Willkommen beim Curriculum Gerinnung
des Zentrums für Hämostaseologie
am Universitätsklinikum Leipzig!

Seit 2012 bieten wir für klinisch tätige Ärzte, Studenten und andere interessierte Fachgruppen eine kurrikular gestaltete Fortbildung zum Thema klinischer Hämostaseologie an. Initial war die Veranstaltung hauptsächlich für Anästhesisten und Intensivmediziner ausgerichtet, jedoch haben aufgrund der Nachfrage die Fortbildung stetig verändert, um jedem klinisch tätigen Arzt relevante Basisthemen der klinischen Gerinnungsmedizin anbieten können. Unabhängig davon ob Sie eine internistische, chirurgische oder andere Fachausrichtung haben, können Sie teilnehmen.

Ziel unserer Veranstaltung ist es, Ihnen gezielt täglich anwendbares, klinisches Wissen zu vermitteln. Dazu haben wir zahlreiche Fallbeispiele in den letzten Jahren gesammelt, um Ihnen mit echten Fällen, Erfahrungswissen und "aha"-Effekten zu zeigen, dass "Gerinnung" auch einfach sein kann.

In jedem Kurs vermitteln wir Ihnen interaktiv anhand mehrerer Vorträge den aktuellen Kenntnisstand für das jeweilige Thema. Damit Sie Ihre Aufmerksamkeit entsprechend bündeln können, bieten wir schriftliche Zusammenfassungen mit entsprechender Referenzen zu jedem Kursteil an.

1. Gerinnungs-Curriculum (2012)

2. Gerinnungs-Curriculum (2013)

3. Gerinnungs-Curriculum (2014)

4. Gerinnungs-Curriculum (2015)

5. Gerinnungs-Curriculum (2016) - aktuelle Veranstaltung - (Download Flyer) (PDF, 260 kB)


Details

Das Curriculum besteht aus folgenden Kursen, die jedoch unabhängig voneinander sind. Im folgenden finden Sie eine detaillierte Themenaufstellung, damit Sie besser entscheiden können, ob eine Teilnahme für Ihren Tätigkeitsbereich respektive Ihr Interesse sinnvoll ist. Während die Kurse von 2012-2015 als Einzelkurse an jeweils einem Nachmittag stattfanden, bieten wir aufgrund der Nachfrage im Jahr 2016 alle Kurse im Rahmen einer Kompaktveranstaltung an zwei Tagen an.

 

Beginn Freitag 23.09.2016 ab 15.00 Uhr

Ende Samstag 24.09.2016 ca. 17.00 Uhr

 

Modul 1 - "Blutungsprävention, Diagnostik und Elektivchirurgie"

Teil 1 - Physiologie der Hämostase und Grenzen der Gerinnungstests

  • Wie funktioniert Gerinnung - Physiologie der Hämostase
  • Woher kommen Gerinnungstests (Quick, aPTT, Fibrinogen, Thrombozytenzahl)
  • History-based versus Evidence-based Medicine (Historische Aspekte der klassischen Globalparameter)
  • Wie kann man Blutgerinnung messen? (Analytische Grundlagen und diagnostische Grenzen der Globalparameter)
  • Was ist eine "Gerinnungsstörung?" Klinisch versus Laborphänomen (Limitationen der Tests)

Teil 2 - Leitlinien und Empfehlungen zur präoperativen und präinterventionellen Gerinnungsdiagnostik

  • Wie erkennt man den blutungsgefährdeten Patienten? (Evidenzbasierte präoperative Diagnostik / Blutungsanamnese)
  • Welche sinnvollen Zusatzuntersuchungen existieren? (Grundlagen weiterführender Diagnostik im klinische Alltag: von-Willebrand-Diagnostik, Faktor XIII, Reptilasezeit, D-Dimere, HIT, DIC, ROTEM)
  • Monitoring von Antikoagulantien (Heparine (UFH, NMH), Fondaparinux, Argatroban, Danaparoid, Thrombozytenaggregationshemmer, neue Antikoagulantien)

 Teil 3 - Präoperativer Umgang mit Antithrombotika; insbesondere bei Regionalanästhesie

  • Pharmakokinetische Entscheidungsbasis präoperative Pausen
  • Präoperative Pause von Antithrombotika
  • Empfehlung zum Vorgehen bei Regionalanästhesie unter Antithrombotika
  • Typische Fallbeispiele

