mitarbeiter das  Auto auf dem Arbeitsweg stehen lassen – im Interesse aller.

I_20140813005650 (1) (Carola Zeibig gehört zu den Mitarbeitern der Gärtnerei am Universitätsklinikum leipzig, die sich auch um die Pflanzen auf den Dächern der Kliniken kümmern.) Carola Zeibig gehört zu den Mitarbeitern der Gärtnerei am Universitätsklinikum leipzig, die sich auch um die Pflanzen auf den Dächern der Kliniken kümmern.   Mit begrünten Dächern macht das Universitätsklinikum schon nach außen deutlich, dass es auf Natur und Nachhaltigkeit setzt. Die aufwändigen Begrünungen, die insgesamt eine Fläche von rund 200 Quadratmetern ausmachen, bringen viele Vorteile – und sehen schön aus.
Die gewollten Pflanzen auf den Flachdächern schützen die Dachabdichtung und verlängern deren Lebensdauer, weil sie einen mechanischen Schutz herstellen und zugleich die UV-Strahlung absorbieren. Dazu verbessern sie das Raumklima der darunter liegenden Räume. Denn durch Verdunstung von Regenwasser kann die Temperatur der direkt darunterliegenden Räume im Sommer auf angenehme Werte sinken. Im Winter kühlen durch die Dämmwirkung der Dachbegrünungsschicht die Räume weniger aus.
Zu den Vorteilen eines grünen Daches zählt weiterhin die Wasserrückhaltung. Denn die Pflanzen auf dem Dach verdunsten mehr als die Hälfte des jährlichen Niederschlags wieder, so dass Siedlungsentwässerung und Kläranlagen entlastet werden. Nicht zu vergessen ist, dass Dachbegrünungen Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern. Zudem wird der Aufheizung der Stadt entgegengewirkt.
Der größte Nachteil sind natürlich die hohen Anschaffungskosten. Die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion muss so konzipiert werden, dass sie die zusätzlichen Gewichte aushält. Denn ein begrüntes Dach besteht aus einer aufwändigen Konstruktion: Die eigentliche Dachhaut muss geschützt werden durch eine Trennlage, die chemische Unverträglichkeiten abhält, durch einen Durchwurzelungsschutz, um Beschädigungen durch eindringende Pflanzenwurzeln zu verhindern und eine Schutzschicht gegen mechanische Beschädigungen. Dazu kommen vegetationstechnische Schichten mit Dränschicht, Filterschicht und Vegetationsschicht.
Hohe Anforderungen werden auch an die Vegetation von begrünten Dächern gestellt. Schließlich müssen die Pflanzen mit hohen Strahlungsintensitäten, Trocken- oder Nässeperioden, Nährstoffarmut und Frostperioden zurechtkommen.
Auf all dies ist geachtet worden bei den grünen Dächern des Klinikums. Also: Die Pflanzen und die Luft in den Dachsubstraten dämmen im Winter und können so Heizkosten sparen. Im Sommer führt die Verdunstung der Pflanzen zu merklicher Abkühlung. Außerdem wird durch die Pflanzen auch der vieldiskutierte Feinstaub aus der Luft gebunden.


Mit dem Job-Ticket umweltfreundlich und kostengünstig zur Arbeit fahren

Interview mit Karina Thomas, Personalreferentin

  • Frage: Was sind die Vorteile des Job-Tickets, dass das Klinikum für seine Mitarbeiter organisiert?

Karina Thomas: Über das Job-Ticket haben die Mitarbeiter und Auszubildenden des Klinikums die Möglichkeit, vergünstigt das gesamte Liniennetz der Leipziger Verkehrsbetriebe zu benutzen. Neben uns gibt es in Leipzig fünf weitere Arbeitgeber, die es unterstützen, dass ihre Mitarbeiter mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit fahren. Das ist einerseits umweltfreundlich und andererseits kostengünstig für die Mitarbeiter. Denn für das Job-Ticket zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss und zusätzlich gewährt die LVB einen Mengenrabatt.

  
 
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  • Wie viele Mitarbeiter nutzen das Job-Ticket und wie viel kostet es?

Gegenwärtig sind es rund 450 Mitarbeiter, die ein Job-Ticket nutzen. Der jeweilige Preis ergibt sich aus der Anzahl der Tarifzonen, die auf dem Weg zur Arbeit durchfahren werden. Nehmen wir die Tarifzone 110, also das Leipziger Stadtgebiet. Da kostet das Job-Ticket für den UKL-Mitarbeiter ab 1. August exakt 46,83 Euro statt 65,40 Euro für den Normalbürger. Durch den Arbeitgeberzuschuss wird es nochmals günstiger und kostet letztendlich 42,86 Euro im Monat.

  • Gilt das Job-Ticket auch am Wochenende?

Natürlich. Denn gerade am Klinikum sind Sonnabend und Sonntag ja für viele Arbeitstage. Günstig ist aber auch, dass das Job-Ticket von Montag bis Freitag, jeweils 17 bis 4 Uhr des Folgetages, sowie Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen ganztägig auf andere Personen übertragbar ist. Zudem können zu den genannten Zeiten bis zu zwei Erwachsene und zwei Kinder (bis 13 Jahre) ein Job-Ticket zusammen nutzen.

  • Hat die Eröffnung des City-Tunnels mit der Station am Bayerischen Bahnhof für eine Steigerung der Nachfrage gesorgt?

Ja, deutlich. Gerade Mitarbeiter aus umliegenden Städten und Gemeinden haben die neue Möglichkeit, sehr bequem, weil direkt zur Arbeit zu fahren, erkannt und sind auf das umweltfreundliche Job-Ticket umgeschwenkt.


Weitere Fakten zur Nachhaltigkeit

Über 40 Millionen Kilowattstunden Wärme verbrauchen Klinikum und Medizinische Fakultät jährlich. Diese thermische Energie, mit der 2000 große Einfamilienhäuser versorgt werden könnten, wird über das Netz der Leipziger Stadtwerke geliefert. Gespeist wird das Fernwärmenetz der Stadtwerke vom Kraftwerk Lippendorf. Hier fällt bei der Stromproduktion die Wärme sozusagen einfach mit an. Um ihre Kunden zuverlässig mit Fernwärme zu versorgen, bauen die Stadtwerke Leipzig derzeit eine neue Anlage zur Wärmeerzeugung im Heizwerk Nordost und einen thermischen Speicher, mit dem, im Falle eines Defekts, die Wärmeversorgung für sechs bis sieben Stunden sichergestellt werden kann.

FTS   Das fahrerlose Transportsystem FTS, das im Untergrund des Klinikum Speisen, Wäsche, Apothekengut und Abfall bewegt, arbeitet zuverlässig, energieeffizient und leistungsdicht, so der Fachausdruck für eine Logistik ohne Stillstand. Wenn eine Erweiterung des FTS zur Debatte steht, wird am Klinikum mit einer speziellen Simulationssoftware geprüft, ob es möglich ist, mit den vorhandenen Fahrzeugen ein erweitertes Streckennetz zu betreiben. Eine derartige Simulation wurde im Rahmen einer HTWK-Masterarbeit erarbeitet. Damit wird ein nachhaltiges Prinzip verwirklicht, das einfach zu beschreiben ist: „Ich schaffe nur das an, was ich wirklich brauche. Und was ich wirklich brauche, rechne ich mir vorher genau aus.“

Automatisch heruntergefahren werden die Lüftungsanlagen in den Operationssälen des Klinikums, wenn die Säle nicht benutzt werden. Eine Klimaanlage ist in jedem modernen OP-Saal nötig, damit während der Operation der hygienisch notwendige Luftaustausch erfolgen kann. Nach der OP kann diese Lüftung aber heruntergefahren werden. Was oft vergessen wurde, erledigen nunmehr Sensoren. Sogenannte Präsenzmelder wurden nachgerüstet, die aktiv werden, wenn eine halbe Stunde keine Bewegung im OP-Saal zu verzeichnen ist. Dann fahren sie selbstständig die Lüftungsanlage herunter, was immerhin eine Einsparung von 100.000 Kilowattstunden im Jahr bringt.

Wasser   Über 120 Wasserspender stehen im Klinikum Patienten, Ärzten und Schwestern zur Verfügung, an denen aufbereitetes Trinkwasser kostenlos angeboten wird. Statt Wasserflaschen auf Stationen und in Wartebereiche zu transportieren, wird in den Wasserspendern Trinkwasser aus der Leitung gefiltert, gekühlt und auf Wunsch auch mit Kohlensäure versetzt. Damit wird einerseits wirtschaftlich sinnvoll gespart, indem der Transport von über 300 Wasserkästen pro Tag wegfällt. Andererseits wird Patienten, Klinik-Mitarbeitern sowie Besuchern in öffentlichen Bereichen die Gelegenheit gegeben, kostenlos den Durst zu löschen.


2083 Stellplätze für Fahrräder

Fahrrad   2083 Stellplätze für Fahrräder bietet das Universitätsklinikum an. Genau sind es 800 Anlehnbügel für jeweils zwei Räder sowie 483 Plätze in Abstellständern. Die Anlehnbügel bieten dabei den Vorteil, dass die Dicke der Reifen keine Rolle spielt. Außerdem können Vorder- und Hinterrad, der Fahrradrahmen und sogar der Sattel sicher angeschlossen werden. Da die Rohre im Abstand von rund einem Meter stehen, ist Platz genug, um sie von beiden Seiten zu nutzen.


Intelligente Elektroinstallation erkennt Außenhelligkeit, Sonnenschein und Sturm

UKL_Daemmerung   In allen Gebäuden des Klinikums, die in den letzten Jahren errichtet wurden oder die saniert worden sind, arbeitet eine intelligente Lichtregelung. Diese sorgt nicht nur über Helligkeitssensoren dafür, dass sich bei Dämmerung in den Fluren das Licht einschaltet. Das wäre ja einfach. Nein, von der Beleuchtungssteuerung werden auch noch die Betriebszeiten einbezogen. Das heißt, wenn sich bei Tage der Himmel verdunkelt, weil ein Gewitter im Anzug ist, schaltet sich automatisch die Flurbeleuchtung ein. Das Gleiche geschieht am Abend. Wenn es dann aber auf Mitternacht zugeht, wird die Beleuchtung nach und nach reduziert oder auch abgeschaltet.
Zur intelligenten Elektroinstallation gehört auch die Sonnenschutzsteuerung. Diese wertet die aktuelle Wetterlage aus und passt die Stellung von Jalousien und Lamellen entsprechend an. Die Sonnenschutzsteuerung sorgt dafür, dass sich das Gebäude im Hochsommer nicht aufheizt und bewirkt damit eine verbesserte Energiebilanz des Gebäudes und ein optimales Raumklima. Das Sonnenschutzsystem wiederum wird von „Windwächtern“ geschützt. Wenn ein Gewitter mit Sturm aufzieht, werden die Jalousien und Lamellen eingezogen und damit in Sicherheit gebracht.