Teil 4 - Management von Blutverlusten im Elektivsetting

  •  Rationales Vorgehen bei Eingriffen mit erhöhtem zu erwartenden Blutverlust
  • (Rahmenbedingungen, blutsparende Maßnahmen, Pathophysiologie Dilution)
  • Möglichkeiten der intraoperativen Überwachung der Blutgerinnung
  • Substitution mit Gerinnungsprodukten bei Blutverlust (Transfusionsgesetz, BÄK, klinischem Befund)
  • Typische Fallbeispiele

Modul 2 - "Notfallmanagement"

 Teil 1 - Peripartale Blutungen

  • Klassifikation und Einteilung
  • Pathophysiologie
  • Besonderheiten bei peripartale Blutungen
  • Fibrinogen, Tranexamsäure, Dynamik und Fulminanz
  • Aktuelle Empfehlungen und Beispiele

Teil 2 - Der lebensbedrohlich blutende Patient

  • Polytrauma bzw. schwerer hämorrhagischer Schock (Pathophysiologie der traumatischen Gerinnungsstörungen, aktuelle Leitlinien, Handlungsempfehlung, SOP, Indikationen zur Transfusion nach BÄK und klinischem Befund)
  • Faktorenkonzentrate Sicherheit und Indikation (PPSB, Fibrinogen, NovoSeven®)
  • Die unerwartete Blutungsneigung (Thrombopathie oder vW-Syndrom (angeboren/erworben), Ursachen und Therapiemöglichkeiten)
  • Blutungen unter Antikoagulantien (Heparine, Falithrom®, Plättchen, …)
  • Typische Fallbeispiele

 Modul 3 - "Der Leberkranke Patient"

Teil 1 - Physiologie des Hämostasesystems bei Leberinsuffizienz

  • Pathophysiologie der Gerinnung bei Lebererkrankungen
  • Blutungsneigung beim Leberpatienten
  • Perioperatives Management bei Elektiveingriffen und Lebererkrankungen
  • Indikation zur Substitution nach BÄK und hämostatischen Defekt

Teil 2 - Besonderheiten bei der Lebertransplantation

  • Historische Aspekte
  • Besonderheiten beim Management bei Lebertransplantation
  • Substitution
  • Typische Fallbeispiele

Modul 4 - "Gerinnungsstörungen in der Intensivmedizin"

Teil 1 - Basiswissen Gerinnung in der Intensivmedizin

  • Physiologie und adaptive Veränderungen der Hämostase beim kritisch kranken Patienten
  • Diagnostische Möglichkeiten auf der Intensivstation (insbesondere im Hinblick auf intensivmedizinische Gesichtspunkte)
  • Einteilung und Beispiele häufiger Gerinnungsstörungen

Teil 2 - Spezielle Probleme I (Thrombozytäre Störungen)

  • Thrombozytopenie (adaptiv, Sepsis, medikamentös, TTP, HIT, ITP - klinische Unterscheidung)
  • Thrombozytopathie (Medikamente, Behandlung)
  • Fallbeispiele

Teil 3 - Spezielle Probleme II (Plasmatische Störungen)

  • Disseminierte intravasale Gerinnung
  • Massivtransfusion (Pathophysiologie, Therapiealgorithmus)
  • Hepatische Insuffizienz und Hämostase (Pathophysiologie, Management)
  • Spezielle erworbene Gerinnungsstörungen (Hämophilie, vWD, Thrombozytopathie)

Teil 4 - Spezielle Probleme III (Spezielle Patientenpopulationen)

  • Extrakorporale Zirkulation (Antikoagulation (Heparin, Citratantikoagulation, Alternativen), Blutungen)
  • Reversierung von Antikoagulantien
  • Gastrointestinale Blutungen
  • Besonderheiten in der Schwangerschaft/Geburtshilfe
  • Hämatologische Erkrankungen (Leukämien, ...)
  • Neurochirurgische Intensivmedizin
  • Thromboseprophylaxe in besonderen Situationen (ischämischer Infarkt, Hirnvenenthrombose, SAB, SHT) 

 Sie sind neugierig geworden?


5. Gerinnungs-Curriculum (2016) - aktuelle Veranstaltung - (Download Flyer) (PDF, 260 kB)